Fans machen Derby zum Heimspiel - und feiern

Fußball, Landesliga: Olbernhauern gelingt Überraschung in Lößnitz

Lößnitz.

Das Schöne an englischen Wochen im Fußball ist, dass sich Scharten schnell wieder auswetzen lassen. Dies ist gestern den Fußballern der SV Olbernhau gelungen. Nur drei Tage nach der enttäuschenden Heimniederlage gegen Taucha zeigte der Landesliga-Aufsteiger beim Podestanwärter FC 1910 Lößnitz ein ganz anderes Gesicht. "Einerseits hatten wir als klarer Außenseiter nichts zu verlieren. Anderseits waren wir natürlich auf Wiedergutmachung aus und wollten die Fans versöhnen", sagt SVO-Coach Steve Dieske. Die Vorzeichen standen günstig, denn viele hatten sich mit auf den Weg zum Erzgebirgsderby gemacht. "Von den 180 Zuschauern war weit mehr als die Hälfte aus Olbernhau. Es hat sich angefühlt wie ein Heimspiel", berichtet Dieske.

Zu jeder Phase hätten sich die Gäste-Anhänger lautstark bemerkbar gemacht - und so ihren Beitrag zum 3:2-Sieg geleistet. Hauptgrund für diesen unerwarteten Dreier war aber wohl die taktische Ausrichtung der Olbernhauer, die Lößnitz mit einem frühen Angriffspressing überraschten. "Wir wussten, dass man so einen Gegner schon in der Spieleröffnung stören muss", erklärt Dieske seinen Schachzug, der sich auszahlte. Nur zwei klare Chancen ergaben sich für die Hausherren. Ein Schuss strich am Kasten vorbei, beim anderen war SVO-Keeper Sebastian Kaden zur Stelle. Dessen Gegenüber war dagegen machtlos, als Danny Gottschalk nach einem Foul an Filip Vopat den fälligen Strafstoß sicher verwandelte (23.).

Laut Dieske war die 1:0-Pausenführung verdient, weil wir "leidenschaftlich und zielstrebig agiert" haben. Den besten Beweis für ihre Zielstrebigkeit lieferten die SVO-Kicker fünf Minuten nach der Pause ab, als Steve Müller mit einer präzisen Hereingabe Gottschalk bediente, der erneut vollenden konnte. Allerdings kam Lößnitz kurz darauf zum Anschlusstor, weil Martin Preißler bei einer Rettungsaktion in höchster Not den Ball ins eigene Netz lenkte. Mit einer Roten (78.) und einer Gelb-roten Karte (90.) schwächten sich die Gastgeber später selbst. "Erfahrungsgemäß spielt uns so etwas nicht so in die Karten", sagt Dieske. Doch diesmal ließen seine Schützlinge bis auf einen gefährlichen Torschuss nichts mehr zu.

Olbernhau: Kaden; Preißler, Prasser, Scholz, Lippmann, Novak (60. Siegert), Sensfuß, Gottschalk, Müller, Vopat (74. Uhlir), Schäfer (87. Marold); SR: Gläser (Elster-Röder); Z: 181; T: 0:1/0:2 Gottschalk (23./FE/50.), 1:2 Preißler (57./ET)

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