Harte Qual vor traumhafter Kulisse

Der fünfte WM-Lauf hatte es für die Endurofahrer wirklich in sich. Auch drei Erzgebirger stellten sich der Herausforderung in Italien - mit unterschiedlichem Erfolg.

Bergamo.

Es ist eine der legendärsten Geländefahrten der Welt. Ausgetragen in der malerischen Gebirgsgegend zwischen Bergamo und dem Iseosee. Dort, wo der Endurosport geradezu zelebriert wird und wo unzählige Fans für Gänsehaut-Stimmung sorgen, haben nun auch einige Erzgebirger um Punkte für die Enduro-Weltmeisterschaft gekämpft.

Anlässlich des 100. Geburtstags der "Valli Bergamasche" wurde für den fünften WM-Lauf eine Strecke ausgewählt, die es in sich hatte. Kraftraubende Auffahrten, endlose Abfahrten - alles gespickt mit tückischen Steinen. Dazu noch vier Sonderprüfungen, die teilweise die Fahrer steil hinauf auf über 1000 Meter Meereshöhe führten. Zudem wurde der erste Fahrtag von Starkregen und Gewitter begleitet, was die Ausfallquote schnell in die Höhe trieb.

Einer, der frühzeitig absteigen musste, war Andreas Beier. Der 32-Jährige lag in der WM-Klasse E1 zwischenzeitlich sogar auf Rang 7. "Es lief bis dahin ausgezeichnet. Doch durch die extremen Witterungsbedingungen musste ich zeitweise ohne Brille fahren - und da ist es passiert. Ich habe dermaßen Dreck ins Auge bekommen, dass ich nichts mehr sehen konnte. Ich habe versucht es auszuwaschen, doch es wurde leider immer schlimmer", berichtet Beier enttäuscht.

Karl Weigelt biss sich hingegen durch alle drei Runden. Der 20-Jährige ging in der Youth-Klasse an den Start und kämpfte nicht nur mit den harten Bedingungen, sondern auch mit der Technik. "Leider lief das Motorrad nicht wie gewünscht", bedauert der Wolkensteiner. "Es fehlte einfach die Leistung, was vor allem auf den langen Auffahrten hinderlich und extrem zeitraubend war." Trotz mehrerer Strafminuten rettete er sich völlig abgekämpft als 15. ins Ziel, sodass zumindest ein WM-Punkt als Lohn zu Buche stand. Der zweite Tag war dann für ihn vorbei, bevor dieser richtig begonnen hatte. "Kupplungsschaden im ersten Enduro-Test", winkt Weigelt ab. "Wirklich schade, denn ich hatte mir vom Wochenende viel erhofft."

Dafür strahlte Maik Schubert übers ganze Gesicht, obwohl auch ihm die Strapazen anzumerken waren. "Es war mit das Härteste, was ich jemals gefahren bin", gesteht der Hopfgartener, der im Enduro-Weltcup antritt und so pro Tag "nur" zwei Runden absolvieren musste. "Zum Glück, denn drei hätte ich definitiv nicht gepackt", gibt er zu. "Der erste Tag mit dem Regen und der schmierigen Strecke hat mir alles abverlangt, aber der zweite war noch schlimmer. Ich war noch komplett platt vom Vortag, sodass alles gekrampft hat. Arme, Beine, Oberkörper - alles schmerzte, aber ich wollte unbedingt ohne Strafminuten ins Ziel kommen." Dies gelang. Als Vierter der Open-Zweitakt-Kategorie wiederholte er sein Ergebnis vom Samstag und war hochzufrieden. "Und Spaß hat es ja auf die eine oder andere Art auch gemacht."

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