Hartes Rennen hat viele Gewinner

Als Sieger auf der Königsdistanz war Christian Kreuchler beim 26. Erzgebirgs-Bike-Marathon ein gefragter Mann. Doch es rückten noch viele weitere Sportler in den Fokus.

Seiffen.

Mit heiserer Stimme sagt Albrecht Dietze, dass er und seine Helfer wieder einmal viel Lob erhalten hätten. Der Organisator des Erzgebirgs-Bike-Marathons, der auch bei der 26. Auflage wieder als Moderator fungierte, spielt vor allem auf den Sonntagnachmittag an, als die Teilnehmer der drei Hauptrennen über 40, 70 und 100 Kilometer eintrudelten. Als Sieger auf der Königsdistanz stand Christian Kreuchler aus Dresden im Mittelpunkt. Doch neben ihm hatte die Veranstaltung noch viele andere Helden zu bieten.

Da waren zum Beispiel die Mountainbiker, die eine noch größere Herausforderung als Kreuchler meisterten. 18 Sportler trauten sich an den 300er-Kanten. Die ganze Nacht hindurch quälten sie sich über zehn Runden, ehe der Annaberger Roy Bruns nach 17:26:57 Stunden als Sieger feststand. Einige brauchten neun Stunden länger, vier andere gaben vorzeitig auf. Doch selbst sie durften sich laut Dietze als Gewinner fühlen - genau wie die 250 Kinder, die schon den ersten Wettkampftag zu einem Erlebnis machten. "Mal sehen, wer von ihnen in einigen Jahren die großen Rennen fährt", sagt Dietze über den "EBM Mini". Der sei ebenso ein Erfolg gewesen wie der Bergsprint, der wieder ein großes Publikum an den "Alp de Wettin" lockte, sowie die gemütliche Seiffen-Tour am Samstagnachmittag. "Trotz der Hitze sind mehr als 100 Leute mitgefahren", freut sich Dietze. Somit seien für die Lydia-Kaulfuß-Stiftung rund 500 Euro zusammengekommen. "Auch die Typisierungsaktion wurde sehr gut angenommen", ergänzt Dietze, dem der gute Zweck des EBM am Herzen liegt. So gibt es nicht nur auf der Strecke Gewinner.


Erster EBM-Veteran ist nach 23 Starts auf der Königsdistanz immer noch ohne Sturz

Peter Ahnert ist zum ersten EBM-Veteran gekürt worden. Niemand hat so viele Wettkampfkilometer in Seiffen abgespult wie der 40-jährige Zschopauer.

Wie stolz sind Sie darauf, der erste Veteran des Erzgebirgs-Bike-Marathons zu sein?

Es ist einfach schön, dass man bei so einer riesigen Veranstaltung auch an solche kleinen Details denkt. Im Vorfeld hatte es eine Art Umfrage gegeben, wer schon häufig in Seiffen gestartet ist. Öfter als ich war offenbar keiner über 100 Kilometer dabei.

Wie oft sind Sie auf der Königsdistanz angetreten?

Mittlerweile sind es 23 Starts - und ich bin immer ins Ziel gekommen. 1995 war meine Premiere, ab 1997 habe ich keine Auflage verpasst.

Woher rührt Ihre Leidenschaft für den Mountainbikesport?

Ich bin schon als Kind gern Fahrrad gefahren. Damals war ich froh, ein kleines BMX-Rad zu haben, um durchs Gelände zu fahren. Das Mountainbike wurde ja erst im Laufe der Zeit immer populärer.

Und auch der EBM wurde zu jener Zeit aus der Taufe gehoben...

Richtig. Es ist der älteste Mountainbike-Marathon Deutschlands. Für mich und meine Freunde ist er zur Tradition geworden, weil er einfach Spaß macht. Die Strecke besteht nicht nur aus Waldautobahnen, sondern ist enorm anspruchsvoll. Nicht nur die Kondition entscheidet, sondern vor allem auch die Technik.

Sie stehen als Fahrer des Zschopauer Giant-Racing-Teams in der Starterliste. Das klingt schon fast nach Leistungssport.

Es ist aber eher ein Gag. Einige Freunde und ich treten oft gemeinsam zu Rennen an, da wollten wir uns einfach einen Namen geben. Leistungssportler sind wir aber nicht. Es gibt einige Wochen, da sitze ich gar nicht im Sattel. Im Jahr kommen aber schon 3000 bis 4000 Kilometer zusammen.

Also sind Sie trotzdem ehrgeizig?

Natürlich wird speziell vor dem EBM noch einmal intensiv trainiert, denn das ist immer unser Saisonhöhepunkt. Einmal hat sich der Aufwand auch gelohnt. Vor zehn Jahren bin ich in 4:50 Stunden mal in die Top 100 gefahren. Das war mein bislang bestes Ergebnis.

Und wie lief es diesmal, war es ein schönes Rennen?

Ich habe rund eine Stunde länger gebraucht, bin damit immerhin 110. geworden. Wichtig ist, dass ich wieder sehr gut durchgekommen bin - wie immer. In all den Jahren bin ich noch kein einziges Mal gestürzt. Aber hart ist dieses Rennen trotzdem, deswegen fahre ich ja mit. (anr)

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