Gornsdorferin schafft Quantensprung

Svenja Koban vom TSV Gornsdorf hat beim Pfingstsportfest der LG Merseburg die Norm für die Deutsche Meisterschaft geschafft. Dabei pulverisierte sie ihre Bestleistung förmlich.

Gornsdorf.

Noch bei den Block-Landesmeisterschaften in Thum war Svenja Koban nur hauchdünn an der Norm für die Deutsche Meisterschaft gescheitert. Ein winziger Zentimeter fehlte der Hochspringerin vom TSV Elektronik Gornsdorf, um das Ticket für Bremen zu lösen - worüber sie sich ziemlich enttäuscht zeigte. Da dieses Ziel aber beim Leistungsvermögen der 14-Jährigen absolut realistisch erschien, nahmen sie und ihr Trainer Matthias Pohl die zweite Chance wahr. Und tatsächlich: Beim Pfingstsportfest der LG Merseburg in Leuna schaffte sie nicht nur die Norm, sondern pulverisierte auch ihre persönliche Bestleistung. Die lag zuvor bei 1,66 Metern. Jetzt liegt sie sechs Zentimeter höher. Da staunte selbst der Stadionsprecher, der seinen Augen kaum traute und erst einmal nachfragte, ob die von Svenja Koban (AK W 15) überquerten 1,72 Meter tatsächlich stimmen.

"Die äußeren Bedingungen waren durch den Wind für uns Hochspringer nicht gerade optimal. Aber alles andere hat gepasst. Ich konnte mich ja im Gegensatz zu den Mehrkämpfen voll und ganz auf den Hochsprung konzentrieren", sagte die Jahnsdorferin. Der jungen Erzgebirgerin kam dabei entgegen, dass die gleichaltrigen Mädchen und Jungen den Wettkampf gemeinsam - natürlich bei getrennter Wertung - absolvierten. Denn als Svenja Koban bei einer Höhe von 1,50 Meter einstieg, waren bis auf eine alle ihrer Kontrahentinnen bereits ausgestiegen. Ohne die Jungs wäre es ein einsamer Wettkampf geworden.

Ihre Einstiegshöhe sowie die 1,53 und 1,56 Meter bezwang sie jeweils im ersten Versuch. Danach begann jedoch ein kleines Nervenspiel bei 1,60 Metern und 1,63 Metern - diese Höhe meisterte sie erst im dritten Anlauf. Dann kam die geforderte DM-Norm, gleichsam ihre bisherige Bestleistung. "Das war mein Ziel, deswegen waren wir hier. Ganz ehrlich, der Druck war da", gab sie offen zu. Doch der 14-Jährigen gelang es, sich voll zu fokussieren. Als die Latte liegen blieb, fielen nicht nur ihr Zentnerlasten von den Schultern. "Ab da lief es fast wie von selbst. Die Latte wurde um jeweils zwei Zentimeter höher gelegt, wobei ich 1,68 und 1,70 Meter auf Anhieb schaffte. Bei 1,72 Metern brauchte ich zwar drei Versuche, aber ich kam auch noch drüber", freute sich die Gymnasiastin, die anschließend knapp an 1,74 Meter scheiterte. "Schade, die Wade war's wieder. Aber diese Höhe ist drin", blickte die Jahnsdorferin bereits voraus.

Mit ihrem Auftritt in Merseburg hat sich Koban nun in den erweiterten Favoritenkreis bei den Deutschen Meisterschaft am 6. und 7. Juli katapultiert. Die deutsche Rangliste der Altersklasse der U 16 des Jahres 2018 zugrundegelegt, würde sie sich als Vierte gemeinsam mit drei weiteren Hochspringerinnen einordnen. Die Reise in den Norden wird sie nicht allein machen. "Meine Eltern, der Trainer, und eine Freundin sind dabei. Darauf freue ich mich riesig", so die Leichtathletin, die viel Lob vom Coach Matthias Pohl bekam. "Svenja trainiert sehr fleißig, ist voll bei der Sache und reflektiert ihre eigene Leistung sehr genau. Das können nicht alle Sportler."

Im Übrigen zahle sich das Engagement vieler Vereinsmitglieder aus. "Wir haben in Eigenleistung eine Hochsprunganlage mit Überdachung geschaffen. Damit kann auch im Freien trainiert werden", so Matthias Pohl.

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