Hoffnung auf prominente Gegner platzt in zweiter Runde

Alle drei Fußball-Teams aus der Region haben sich gestern aus dem Landespokal verabschiedet. Eine realistische Chance aufs Weiterkommen hatte dabei nur der BSV Gelenau.

Marienberg.

Ab der dritten Runde sind im sächsischen Pokalwettbewerb auch Mannschaften aus der Regionalliga und der Dritten Liga gefordert. Die Chance auf ein Duell mit solch namhaften Gegnern haben sich die Fußballer aus Marienberg, Olbernhau und Gelenau in der gestrigen zweiten Runde verbaut.

FSV Motor Marienberg gegen FC 1910 Lößnitz 0:3 (0:3). Obwohl die Motor-Kicker mit dem Landesliga-Favoriten die schwerste Aufgabe zu meistern hatten, war der Glaube an eine Überraschung durchaus spürbar gewesen. Den ersten Dämpfer kassierten die Gastgeber jedoch schon in der zweiten Minute, als die Lößnitzer mit ihrem ersten Angriff sofort zuschlugen. "Wir hatten uns vorgenommen, die Null etwas länger zu halten", sagt Ronny Rother mit einem verbitterten Lächeln. Zur Anfangsphase meint der Motor-Trainer: "Wir hatten vielleicht doch etwas zu viel Respekt." Gerade als die Marienberger diesen abzulegen schienen und sogar zu ihrer ersten Torchance gekommen waren, fiel nach einem zu kurz geratenen Rückpass das 0:2. Für den Außenseiter war das der Genickbruch, zumal Lößnitz einen weiteren Ballverlust der Hausherren wenig später erneut bestrafte. "Die Gäste haben gezeigt, dass sie eine Etage höher spielen. In Sachen Umschaltspiel und Zielstrebigkeit konnten wir einiges lernen", gesteht Rother, der aber auch ein Lob für die eigene Mannschaft parat hatte: "Nach der Pause haben wir besser mitgehalten und unsere positive Einstellung nicht verloren." Sogar ein Tor war möglich, allerdings musste auch Motor-Keeper Grabowski mehrfach sein Können zeigen.

Marienberg: Grabowski; Bauer (56. Neubert), Lehmberg, Schröter, Richter, Werner, Hofmann (78. Reichel), Simon, Otto, Wagner (67. Meyer), Hamann; SR: Schiebe (Graupa); Z: 111; T: 0:1/0:2 Werneke (2./34.), 0:3 Graf (38.)

HFC Colditz gegen SV Olbernhau 3:0 (0:0). Auch in dieser Höhe war der Sieg des gastgebenden Landesklasse-Vertreters laut Steve Dieske verdient. Dass die Landesliga-Kicker des SVO-Trainers den Klassenunterschied nicht auf den Platz bringen konnten, lag vor allem an der personellen Situation. "Es war deutlich zu sehen, dass uns mehrere Stammkräfte fehlten", so Dieske. Nur elf Spieler aus dem Kader der ersten Mannschaft standen zur Verfügung, darunter auch einige angeschlagene. Dennoch hatte der Coach mehr Klasse und Leidenschaft erwartet, doch sein Team konnte sich in den ersten 45 Minuten keine klare Torchance erspielen. Bester Mann der Gäste war Torhüter Kaden. "Er hat verhindert, dass es nicht schon zur Pause 2:0 für den Gegner stand", so Dieske. In der 49. Minute war aber auch Kaden machtlos. "Danach hätten wir eigentlich das 1:1 machen müssen", sagt der SVO-Coach. Doch während Uhlir und Siegert aus Nahdistanz scheiterten, stellten die Gastgeber kurz darauf mit einem Strafstoß die Weichen endgültig auf Sieg.

Olbernhau: Kaden; Lippmann (77. P. Müller), Prasser, Patr. Spartmann, Miersch, Siegert, Sensfuß, Gottschalk, Fiebig, Novak, Uhlir; SR: Fiebig (Burgstädt); Z: 115; T: 1:0 Antony (49.), 2:0 Schwibs (69./FE), 3:0 Lindner (90.)

BSV Gelenau gegen SV Fortuna Trebendorf 4:7 (2:3). In Gelenau eröffnete und beschloss Dirk Viererbe den Torreigen, genutzt hat es nichts. Die Zuschauer bekamen zwar elf Tore zu sehen, sieben davon erzielten aber die Oberlausitzer aus Trebendorf, einer kleinen Gemeinde in der Muskauer Heide. Ihr Sieggarant war Jaroslaw Owsiany. Der 30-jährige Pole erzielte für die Elf aus der Landesklasse Ost vier Tore. "Aber das 1:1 fiel regelwidrig, zuvor war der Ball klar im Aus", so BSV-Vorstand Robby Schmidt: "Dies war der Beginn des Unheils. Bis dahin hätten wir deutlich höher als 1:0 führen müssen." Da dies nicht gelang und die Ostsachsen auch noch ein "Sonntagsrückziehersupertor" erzielten, sank die Moral der Hausherren. Daran änderten selbst die Anschlusstore für den BSV nichts. Dementsprechend bedient war der Gelenauer Trainer. "So blöd das klingt: Wir sind gegen einen schwachen Kontrahenten ausgeschieden. Aber wer quasi vier Eigentore schießt, verliert dennoch", sagt Thomas Kersten: "So ruiniert man sich die Aufbauarbeit selbst."

Gelenau: Martin; Messig, Apfelstädt (46. Hatit), Barth, Desczyk, P. Kolditz, Viererbe, Morgenstern (46. Loos), Singer, Blohm (74. Szauties), Kopitzke; SR: Leonhardt (Pillnitz); Z:25; T: 1:0 Viererbe (17.), 1:1 Owsiany (25.), 1:2 Schönlebe (27.), 1:3 Owsiany (30.), 2:3 Barth (34.), 2:4 Owsiany (50.), 3:4 Hatit (56.), 3:5 Owsiany (62.), 3:6/3:7 Kuznietsov (83./85.), 4:7 Viererbe (90.)

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