Erzgebirger wollen beim E-Football mitmischen

Sachsenmeister wird bis Ende Januar gekürt und darf zum DFB-E-Pokal

Satzung.

Der Ball rollt wieder. Nicht auf dem echten Rasen, aber zumindest virtuell: Am Mittwoch gibt der Sächsische Fußballverband den Startschuss für seine Landesverbands-Trophy im E-Football. Schon im Frühjahr, während des ersten Lockdowns, hatte der SFV mit dem Finish-It-Cup ein Online-Fußball-Turnier organisiert. Der Unterschied: Während es sich seinerzeit um eine in sich abgeschlossene Veranstaltung handelte, qualifiziert sich der Gewinner diesmal für den DFB-E-Pokal, das offizielle Fifa-Pokalevent des Deutschen Fußball-Bundes.

Saßen beim ersten Turnier noch 200 Akteure vor ihren heimischen Spielkonsolen, so gehen diesmal nur 64 an den Start, davon 56 an der Playstation, der Rest an der Xbox. Eine Erklärung für den Schwund liege zumindest zum Teil an den verschärften Zutrittsbedingungen, erklärt Organisator Chris Rohde vom SFV. So habe jeder Teilnehmer bei der Anmeldung eine Verifikation von dem Verein, für den er antritt, vorlegen müssen. "Da sind wir nach den Erfahrungen aus dem IT-Cup diesmal hart geblieben." Damals hätten sich einige nicht verifizierte Spieler als schlechte Verlierer erwiesen. "So etwas fällt dann natürlich auf den Verein zurück, der von der Teilnahme der betreffenden Akteure aber gar nichts wusste."

Für Alexander Thost vom FSV Zwönitz hat die geringe Beteiligung indes auch andere Gründe. "Die Sache ist nicht gut kommuniziert worden. Wir haben vom Turnier erst erfahren, als die Anmeldefrist schon abgelaufen war." Statt mit einem Quartett wie im Frühjahr geht der Kreisligist daher nur mit einem Kämpfer ins Rennen: Marvin Rintschwentner will wieder mindestens ins Viertelfinale kommen - beim Finish-It-Cup scheiterte er dort am späteren Turniersieger Ben Kettenbeil (SV Eintracht Leipzig-Süd).

Aus dem Erzgebirge sind außer dem FSV Zwönitz noch der FV Preßnitztal und die ISG Satzung vertreten. Letztere hat mit Tobias Hesse, Florian Hofrichter und Marvin Fietz ein Trio am Start, aus dem nur Hesse tatsächlich beim Zweiten der Kreisliga Ost aktiv ist. Der nominell stärkste E-Fußballer, Florian Hofrichter (Foto), kickt stattdessen beim Rivalen in Mildenau. "Er ist auch sonst im E-Sport sehr aktiv und sollte auf jeden Fall unter die besten 32 kommen", prognostiziert Tobias Hesse, der Online-Fußball für einen schönen Zeitvertreib hält - für mehr aber nicht: "Ich sträube mich etwas dagegen, das als Sport zu bezeichnen."

Gezockt wird mit Fifa 21 - und zwar im sogenannten 90er-Modus. In diesem haben alle Mannschaften dieselbe Spielstärke - Sieg oder Niederlage hängen also tatsächlich von der Leistung der E-Sportler ab. Diese dürfen einer Vorgabe des DFB zufolge allerdings trotzdem nur Teams aus Deutschland wählen und müssen im Anschluss einen Screenshot an den Veranstalter zur Bestätigung des Ergebnisses schicken. Chris Rohde zufolge könne es sich ein Fußballverband heutzutage nicht mehr leisten, das Thema E-Sport zu ignorieren. Insofern habe die Durchführung der Turniere nichts mit Corona zu tun. "Die hätten auch so stattgefunden. Allerdings nicht komplett online", sagt er. "Für Ende Januar war ein Final-Four-Turnier an einem zentralen Ort geplant, für das wir sogar schon die Räumlichkeiten angemietet hatten."

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