Fanfest krönt das Double

Eine Saison, zwei Pokale: Besser hätte es für die Schönheider Wölfe nicht laufen können. Der noch junge Eishockeyverein will das am Freitag feiern.

Schönheide.

30 Partien insgesamt und davon nur ein Spiel auf dem Eis verloren: Die Schönheider Wölfe blicken auf eine fantastische Saison in der Eishockey-Regionalliga zurück. Mit dem Meister-Double - also als Erste in der Staffel Ost und als Sieger im Vergleich mit den besten Nord-Teams - schreibt die Mannschaft die Erfolgsgeschichte des jungen Vereins fort. "Darauf dürfen wir stolz sein", sagt Trainer Sven Schröder, der sich bisher zudem als Sportvorstand engagiert hatte.

Diese Position gibt der Ex-Eishockeyspieler ab, der bis 2009 selbst zehn Jahre lang für Schönheide auflief. Seinen noch ein Jahr gültigen Trainervertrag erfülle er. "Beides ist ein wenig zu viel. Für alle war es eine anstrengende, intensive und kräftezehrende Zeit", so Schröder, der als gebürtiger Preuße in Crimmitschau wohnt. Redlich verdient habe sein Team den Ost-Meistertitel. "In jedem Duell gaben wir den Ton an." Top lief im direkten Anschluss die Nord-Ost-Verzahnungsrunde und das folgende Playoff. "Zuletzt fünf Verletzte, darunter Leistungsträger, konnten wir kompensieren." Das sei für einen kleinen Verein wie Schönheide eine große Sache. Der Aufstieg in die Oberliga Süd indes war nie Thema. Bereits der Ost-Titel hätte dazu berechtigt. Aber finanziell sei das nicht stemmbar. Etwa eine Viertelmillion Euro kostet eine Regionalliga-Saison mit dem rund 20-köpfigen Kader, der im gemeindeeigenen Eisstadion an der Neuheider Straße seine Heimstatt hat. In der dritthöchsten Liga unterm Dach des Deutschen Eishockey-Bunds würde sich der Etat mit einem Hieb vervierfachen. "Ganz zu schweigen von diversen Auflagen, die wir derzeit nicht erfüllen könnten." Zweimal sei der Gang in die Oberliga gescheitert. "Wir wollen das nicht wiederholen."

So stand die mehr als 80 Jahre währende Puckjäger-Tradition in Schönheide Ende 2016 auf der Kippe, als der örtliche Eishockeyverein zahlungsunfähig war und 2017 Insolvenz anmeldete. Eine sechsstellige Summe fehlte in der Kasse. Aus dem Nachwuchsförderverein Junge Wölfe wurden die Schönheider Wölfe, die nach nur acht Wochen Vorbereitungszeit ihre erste Regionalliga-Saison 2017/18 als Vizemeister abschlossen. "Fast von Null weg - das war wirklich beachtlich." Das Ergebnis der jüngsten Saison bestätige, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet. "Daran haben alle Anteil, die uns unterstützen. Unseren Förderern, Helfern im Ehrenamt und natürlich unseren treuen Fans gilt ein ganz großer Dank", so Schröder. Zuletzt sorgten Übertragungen via Live-Stream für einen zusätzlichen Kick. "Das kam super an."

Gestandene Spieler aus Selb, Crimmitschau, Niesky, Chemnitz, Dresden und Halle, aber auch Eigengewächse wie Robert Horst und Florian Richter stehen im Aufgebot, das zweimal pro Woche in Schönheide und zusätzlich individuell trainiert. Nach kurzer Pause seit Ende März gehe es nahtlos weiter. Neue Saison - neue Aufgaben: Zeit zum Verschnaufen bleibt kaum. Und auch an den Nachwuchs wird gedacht. So gibt es zwei eigene Teams in den Altersklassen u 9 und u 11. "Bis sie aufrücken, dauert es noch", sagt Dana Reimann, stellvertretende Vereinsvorsitzende. Aber früh übt sich auch im Eishockey, wer ein ganz Großer werden will.

Und wer die Wölfe kennen lernen will, hat am Freitag Gelegenheit dazu. Dann feiern sie in der Gaststätte am "Wolfsbau" ihr großes Fanfest als Saisonabschluss - mit Partymusik, Trikotversteigerung und mehr. Los geht es 19 Uhr. Eintritt frei.

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