Herausforderung schon vor dem Start

Für die Organisation der Landesmeisterschaft auf der Langdistanz hat die SG Dittersdorf viel Lob erhalten. Dabei gerieten die insgesamt 200 Orientierungsläufer eher ins Schwitzen als gedacht.

Dittersdorf/Kemtau.

Eine Erwärmung der besonderen Art haben die rund 200 Orientierungsläufer erlebt, die am Samstag an den sächsischen Titelkämpfen auf der langen Distanz teilnahmen. Beim Wettkampf, den die SG Dittersdorf im Kemtauer Wald ausrichtete, galt es schon vor dem eigentlichen Wettkampf, eine Herausforderung zu meistern. Weil sich der Parkplatz und das Organisationsbüro unten im Tal am Sportplatz befanden, der Startpunkt aber oben auf dem Berg, wartete ein steiler Weg von 1,5 Kilometern auf die Sportler. "Viele haben das gleich als Erwärmung genutzt", sagt Mitorganisator Thomas Stöhr, der sich keine Beschwerden anhören musste. Stattdessen erntete sein Verein für die Veranstaltung viel Lob.

"Für viele war es ein schöner Lauf. Die Strecke ist bei den Teilnehmern gut angekommen", sagt Stöhr, für den sich der große Aufwand gelohnt hat. Er hatte Wochen damit verbracht, die rund drei Quadratkilometer zwischen Amtsberg, Gelenau und Kemtau zu kartieren. Markante Punkte wie Felsen oder Hochstände galt es ebenso zu kennzeichnen wie Höhenunterschiede und Pflanzenwuchs. "Von einigen Sportlern hört man hinterher schnell mal, dass die Karte Schuld war, wenn Fehler passieren", sagt Stöhr aus Erfahrung. Diesmal blieb er jedoch von Kritik verschont. Das Gegenteil war der Fall: Das 20-köpfige Organisationsteam konnte sich über positives Feedback freuen.

Nur einen kleinen Haken hatte die Sache: Als Mitglied des Gastgebervereins konnte Stöhr seinen Landesmeistertitel in der Altersklasse M 70 nicht verteidigen. "Aber so sind nun mal die Regeln", sagt er voller Verständnis. Schließlich hatte er die Posten, die es im Kemtauer Wald zu finden galt, ja selbst platziert. Im Fall der Elite-Läufer, die auch im reizvollen Felsgebiet dieses Bereichs unterwegs waren, mussten 29 dieser teils kniffligen Stellen in der richtigen Reihenfolge gefunden werden, um sich dort die digitalen Stempel abzuholen. In Luftlinie ergab dies eine Distanz von reichlich zehn Kilometern mit 430 Höhenmetern. Doch weil so mancher Posten gut versteckt war, liefen einige Teilnehmer deutlich weiter.

Zu den schnellsten im Feld gehörten zwei Starterinnen des SV Lengefeld. Während Hannah Hänsel ihre 17 Posten in 43:56 Minuten fand und so in der W 18 mit fast 25 Minuten Vorsprung die Goldmedaille gewann, wurde Luise Steinert (W 16) Vizemeisterin. Im Jugendbereich hätte auch die SG Dittersdorf Starter stellen können. "Aber uns fehlt der Nachwuchs", gesteht Thomas Stöhr. Die meisten der 15 Sektionsmitglieder gehören zum Seniorenbereich. Demzufolge werde es auch immer schwerer, Wettkämpfe wie den am Samstag auf die Beine zu stellen. Umso größer war die Freude über das Lob der Teilnehmer.

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