Festival der vergebenen Chancen

Zum vierten Mal in Folge haben die Landesklasse-Fußballer des SV Tanne Thalheim am Samstag nicht verloren. Über das 2:2 zuhause gegen Schneeberg konnte sich Coach René Wendler allerdings nur bedingt freuen.

Thalheim.

Der Frust war ihm auch gestern noch anzuhören. "Zur Halbzeit hätte ich ein Unentschieden unterschrieben", schimpfte René Wendler, um gleich hinterherzuschieben: "Aber nicht nach diesem zweiten Durchgang."

Im Landesklasse-Duell seiner Kicker gegen den FC Concordia Schneeberg hatte der Trainer des SV Tanne Thalheim fürwahr mehrfach Grund, sich die Haare zu raufen. Nahezu in Bestbesetzung - nur Robert Nitzsche fehlte - angetreten, präsentierte sich die Abwehr bereits nach vier Minuten offen wie ein Scheunentor, was der Tabellensiebente über die rechte Seite eiskalt ausnutzte. Doch die Gastgeber schlugen postwendend zurück. Ein abgefälschter Schuss von Pierre Kretzschmar landete als Bogenlampe bei David Koch, der per Fallrückzieher einnetzte.

Sicherheit brachte der Ausgleich indes noch nicht. Vielmehr waren es die Gäste, die nach 26 Minuten einen Fehler von Torwart Thomas Laux nutzten. Dieser war kurzfristig für Stammkeeper Oliver Post eingesprungen und hatte in seiner ersten Partie für die Tannen überhaupt den Ball per Pressschlag an Gästestürmer Marcel Schumann verloren, der nur noch einschieben brauchte. Im Anschluss hätten die Gastgeber einen Strafstoß erhalten müssen - doch bei der Attacke gegen David Koch im Sechszehner blieb die Pfeife des Unparteiischen stumm.

Im zweiten Abschnitt wurden die Thalheimer dann immer stärker. Angestachelt durch den schnellen Ausgleich von Rami Msalam, der nach einem parierten Kretzschmar-Schuss an der richtigen Stelle stand, spielten sie sich Chancen in Hülle und Fülle heraus. Dreimal rannten Thalheimer Spieler sogar allein auf das Schneeberger Tor zu, doch weder Manuel Grasse - sonst ein Torgarant - noch zweimal Msalam konnten Gäste-Keeper Tommy Schulze überwinden. "Wir haben sie kaputtgespielt. Ab der 70. Minute war Schneeberg doch stehend k. O.", sagte Wendler, der das Spiel als "Spiegelbild des gesamten Saison" bezeichnete. "Wir machen einfach zu wenige Tore." Viermal am Stück haben die Thalheimer zuletzt nicht verloren. Doch in die Mini-Serie mischen sich eben auch drei Unentschieden, die dafür sorgen, dass die Zwönitztaler im Abstiegskampf nicht so recht vom Fleck kommen - und infolge des 1:0-Siegs des VfB Annaberg gegen Lichtenstein am Sonntag sogar vom 16. auf den 17. Platz abrutschten.

Und am kommenden Wochenende liegt ohnehin ein großer Brocken im Weg, denn dann geht es zu Fortuna Chemnitz. René Wendler rechnet sich beim Tabellenzweiten, der das Hinspiel mit 5:2 gewonnen hatte, allerdings durchaus etwas aus. "Fortuna ist bekannt für starke Hin- und nicht ganz so gute Rückrunden. Und auch im Moment schwächeln sie", sagt er. "Das wollen wir nutzen."

Statistik Thalheim: Laux; Hesse, Vogel (21. Groschopp), Kirsten, Msalam (90.+1. Schubert), Koch, Rechner, Teichert, Kretzschmar, Barthold, Grasse; Tore: 0:1/1:2 Schumann (4./26.), 1:1 Koch (5.), 2:2 Msalam (46.); SR: Keller (Gornau), Z: 109

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