Heimspiel bringt keine Punkte

Die Partie des FCE Aue in der 2. Fußball-Bundesliga beim 1. FC Köln war für Malcolm Cacutalua etwas Besonderes. Nach dem 1:3 sichtlich enttäuscht, fiel das Fazit des Rheinländers in den Reihen der Veilchen dennoch positiv aus.

Köln.

Malcolm Cacutalua hat in den Katakomben des Kölner Rheinenergiestadions tief durchatmen müssen. Der Verteidiger des FC Erzgebirge Aue zog sich nach der 1:3-Niederlage der Veilchen beim 1. FC Köln erst einmal in die Kabine zurück. Familie und Freunde auf der Tribüne mussten warten. Und es waren viele Verwandte und Bekannte des 23-Jährigen ins einstige WM-Stadion gekommen, denn die Partie war für den Rheinländer ein Heimspiel. Troisdorf, wo der FCE-Verteidiger geboren wurde und aufwuchs, liegt an der rechtsrheinischen Grenze des Kölner Stadtgebiets.

Angesichts der Niederlage war die Stimmung bei seiner Rückkehr zu dem Verein, für den er als Nachwuchskicker drei Jahre die Fußballschuhe schnürte, sichtlich getrübt. "Wir warfen uns mit allem, was wir hatten, den Kölnern entgegen. Am Ende hat die individuelle Klasse den Unterschied gemacht", sagte Cacutalua. Mit drei Toren stach Stürmer Simon Terodde aus den Reihen des Bundesliga-Absteigers noch hervor. Seine ersten zwei Treffer erzielte der 30 -Jährige per Kopf, obwohl die Auer einen klaren Plan ausgearbeitet hatten, wie sie den 1,92 Meter großen Angreifer in den Griff bekommen wollten. "Wir wollten ihn ins Sandwich zwischen Christian Tiffert und mir nehmen - beziehungsweise zwischen Christian und Nicolai Rapp auf der anderen Seite", erklärte Cacutalua. Der dritte Treffer Teroddes fiel nach einem Konter, als die Erzgebirger im Vorwärtsgang ihre Defensive entblößten. "Bei der Klasse, die die Kölner haben, lässt sich nicht jede Situation klären", stellte Cacutalua, der vor einem Jahr aus Bielefeld zum FC Erzgebirge gewechselt war, ernüchtert fest.

Besonders im zweiten Durchgang konnten die Auer immer seltener für Entlastung sorgen. Die Abwehr geriet mehr und mehr unter Druck, weil die Gäste den Ball zu schnell herschenkten. Die Kölner kamen über 90 Minuten auf 67 Prozent Ballbesitz. Sie brachten mehr als 500 Pässe zum Mitspieler, die Auer hingegen nicht einmal die Hälfte.

Dennoch hob Cacutalua die positiven Aspekte hervor. "Mit der Leistung an sich können wir zufrieden sein. Es ist schon mal ein Anfang, dass wir in Köln nach dem Spiel sagen können: Hier war mehr drin", meinte er nach der Partie, die auf dem Papier die wohl schwerste in der 2. Bundesliga ist. Für den Rheinländer mit angolanischen Wurzeln war die Partie in Köln-Müngersdorf die Erfüllung eines Kindheitstraums. "Ich muss ehrlich zugeben, dass es etwas ganz Besonderes für mich war, hier zu spielen. Ich war als Kind häufig als Fan hier im Stadion, zuletzt als 13- oder 14-Jähriger", erinnerte er sich. "Hier auf dem Rasen zu stehen, war ein unglaublich schönes Gefühl." Noch schöner wäre es wohl nur dann gewesen, wenn er etwas Zählbares aus der Heimat hätte mit ins Lößnitztal nehmen können.

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