Größter Trumpf ist die Erfahrung

Nach zwei Aufstiegen in den vergangenen vier Jahren haben sich die Volleyballerinnen von Germania Hormersdorf mittlerweile fest in der Sachsenklasse etabliert. Für die kommende Saison gibt der Coach eine klare Devise aus.

Hormersdorf.

Momentan ruht der Spielbetrieb in der Sporthalle im beschaulichen Hormersdorf. Keine Aufschläge, kein Schmettern, Baggern, nichts. Zeit für Regeneration. Thomas Kroschk ist das ganz recht. Der Trainer der Volleyball-Frauen des SV Germania Hormersdorf blickt auf eine anstrengende, aber erfolgreiche Spielzeit zurück. Platz 4 in der Sachsenklasse West - aus dem Abstiegskampf hatte sich seine Mannschaft überwiegend herausgehalten, war nie ernsthaft in Gefahr geraten. "Es gab zwar auch ein paar eher durchwachsene Auftritte, aber insgesamt war das schon eine gute Saison", sagt der Coach. Einen ordentlichen Mittelfeldplatz habe er als Ziel ausgegeben gehabt. "Und den haben wir erreicht."

Seine Spielerinnen sehen das ebenso. Ein wichtiger Faktor sei die Routine gewesen, sagt Mittelblockerin Susann Marx. Kein Wunder: Die Hormersdorferinnen stellten das mit Abstand älteste Team der Liga, die große Mehrheit hat die 30 Lebensjahre längst überschritten. "Wir kennen uns schon ewig, haben alle Kinder, sind eine verschworene Truppe", sagt Marx. Dass Zusammenhalt und Erfahrung auch einen sportlichen Mehrwert darstellen und sich in den Ergebnissen spiegeln, betont Katja Engelhardt. "Wir haben mehrere Partien, in denen wir im Rückstand lagen, noch gedreht. Öfter als andere Mannschaften", so die 35-Jährige, die als Beispiel das letzte Heimspiel gegen die Reserve der L.E..Volleys aus Leipzig anführt. Gegen den klaren Favoriten bogen die Erzgebirgerinnen einen 0:2-Satzrückstand noch in einen Sieg um.

Platz 4 in der Sachsenklasse markiert das vorläufige Ende einer bemerkenswerten Entwicklung, die die Hormersdorfer Volleyballerinnen in den vergangenen Jahren genommen haben. 2014/2015 spielte das Team noch in der Bezirksklasse und stieg am Ende der Saison in die Bezirksliga auf. Es folgte der Durchmarsch in die derzeitige Spielklasse. Laut Kroschk sei die sportliche Verbesserung untrennbar mit dem Engagement von Außenangreiferin Christiane Maul verbunden gewesen. Zudem sei nach dem Aufstieg in die Bezirksliga mit Tina Bieligk eine weitere Spielerin ins Erzgebirge gewechselt, die zuvor schon höherklassigen Volleyball gespielt hatte. "Dadurch war unser Niveau deutlich gestiegen", sagt Kroschk. Die kritischste Phase habe dann nach dem Aufstieg in die Sachsenklasse gefolgt, als Maul den Verein wieder verlassen (mittlerweile spielt sie in Chemnitz in der dritten Liga) und Bieligk wegen ihrer Schwangerschaft nicht zur Verfügung gestanden habe. "Dass wir trotzdem drin geblieben sind, war deswegen eine umso größere Leistung", so der Trainer.

Ob es in Zukunft noch höher hinausgeht? "Man will sich sportlich immer verbessern", sagt Kroschk. Von einem Aufstieg in die Sachsenliga sei aber vorläufig keine Rede, Ziel stattdessen ein Platz im vorderen Drittel. "Mit Grimma und Plauen-Oberlosa kommen starke Mannschaften runter", sagt er. Auch seine Spielerinnen sind skeptisch. "Die Sachsenliga wäre sportlich wahrscheinlich eine Nummer zu groß für uns", sagt Katja Engelhardt. Zumal sich der Verein in diesem Fall auch eine neue Halle suchen müsste. Denn die vor vier Jahren errichtete Heimstätte des Teams in Hormersdorf ist den Regularien zufolge für den Spielbetrieb in der Sachsenliga einen Meter zu niedrig. Gegenwärtig ist das verhältnismäßig tiefe Hallendach dem Trainer zufolge sogar ein sportlicher Trumpf. "Mannschaften, die höhere Hallen gewohnt sind, kommt bei uns regelmäßig die Decke in die Quere", sagt Thomas Kroschk.

Bis die neue Saison beginnt, ist es indes noch ein Weilchen hin. Am 22. und 23. August bestreiten die Erzgebirgerinnen ein Vorbereitungsturnier in Freiberg, der erste Punktspieltag steht am 8. und 9. September an. Allzu viele Personalveränderungen soll es bis dahin nicht geben. Mit Yvonne Hartung stößt ein bislang unbeschriebenes Blatt zum Team, die 30-Jährige hat bislang in der Westerzgebirgsliga gespielt. Zudem gibt es mit Sarah Bergmann ein vielversprechendes Talent, das aber schon länger Kontakte nach Hormersdorf hat. Tina Bieligk trainiert die 17-jährige Außenangreiferin bereits seit einigen Jahren erfolgreich im Jugendbereich von Blau-Weiß Gersdorf.

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