Erzgebirger bringen einen Punkt von der Nordsee mit nach Hause

Aues Saisonstart in der 2. Handball-Bundesliga ist gelungen: Durch das 29:29 in Wilhelmshaven liegt der EHV nach drei Spieltagen auf Platz 7 im 20er-Feld.

Aues Torwart Radek Musil (M.) - hier nach einem Heimspiel in Lößnitz - trug in Wilhelmshaven mit einigen Paraden zur Punkteteilung bei.

Für Sie berichtet: Frank Nestler

Die Zweitliga-Handballer des EHV Aue sind in dieser Saison weiterhin ungeschlagen. Nach einem Remis und einem Sieg gab's für die Mannschaft von Trainer Stephan Swat in ihrer dritten Partie in dem Spieljahr am Samstagabend ein Unentschieden: 29:29 (16:12) beim Wilhelmshavener HV.

Zunächst stand bei den Gästen hinter dem Einsatz von Benas Petreikis, der sich im Training an einer Hand verletzt hatte, noch ein Fragezeichen. Doch der Rückraumspieler kam zurück - und das richtig gut. Mit insgesamt acht Treffern wurde Petreikis bester Werfer beim EHV. Der 26-Jährige hätte sogar den Auswärtserfolg perfekt machen können. Drei Sekunden vor Schluss trat er beim Stand von 29:29 zum Siebenmeterwurf an, verpasste es aber einzunetzen. So blieb es bei einem Punkt für die Auer, den sie von der Nordsee mit ins Erzgebirge nahmen. Swat: "Benas Petreikis kann man keinen Vorwurf machen; er hat ein überragendes Spiel abgeliefert." Der Treffer zum Schluss wäre noch der i-Punkt auf seiner Leistung gewesen, "aber es sollte halt nicht sein".

Der EHV lieferte diesmal zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten ab. In den ersten 30 Minuten meisterte das Team seine Aufgaben gut, agierte vorn souverän, stand hinten stabil und konnte auf eine solide Torhüter-Leistung von Radek Musil bauen. Phasenweise fünf Tore Vorsprung warfen die Gäste heraus, so beim 16:11 (28.). Mit vier Toren Plus gingen sie in die Pause.

"Dass es nicht so weiter geht und Wilhelmshaven mit etwas Wut im Bauch aus der Kabine kommt, war zu erwarten", sagt Swat. Und tatsächlich liefen die zweiten 30 Minuten anders. Die Gastgeber steigerten sich in der Abwehr deutlich, so die Einschätzung des EHV-Coachs. Sein Team habe nicht mehr richtig Zugriff bekommen. Und auch die Torhüter-Leistungen seien steigerungsfähig gewesen. Zunächst wechselten die Auer Erik Töpfer ein (37.), dann Rasimas Vilius (43.). Doch die Wilhelmshavener lagen nach 54 Minuten mit 27:25 in Führung, nicht zuletzt, weil sie mit Dennis Boden einen überragenden Mann zwischen den Pfosten stehen hatten, der viele Würfe aus freien Positionen parieren konnte. In der Schlussphase hat Trainer Swat auf die Erfahrung von Musil gesetzt, der knapp sechs Minuten vor dem Abpfiff wieder ins Tor kam, zwei Paraden zeigte und seiner Mannschaft so die Chance gab, ins Spiel zurückzukommen. Es war ja sogar noch der Sieg drin, doch das wusste Dennis Boden zu verhindern, indem er den Auer Siebenmeter auf der Zielgeraden hielt.

Großes Handicap für die Gäste: Jan Faith musste schon in der 16. Minute verletzt vom Parkett. "Das tat weh, weil wir auf Rechtsaußen mit Sebastian Naumann bereits einen Verletzten haben", so Swat. Die Verletzung sei ein bisschen ein Knackpunkt gewesen. Die Auer hoffen, dass Faith nächsten Samstag wieder zur Verfügung steht. Dann hat der EHV in der Erzgebirgshalle Lößnitz 18 Uhr den HSC Coburg zu Gast.

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