Im Keller der Kreisliga gelandet

Vor zwei Jahren verfolgte der FSV Pockau-Lengefeld noch hohe Ziele in der Erzgebirgsliga. Nun trägt das Team eine Etage tiefer die Rote Laterne.

Pockau-Lengefeld.

Mit dem 3:1-Sieg gegen den VfB Annaberg II schienen die Fußballer des FSV Pockau-Lengefeld vor gut zwei Wochen den Bock umgestoßen zu haben. Seither folgten jedoch zwei weitere Niederlagen - zuletzt das 1:2 im Derby gegen die SV Olbernhau, sodass die Mannschaft von Trainer Jaroslav Kubinek nun sogar die Rote Laterne vom Lokalrivalen übernommen hat. Drei Punkte aus sieben Partien stellen die schlechteste Bilanz in der Kreisliga Ost dar. Dabei spielte der FSV vor zwei Jahren noch eine Etage höher ordentlich mit.

"Wir hatten in der Erzgebirgsliga ein sehr gutes erstes Jahr und wurden Siebenter", erinnert sich Patrick Illgen, der mit seinen Toren maßgeblichen Anteil am damaligen Erfolg hatte. Auch in der folgenden Saison hielt sein Team im Kreisoberhaus gut mit, war aber trotz beachtlicher 31 Zähler am Ende einer von vier Absteigern. "Nur zwei Punkte haben zum Klassenerhalt gefehlt. Das war schon extrem bitter", sagt der 34-Jährige, der nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch im Vorstand als 2. Vorsitzender Verantwortung übernimmt. Umso mehr belastet ihn die jüngste Entwicklung, die den FSV bis ans Tabellenende der Kreisliga geführt hat.

"Gedanklich sind einige vielleicht noch in der Kreisoberliga", sucht Illgen nach Gründen für den Absturz. Nachdem die Vorsaison wegen Corona kurz ausfiel, sei seine Mannschaft auch jetzt noch nicht wirklich in der aktuellen Spielklasse angekommen. "In der Kreisliga wird einfacher Fußball gespielt, da reicht häufig auch ein konventioneller Ball", meint der Angriffsstratege. Sein Team strebe jedoch stets spielerische Lösungen an. Eine Philosophie, zu der auch Illgen selbst steht, die aber angesichts der Personallage nicht mehr so umsetzbar ist wie noch vor zwei Jahren.

Schmerzlich wird vor allem Kevin Matthes vermisst, der früher im Mittelfeld geschickt die Bälle verteilte, nun aber beim FSV Motor Marienberg an der Landesliga schnuppert. Auch Vivian Meyer, trotz jungen Alters eine Säule in der Abwehr, ist gewechselt (Deutschneudorf). Und Oldies wie Gert Schnädelbach haben die Töppen an den Nagel gehängt. "Dazu kommen noch einige Verletzungssorgen", sagt Illgen, der die häufig wechselnde Aufstellung als "Wundertüte" bezeichnet.

Mit dem aktuellen Personal könne der Weg zurück in die Erfolgsspur nur über den Kampf führen. Dies realisierte der FSV zuletzt gegen Olbernhau in der zweiten Hälfte zwar. "Da waren Wille und Leidenschaft erkennbar", sagt Illgen, verweist aber auf eine andere große Schwäche seines Teams: die Chancenverwertung. Sein verwandelter Foulelfmeter war letztlich zu wenig, um den 0:2-Rückstand noch zu drehen. Das Kreieren der Chancen lässt Illgen jedoch an eine besser Zukunft glauben - ebenso wie die Ergebnisse der Konkurrenz in der hinteren Tabellenhälfte. So nahmen sich Drebach/Falkenbach II und Wilden-stein am Sonntag mit ihrem 1:1 ebenso gegenseitig Punkte weg wie Zöblitz und Amtsberg.

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