Grünhainer sucht passendes Auto

Auch wenn es schwer ist: Sepp Wiegand bleibt dem Rallyesport treu. Der Vize-Europameister von 2014 bewies zuletzt in einem Opel Adam sein Talent. Für 2019 könnte das richtungsweisend sein.

Grünhain.

Vor sechs Jahren ist Sepp Wiegand das letzte Mal einen R2 gefahren. Bei der Rallye Erzgebirge 2018 als Lauf zur Deutschen Rallye-Meisterschaft stieg er wieder in einen Opel Adam ein. "Es hat richtig viel Spaß gemacht", sagt der Vize-Europameister von 2014.

Seit seinem größten Erfolg im Rallyesport versucht der Mittzwanziger, seine Karriere am Rollen zu halten. Der Grünhainer, der in Zwönitz aufgewachsen ist, startet zwar verhältnismäßig selten, schneidet aber meist beachtlich gut ab. Das gelang auch im Opel Adam R2, obwohl Wiegand der Skoda Fabia R5 lieber gewesen wäre. "Leistungsmäßig bestehen große Unterschiede. Zudem hat der R2 keinen Allrad-, sondern Frontantrieb." Gebremst hat das den Grünhainer nicht. "Ich war selbst überrascht, wie gut es lief." Mit Co-Pilotin Anne-Katharina Stein aus Österreich, die als R2-erfahren gilt, ließ er als Gesamtfünfter sogar Ju- lius Tannert auf Rang 6 um zehn Sekunden hinter sich, der im Opel Adam weit mehr Kilometer und Erfahrung hat.

Wiegand: "Wir jagten gleich am Freitagabend los, hatten noch Luft nach oben und fuhren ohne Risiko, aber zügig durch." Teils habe er die Ideallinie links liegen gelassen, um Reifenschäden zu vermeiden. "Uns hat es gezeigt, dass wir voll konkurrenzfähig sind. Das Duell mit Julius war spannend. Wir haben unseren Vorsprung geschickt verwaltet und die Rallye in vollen Zügen genossen. Wieder nah bei den Fans und mitten unter den Aktiven zu sein, war ein tolles Gefühl für mich", sagt Sepp Wiegand, der mit diesem Auftritt in der Heimat nicht zuletzt Werbung für das noch junge Rallyeteam Sachsen (RTS) gemacht hat. Der Verein widmet sich der Förderung des Rallyenachwuchses - mit Sepp Wiegand als Aushängeschild.

Erste Aktion war der Start von Wiegand bei der Sachsen-Rallye rund um Zwickau. Es folgten ein Auftritt im Feld der Vorausfahrer bei der Rallye Grünhain und zuletzt der Start bei der "Erze". Mehr sei vom Budget her momentan nicht drin. "Ohne die Hilfe zahlreicher Sponsoren wäre alles nicht möglich gewesen." Hilfe kam diesmal nicht nur von RTS, sondern auch von Manfred Schmack, der den 190 PS starken Opel Adam R2 stellte, sowie der Berufsinitiative "Örre.de". Letztere wirbt für Jobangebote in der Region, auch über den Rallyesport. "Es waren viele Zufälle, die den Start ermöglichten. Und ich habe Selbstvertrauen getankt", so Wiegand, der beruflich Fahrer von Erzgebirgslandrat Frank Vogel ist und sich nichts sehnlicher wünscht als wieder mehr Routine im Rallyesport. "Ich darf nicht an meinem Talent zweifeln. Wir haben dieses Jahr viel geschafft, verzichten nun auf weitere Starts und sparen lieber."

Denn 2019 soll es weitergehen, dann vielleicht mit regelmäßigen Auftritten in einem besser finanzierbaren Auto. "Spruchreif ist aber noch nichts. Wir prüfen die Möglichkeiten und überlegen in alle Richtungen", so Wiegand, der nicht locker lässt und auf eine möglichst kilometerreiche Saison hofft.

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