FCE: Streit um Satzungsreform, Helge Leonhardt bleibt Präsident

Aue. Während der Mitgliederversammlung des FC Erzgebirge Aue ist es zu einem Streit über die Satzung gekommen. Über deren Reform sollten die Vereinsmitglieder am Samstag laut Tagesordnung abstimmen. Doch dazu kam es nicht, da zuvor heftig vor allem über Paragraph 14 heftig gestritten wurde.

Konkret ging es um die Besetzung der Führungsgremien. Der aktuelle Weg bis in den Vorstand des FC Erzgebirge ist nämlich kompliziert. Der sogenannte Ehrenrat wird von der Mitgliederversammlung gewählt. Der Ehrenrat macht der Mitgliederversammlung wiederum Vorschläge für die Wahl des Aufsichtsrates. Der Aufsichtsrat bestellt den Vorstand und ernennt den Präsidenten und Vizepräsidenten, die den Vorstand anführen. Bisher war es so, dass alle Mitglieder in den Ehrenrat gewählt werden können, die mindestens acht Jahre dem Verein angehören.

Das soll sich laut Satzungsreform ändern. Demnach könnten künftig nur noch Ehrenmitglieder in den Ehrenrat gewählt werden. Ehrenmitglieder müssen 15 Jahre dem Verein angehören oder sich besonders verdient gemacht haben und werden auf Vorschlag des Vorstandes von der Mitgliederversammlung ernannt. Vor allem Letzteres sorgte für Kritik.

Der Vorwurf, den mehrere Mitglieder formulierten: Der Vorstand suche sich künftig die Personen aus, die den Ehrenrat besetzen, die wiederum den Aufsichtsrat bestimmen, der wiederum den Vorstand bestellt - das normale Mitglied werde ausgeschlossen, ein kleiner Kreis schiebe sich die Posten gegenseitig zu. Das sei nicht demokratisch, so der Vorwurf.

Ein Mitglied der Arbeitsgruppe "Satzung" warf der Vereinsführung zudem vor, dass der Reformentwurf nachträglich geändert worden sei. Kay Werner, Leiter der Arbeitsgruppe und Mitglied des Vorstandes, widersprach dem. Er erklärte: Mit Paragraph 14 sollte lediglich sichergestellt werden, dass nur verdiente Mitglieder in den Ehrenrat kommen und eben nicht irgendwelche Günstlinge des Vorstandes. Letztlich sprach sich die Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit für das Vertagen des Themas aus.

Die Diskussion wirkte sich nicht auf die Neubesetzung der Gremien aus: Helge Leonhardt ist erneut als Präsident des FC Erzgebirge bestellt worden. Vizepräsident bleibt Joachim Engelmann. Aufsichtsratsvorsitzender für die nächsten drei Jahre ist Bernd Keller, der das Gremium seit 2015 leitet.

Vor dem Streit war die Mitgliederversammlung äußerst harmonisch abgelaufen. Das lag auch an den positiven wirtschaftlichen Ergebnissen, die die Vereinsführung präsentierte. Die Saison 2017/2018 schloss der Fußball-Zweitligist mit einem Gewinn von 82.000 Euro nach Steuern ab. Das Budget lag bei knapp 16 Millionen Euro. Das Eigenkapital wurde im Vergleich zur Saison davor von 205.000 Euro auf 287.000 Euro gesteigert. Für die aktuelle Saison plant der Zweitligist mit einem Etat von 18,5 Millionen und einem Jahresüberschuss von 183.000 Euro. "Wir sind wirtschaftlich gesund", erklärte Helge Leonhardt unter dem Applaus der 416 im VIP-Bereich des Erzgebirgsstadions anwesenden Mitglieder. Der 60-Jährige warnte aber: "Der Spagat, den Profifußball zu finanzieren, wird immer schwerer." Leonhardt schloss eine Ausgliederung der Profiabteilung aus. "Wir haben das geprüft und intern besprochen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass das nichts bringt. Wir sind nicht die Inquisition, die den Traditionsverein verbrennt."

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