Frühjahrsrunde weckt nicht nur Vorfreude

Dank der Neuzugänge und einer guten Vorbereitung blicken die Marienberger Landesklasse-Kicker dem ersten Pflichtspiel im neuen Jahr optimistisch entgegen. Ganz anders ist die Lage bei Liga-Rivale Gelenau und bei den Olbernhauern, die eine Etage höher vor einer großen Herausforderung stehen.

Olbernhau.

Kaum drei Wochen Zeit hatte Trainer Tobias Moritz, um dem Landesligisten SV Olbernhau seine Art von Fußball einzuimpfen. Wie viel davon bereits am Sonntag ab 14 Uhr zu sehen ist, bleibt abzuwarten, zumal gleich ein wichtiges Spiel im Abstiegskampf ansteht. Während zeitgleich die beiden Landesklasse-Vertreter Marienberg und Olbernhau ihren Heimvorteil nutzen wollen, muss Olbernhau in Glauchau Farbe bekennen.

SV Olbernhau: Mit einem 1:0-Sieg gegen Radebeul hatten sich die SVO-Kicker aus dem Jahr 2018 verabschiedet und somit als Tabellenelfter drei Punkte über dem roten Strich überwintert. Zehn Wochen und einen Trainerwechsel später steht dem Team der nächste Härtetest bevor. Am Sonntag beim VfB Empor Glauchau zu punkten, scheint einerseits machbar, da die Gäste mit neun Zählern abgeschlagen Tabellenletzter sind. Aber mit neuem Personal und dem Mut der Verzweiflung dürften die Westsachsen andererseits zum Angriff blasen. Einen neuen Coach gibt es nicht nur in Glauchau. In Olbernhau hat Tobias Moritz die Nachfolge von Steve Dieske angetreten, konnte aber seine Ideen bislang kaum umsetzen.

"Was taktische Abläufe betrifft, sind wir bei 30 Prozent von dem, was ich mir vorstelle", sagt der Trainer, der nur zwei Testspiele hinter sich hat. Dem 2:2 in Hohenstein-Ernstthal folgte ein 9:1 gegen Pockau-Lengefeld. Die Generalprobe gegen Annaberg wurde vom Gegner abgesagt. "Leider", wie Moritz betont. Er hätte sich mehr Spiele gewünscht, um das von ihm bevorzugte Kurzpassspiel zu verinnerlichen. "Für die Mannschaft ist das eine große Umstellung", sagt der Coach, der es zumeist bei der Theorie belassen musste. Nur schrittweise könne das Konzept in den Spielen umgesetzt werden, in bestimmten Momenten kann Moritz daher noch mit langen Bällen leben: "Situationsbedingt müssen die Spieler das machen, was sie sich zutrauen." Stets mehrere Anspielstationen zu schaffen und diese auch zu nutzen, sei ein Prozess, der womöglich bis zum Saisonende andauert. Zeit, die Moritz und sein Team eigentlich nicht haben. Denn schon jetzt müssen Punkte her, um die Klasse zu halten. "Es ist eine Gratwanderung", sagt der Trainer, der umso mehr auf Athletik und Technik baut. Obwohl Stürmer Jakub Uhlir wegen einer Roten Karte noch drei Spiele ausfällt, soll schon jetzt in Glauchau zumindest ein Punkt her. "Es geht darum, stabil zu stehen", lautet die Marschroute.

FSV Motor Marienberg: Gerade mal 4 ihrer 15 Hinrundenspiele haben die Motor-Kicker verloren. Dank neun Siegen und zwei Remis gehen sie als Tabellenfünfter ins neue Jahr, was aber nicht dafür sorgte, dass sich Spieler und Verantwortliche zufrieden zurücklehnten. Stattdessen wurde der Kader verstärkt. Neben dem ehemaligen Gelenauer Dirk Ruttloff und Maximilian Schreiter, der vom SV Großrückerswalde gekommen ist, gibt es laut Trainer Ronny Rother "quasi noch einen dritten Neuzugang". Gemeint ist Routinier Kenny Schmidt, der nach langer Verletzungspause eine tolle Vorbereitung hingelegt hat. "Genau wie das gesamte Team", betont Rother, der Trainingsbeteiligung und Einstellung lobt.

Die vom Trainer angesprochenen Tugenden spiegelten sich in vier klaren Testspiel-Siegen wider - zwei davon gelangen beim Trainingslager in Most gegen Teams aus Tschechien. Erkennbar war in den Partien auch die enorme Flexibilität, über welche die Marienberger Offensive durch das neue Personal verfügt. "Wir sind unberechenbarer geworden", stellt Rother fest. Alle Angriffsspieler können mehrere Positionen bekleiden, was in den Liga-Spielen auch der Fall sein soll. Rotation lautet ein Schlüsselwort für die Marienberger, die am Sonntag gegen den Reichenbacher FC (10.) den ersten von möglichst vielen Rückrunden-Siegen einfahren wollen. Auf ein konkretes Ziel hat sich die Mannschaft offenbar festgelegt. "Es gibt da eine Wette zwischen mir und den Jungs", sagt Ronny Rother, ohne mehr darüber zu verraten.

BSV Gelenau: Mit acht Punkten belegt der BSV den 15. und damit vorletzten Platz. Voraussetzung für die Wende wäre eine Entspannung der Personalsituation, doch die gibt es nicht. "Ich wäre schon froh, wenn die Elf aus elf Leuten besteht", sagt Trainer Thomas Kersten vor dem Heimspiel gegen den Meeraner SV (7.) mit viel Sarkasmus. "Aus dem bereits knappen Kader fallen noch Morgenstern und Messig verletzt aus, Singer ist gesperrt, Blohm und Viererbe machen Urlaub. Ergibt unterm Strich neun Feldspieler plus drei Torhüter", so Kersten, der beim 1:3 im Test gegen Auerhammer selbst die Töppen schnürte. "Bei uns hat es weniger mit Form suchen zu tun, sondern mit Mannschaft suchen. Deshalb bemühe ich nicht die üblichen Durchhalteparolen." Dennoch würde er am Ende gern über dem Strich stehen. "Mehr Punkte als in der Hinrunde setzen wir uns als Ziel", sagt Kersten, der die Rückrunde als Neustart betrachtet. (mit mas)

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