Hormissen stechen schnell zu

Gerade einmal eine Stunde haben die Sachsenklasse-Volleyballerinnen von Germania Hormersdorf benötigt, um gegen Schildau einen Sieg einzufahren. Ein großer Schritt zum Klassenerhalt.

Hormersdorf.

Als am Samstag so gegen 14 Uhr alles vorbei war, gab es kein Halten mehr. Geschafft, aber glücklich und voller Euphorie wirbelten die Volleyballerinnen des SV Germania Hormersdorf durch die Sporthalle, um anschließend Gewehr bei Fuß zum vereinsinternen Fotoshooting zu stehen. Immer wieder ertönte der Schlachtruf "Attacke", das Markenzeichen der Hormissen.

Der Jubel war gut nachzuvollziehen. Mit einer Leistung wie aus einem Guss hatten die Erzgebirgerinnen, die in der Sachsenklasse in dieser Saison nur mühsam aus den Startlöchern gekommen waren, dem TSV 1862 Schildau eine - man kann es nicht anders sagen - Abreibung verpasst. Vom ersten bis zum letzten Ballwechsel verging lediglich etwas mehr als eine Stunde, dann stand der 3:0-Sieg fest. Wohlgemerkt: ein Sieg des vorherigen Tabellensiebenten gegen den Dritten, bei dem die Erzgebirgerinnen im Hinspiel noch sang- und klanglos untergegangen waren. "Da hatten wir keine Chance, das war unsere schlechteste Saisonleistung", sagte Trainer Thomas Kroschk.

In Rückstand gerieten die Gastgeberinnen nur zu Beginn der ersten beiden Sätze. Momentaufnahmen. Denn schon da war spürbar, dass die Germania-Spielerinnen keineswegs gewillt waren, dem Favoriten aus Nordsachsen auch nur einen Zähler zu überlassen. Angetrieben von der unermüdlichen Kapitänin Tina Bieligk bogen sie in Durchgang 1 ein zwischenzeitliches 7:11 um und zogen dann bis zum Satzgewinn (25:17) davon. In Satz 2, denn die Hormersdorferinnen mit 25:14 für sich entschieden, erlahmte die Gegenwehr dann schon ein wenig, bevor der dritte Durchgang (25:18) schließlich zu einem Start-Ziel-Sieg wurde. Überragend bei den Gastgeberinnen präsentierte sich Libera Anja Kummer, der bei der Annahme so gut wie kein Ball versprang. Und mit Bieligk und Sarah Bergmann haben die Erzgebirgerinnen zwei Außenangreiferinnen in ihren Reihen, die einen Glanztag erwischten. Den Gästen flogen die Schmetterbälle nur so um die Ohren - teils mit einer solchen Härte genau auf den Körper, dass keine Zeit mehr zum Reagieren blieb. Bergmann, die vor zwei Jahren aus Gersdorf zu den Germanen stieß, war auch der Schlusspunkt vorbehalten. "Wir haben sehr gut zusammengespielt, auch wenn ich definitiv überrascht war, wie wenig bei Schildau ging", sagte die 17-Jährige, die einer Sonderlob vom Trainer erhielt. "Wenn Sarah und Tina bei uns ausfallen, dann haben wir definitiv ein Problem." Auch Mittelangreiferin Claudia Kolbe zeigte sich hochzufrieden. Zwar habe man viele Punkte durch Fehler des Gegners geholt und zum Teil auch etwas Netzglück gehabt. "Aber das ist halt manchmal so und war auch schon oft genug anders. Insgesamt war das eine gelungene Revanche für das Hinspiel." Der Gästetrainer lobte hinterher den Auftritt der Gastge-berinnen."Das war ein richtig guter Auftritt von Hormersdorf", sagte Torsten Hehde. Allerdings seien auch drei Spielerinnen seines Teams mit grippalen Infekten ausgefallen.

Mit dem Sieg gegen Schildau verbesserten sich die Hormersdorferinnen in der Tabelle von Platz 7 auf Platz 6 - und überholten damit den TSV Leipzig II, der am kommenden Wochenende ins Erzgebirge reist. Mit einem beziehungsweise zwei Spielen weniger auf dem Konto als Volkmarsdorf und Grimma, die die beiden Abstiegsplätze belegen, sieht es in Sachen Klassenerhalt jetzt ziemlich gut aus - zumal das Rückspiel gegen das punktlose Schlusslicht Grimma II noch aussteht. Drei der vier letzten Partien gehen zudem zuhause über die Bühne.


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