Hochspannung zum Saisonabschluss

Sowohl bei den Ringern des RV Thalheim als auch beim RVE Lugau geht es am letzten Kampftag der Regionalliga noch um viel. Während die einen Platz 2 verteidigen wollen, können die anderen noch die Rote Laterne loswerden.

Thalheim/Lugau.

Eine gewisse Grundnervosität ist Steffen Richter durchaus anzumerken. Der Trainer der Thalheimer Ringer hat die Tabellenkonstellation in der Regionalliga Mitteldeutschland genau vor Augen. Auf ihn und seine Schützlinge wartet am Samstag ab 18.30 Uhr ein Showdown, der nicht von schlechten Eltern ist. "Wir könnten, wenn es ungünstig läuft, sogar noch auf Platz 4 zurückfallen", sagt er. Das wäre der Fall, wenn der Tabellenzweite zuhause gegen die WKG Pausa/Plauen verliert und gleichzeitig der Dritte aus Frankfurt/Oder in Luckenwalde gewinnt. Dann wäre nicht nur das Saisonziel verfehlt, sondern auch die Weihnachtsfeier, die direkt im Anschluss an das Mattengeschehen stattfindet, verhagelt.

Tatsächlich wäre aber selbst Platz 3 am Ende eine kleine Enttäuschung. "Wir sind als Zweiter in der Pole Position und haben es selbst in der Hand, dort zu bleiben", so Richter. Hoffnungsfroh stimmt ihn, dass es in seinem Lager personell besser aussieht als noch in der Vorwoche, als Richter am Ende selbst auf die Matte musste. Niklas Ohff ist nach kurzer Erkrankung wieder fit, auch Radek Dublinowski dürfte wieder mit dabei sein. Der Superschwergewichtler hatte sich gegen Potsdam mit der Startzeit vertan und die Anreise aus Polen nicht rechtzeitig geschafft. Vor der WKG Pausa/Plauen, die den Hinrundenkampf mit 12:14 knapp verlor, haben die Thalheimer großen Respekt. "Dass wird unheimlich eng. Sie stehen jetzt in der Rückrunde noch stabiler", sagt Richter, der die beiden Polen Eryk Maj und Dawid Peplowski aus einem starken Kollektiv noch heraushebt. Die Besucher erwartet zudem ein Bruderduell, allerdings kein direktes. Der Thalheimer Lucas Kahnt ist im 75-Kilo-Limit zuhause, Maximilian Kahnt, vor der Saison ins Vogtland gewechselt, ringt eine Gewichtsklasse höher. Betont gelassen geben sich unterdessen die Gäste. "Unser Ziel, die Saison im vorderen Mittelfeld zu beenden, haben wir ja schon erreicht. Eine Medaille, die wir mit einem Sieg in Thalheim sicher hätten, wäre das i-Tüpfelchen", sagt Werner Schellenberg, einer der beiden Trainer. Unglücklich sei indes, dass die Duelle am letzten Kampftag nicht gleichzeitig angesetzt sind: Die Thalheimer und Pausaer Ringer müssen eine Stunde früher auf die Matte als die Frankfurter Athleten in Luckenwalde.

Die Lugauer Eichenkränze gehen ebenfalls mit Rückenwind in ihren letzten Saisonkampf. Nach dem 14:12-Heimsieg vor Wochenfrist gegen Leipzig haben sie die Chance, den letzten Tabellenplatz noch zu verlassen. "Wir haben es in der eigenen Hand", sagt Trainer Jan Peprny. Mit einem Heimsieg gegen Potsdam wäre die Aufgabe gelöst. Bezieht dann auch Berlin die erwartete Niederlage gegen Spitzenreiter Markneukirchen, würden die Lugauer sogar noch auf den drittletzten Platz vorrücken. Das wäre noch ein versöhnlicher Abschluss einer alles andere als glorreichen Saison, "die wir auf jeden Fall kritisch auswerten werden", so Peprny. Immerhin: "In der Rückrunde sahen wir besser aus". Die Voraussetzungen, dass die Lugauer die Rote Laterne noch loswerden, sind indes nicht die schlechtesten. "Es sind alle fit, wir sollten in Bestbesetzung antreten", sagt Peprny. Das einzige Fragezeichen stehe hinter Tim Hamann, der mit seiner Trainingsgruppe der Sportoberschule Leipzig noch in Kaliningrad im Trainingslager weil. "Wir hoffen, dass er rechtzeitig zurück ist". Was die Aufstellung betrifft, will sich der Coach jedoch nicht in die Karten schauen lassen. Als sicher gilt aber, dass Peprny nicht seinen 66-Kilo-Mann Frederik Esser, einen seiner Punktegaranten, ins Duell mit dem schier unbezwingbaren Moldawier Radu Cataraga schicken wird. "Er würde dort verheizt. Deshalb werden wir umbauen", so der Coach.

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