FCE gastiert in Ingolstadt: Wer verschafft sich Erfolgserlebnis?

Das Auftaktprogramm des Fußball-Zweitligisten Aue hat's in dieser Saison ganz besonders in sich. Darauf wird gern verwiesen - auch vor dem heutigen Spiel der Veilchen in Oberbayern.

Aue.

"Wir haben nach dem Abpfiff in Köln den Blick sofort auf Ingolstadt gelenkt - logischerweise", sagt Daniel Meyer, Cheftrainer bei Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue. Eine sinnvolle Fokussierung. Denn es geht bereits heute rund 300 Kilometer südwestlich von Aue wieder um Punkte im Kampf um den Klassenerhalt - die Vorbereitungswoche für Meyers Mannschaft war also kurz. Doch die Erzgebirger zeigten beim 1. FC Köln trotz der 1:3-Niederlage eine sehr gute Leistung; eine, mit der sie in Ingolstadt durchaus etwas holen könnten. In Köln gingen die Lila-Weißen noch leer aus, vor allem, weil die Geißböcke genau um einen Terodde besser waren. So zumindest sieht es auch Veilchen-Stürmer Sören Bertram: "In der zweiten Halbzeit war Terodde der Unterschied." Es bleibt aber festzuhalten, dass sich die FCE-Mannschaft in der Domstadt im Vergleich zu den ersten zwei Spielen - 0:1 bei Union Berlin verloren, 0:0 zu Hause gegen Magdeburg - deutlich steigerte.

Obwohl die Partie gegen Köln Geschichte ist: Aus ihr konnten die Auer viel Selbstvertrauen ziehen. Daher gibt sich Trainer Meyer zuversichtlich: "Wir sehen jetzt die riesige Chance für uns, diesen ersten Block vor der Länderspielpause mit einem Sieg abzuschließen und dann auch punktemäßig im Soll zu sein." Trotzdem sei es, so Meyer, das dritte von drei schweren Auswärtsspielen der Erzgebirger zum Auftakt. "Die Ingolstädter haben eine sehr hohe individuelle Qualität und auch viel höhere Ansprüche", sagt der Coach. Doch ähnlich wie die Auer haben auch die Oberbayern noch nicht ihren Lauf gefunden. Der FCI steht mit zwei Punkten aus den Partien gegen Greuther Fürth (1:1) und beim 1. FC Magdeburg (1:1) ebenfalls im unteren Drittel der Tabelle. Zudem schieden die Audi-Städter gegen den SC Paderborn in der 1. Hauptrunde aus dem DFB-Pokalwettbewerb aus. Aue zog da gegen Bundesligist Mainz den Kürzeren. "Das Auftaktprogramm von Ingolstadt war rein vom Papier her längst nicht so schwierig wie unseres. Wenn man gegen Regensburg, Fürth und Magdeburg spielt, geht man mit einer Erwartungshaltung rein, in einer ähnlichen Region zu stehen wie Köln und Union. Was auch der Grundanspruch ist", mutmaßt Meyer. Das habe eine gewisse Dynamik aufgenommen, auch den Ingolstädtern fehle das Erfolgserlebnis: "Du hast kein Selbstbewusstsein, du verlierst dann plötzlich unglücklich Spiele. Man sieht einfach, dass die Abläufe nicht stimmen. Aber die Einzelqualität ist immer da, deshalb muss man immer aufpassen, weil da Spieler sind, die auch mit einer Einzelaktion eine Begegnung entscheiden können."

Die Situation ist für beide Teams heute Abend - Anstoß 18.30 Uhr - also ähnlich. Und das könnte der entscheidende Vorteil für die Gäste sein. "Wir können vielleicht besser damit umgehen, weil wir das halt gewohnt sind", betont Meyer. "Es war uns wirklich wichtig, aus diesem harten Startprogramm von Spiel zu Spiel die positiven Erkenntnisse mitzuziehen." Er habe gemeinsam mit dem Team den Anspruch, jede Woche besser zu sein. In Ingolstadt will der FCE richtig loslegen. "Denn irgendwann braucht es Punkte - auch für den Kopf", sagt Meyer.

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