Finesse geht schief, alles andere passt

Der Trainer hatte unrecht. Denn nach sieben Siegen daheim sind es auswärts acht geworden. Mit dem nahezu perfekten Auftritt der Ringer seines RSK Gelenau beim RC Potsdam hatte er nicht gerechnet.

Gelenau.

Der Kapitän wollte sich drei Gewichtklassen höher probieren, das ging schief. Alle anderen Duelle auf der Matte gewannen die Gäste aus dem Erzgebirge, die demzufolge der Stimmung der 200 Potsdamer Fans einen Dämpfer nach dem anderen versetzten. Ein 8:22 stand am Ende auf dem Protokoll dieses Vergleiches in der Regionalliga Mitteldeutschland.

Aus Sicht des Gelenauer Trainers, der seine Kämpfer durch die Bank für das Einhalten und Umsetzen der taktischen Marschroute lobte, ragten drei Duelle noch heraus. Dazu gehört die einzige Niederlage. "Ich habe Daniel Franke freigestellt, ob er in der 66- oder 75-Kilogramm-Klasse antreten möchte, denn ein Limit konnten wir nicht besetzen. Er entschied sich für 75, musste sich dafür aber über 66 Kilogramm ,hochtrinken', denn es gibt auch eine Regel für Untergewicht", erklärt Björn Lehnert die nichtalltägliche Finesse und fügte an: "Respekt wie sich unser Oldie bis zur Schlussminute gewehrt hat." "Am Ende konnte ich die Rollen nicht mehr verhindern, was mir in Runde eins noch gelungen war", so der 40-jährige Franke, der in der Hinrunde im Limit bis 61 Kilogramm ohne Niederlage geblieben war. "Am Freitagabend hatte ich noch 64 Kilogramm. Aber ich bin über 66 gekommen. Dabei ist es nach oben in kurzer fast schwieriger als nach unten", so der Routinier.

Immer sicherer werden die Auftritte von Rico Richter. Wo er in den vergangenen Serien am Ende deutlich sichtbare konditionelle Defizite hatte, bleibt er inzwischen stabil, konzentriert und schnell genug. So wie am Sonnabend in Potsdam, wo er Leo Guthkes abschließenden Angriff Sekunden vor Kampfende parieren und die Punkte auf sein Konto verbuchen konnte. Statt des von Potsdam erhofften Sieges bei 4:4 durch die letzte Wertung, hieß es mit der Schlusssirene 2:6.

Erik Löser ist aktuell über jeden Zweifel erhaben. Der deutsche Juniorenmeister, ins 80-Kilo-Limit hochgerückt, hatte seinen Kontrahenten in jeder Phase im Griff. Dabei war Gagik Torosyan kein "Fallobst", hatte bis auf das 6:8 gegen den deutschen Juniorenmeister von 2012, Niklas Ohff, bislang alle Konkurrenten eindeutig besiegt. Doch vom Gelenauer bekam er die Grenzen aufgezeigt: 0:10 hieß es nach den sechs Minuten aus Sicht des Armeniers.

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