"Für uns ist das wie ein Feiertag"

David gegen Goliath, Kreisligist gegen Landesklasseaufsteiger: Das Finale um den Erzgebirgspokal scheint eine klare Sache zu werden. Doch die Underdogs des SV Neudorf planen den fünften Streich.

Zschopau.

Mit dem FC Stollberg hat Kreisligist SV Neudorf den stärksten möglichen Gegner im Endspiel um den Erzgebirgspokal vor der Brust. "Dass wir überhaupt das Finale spielen dürfen, ist superprima. Für uns ist das wie ein Feiertag", sagt Trainer Christian Steingräber. Klein beigeben wollen seine Neudorfer Männer aber nicht, sondern sie werden im Endspiel am Sonnabend ab 16 Uhr in Zschopau versuchen, eine neuerliche Überraschung zu schaffen.

Viermal ist ihnen das gelungen, viermal mussten Höherklassige die Segel streichen. "Nun kommt aber der FC Bayern der Erzgebirgsliga auf uns zu. Aber wir denken positiv und glauben, dass unsere absolut eingeschworene Truppe auch gegen die Stollberger etwas ausrichten kann", sagt Steingräber. Er hat versucht, sich so gut wie möglich auf das Endspiel vorzubereiten. "Fakt ist, dass wir jeden Meter nutzen müssen, den wir kriegen. Die Hauptsache ist aber, dass wir von unseren zahlreich mit Zug und Bus anreisenden Fans - ich rechne mit 400 - mit Applaus verabschiedet werden", so der 32-Jährige, der es als Trainer erstmals ins Pokalendspiel geschafft hat: "Ich bin dankbar, dass ich das erleben darf." Euphorisch ins Messer laufen will der Außenseiter aber nicht. Er baut auf seine Offensivkraft und darauf, dass die Kiste hinten lange dicht bleibt. "Wir denken positiv." So wie vorher, denn die Siege in den bisherigen Pokalrunden waren keinesfalls Pflicht. "Aber schön."

Stollbergs Trainer Bernd Eichenmüller nimmt das Spiel jedenfalls keineswegs auf die leichte Schulter. "In einem Ligaspiel wären wir klarer Favorit, aber im Pokal sind wir nur leichter. Ich schätze die Chancen auf 60:40 Prozent", sagt der 63-Jährige. Zumal es sich bei der auf neutralem Platz ausgetragenen Partie um ein halbes Auswärtsspiel handle, wie er betont. "Die Neudorfer haben angekündigt, mit vier bis fünf Fanbussen anzureisen. Da können wir vermutlich nicht gegenhalten." Sportlich gelte es vor allem, Neudorfs Torjäger Thomas Löser aus dem Spiel zu nehmen, der mit 35 Treffern souverän die Torjägerkanone in der Kreisliga Ost gewonnen hat. "Damit hat er fast die Hälfte aller Neudorfer Treffer erzielt. Er ist wirklich brandgefährlich", so Eichenmüller, der seiner Mannschaft die Bedeutung des Pokals nochmals in Erinnerung gerufen hat. "In den Gefilden, denen wir uns sportlich zugehörig fühlen, haben wir im Grunde keine Chance, mal einen Pokalsieg zu feiern, denn dazu müssten wir ja Drittligamannschaften aus dem Weg räumen. Von daher ist das dieses Jahr eine einmalige Gelegenheit, die wir nutzen wollen."

Ein durchaus "nicht ganz einseitiges Spiel" erwartet auch Schiedsrichter André Gerlach aus Krumhermersdorf. "Einmal durfte ich in einem Endspiel schon an der Linie stehen, beim 4:2 des VfB Annaberg gegen den FSV Sosa. Doch jetzt kommt das erste Männer-Finale, das ich pfeifen darf", sagt der 41-Jährige, der sich auf diese interessante Aufgabe außerordentlich freut.


Alle Finals um den Fußball-Erzgebirgspokal

2010/2011 (am 25. Juni 2011)

SV Falkenbach - FC Lößnitz II3:2

2011/2012 (am 23. Juni 2012)

Burkhardtsdorf - FC Schneeberg II3:4

2012/2013 (am 29. Juni 2013)

Schneeberg II - BSV Gelenau0:2

2013/2014 (am 08. Juni 2014)

BSV Zschopautal - Burkhardtsdorf4:1

2014/2015 (am 24. Mai 2015)

VfB Annaberg - FSV Sosa4:2

2015/2016 (am 25. Juni 2016)

VfB Annaberg - SV Olbernhau2:3

2016/2017 (am 24. Juni 2017)

FV Drebach/Falk. - FSV Sosa3:0

2017/2018 (am 23. Juni 2018)

SV Crottendorf- SV Deutschneudorf

n. E. 6:4

2018/2019 (am 30. Juni 2019)

SV Neudorf - FC Stollberg???


Der Weg der Finalistenins Endspiel

SV Neudorf

1. R.: SVN- Neustädtler SV 3:1

AF: SVN- SV Crottendorf3:1

VF: SVN- Oelsnitzer FC4:3

HF: SVN- Großrückersw.1:0

FC Stollberg

1. R: Jahnsdorf - FCS0:5

AF: VfB Zöblitz - FCS0:4

VF: FCS- SV Auerhammer1:0

HF: FCS- Königswalde3:2

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