Im Laborantendorf düsen die Oldtimer wieder steil bergan

Vor seiner 14. Auflage steht der Bockauer Bergpreis. Etwa 120 Starter üben sich in gleichmäßiger Fahrt und müssen einen Rundkurs meistern. Auch Annaberger sind dabei.

Annaberg-Buchholz.

Sogar aus den Niederlanden kündigt sich ein Teilnehmer an: Louis Nijhof startet am Sonnabend beim 14. Bockauer Bergpreis auf einer 125er-Rennmaschine des Typs Bultaco im Begleitprogramm. Das Lob für die weiteste Anreise ist ihm sicher. Das Oldtimer-Spektakel nutzen 120 weitere Piloten und Fahrer, um historische Zwei- und Vierräder zu präsentieren.

Die Bandbreite reicht vom Simson-Moped über Chevrolet bis zum 311er Wartburg. "Es ist erneut ein vielseitiges Feld von Motorrädern und Autos", so Klaus Müller von der Interessengemeinschaft, die den Bergpreis seit einigen Jahren ausrichtet und ihm wieder zu alter Stärke verhalf. "Inzwischen müssen wir darauf achten, dass es nicht zu viele Starter werden", sagt Müller, der die Organisation von Gerd Zeeh übernahm. "Er wollte sie abgeben und ich bin gerade in den Vorruhestand gegangen." Da bot sich der Wechsel an. "Ich klemme mich dahinter und habe von meinem Vorgänger ja auch viel gelernt." So sei er mit den Abläufen vertraut. 30 Helfer halten Müller zusätzlich den Rücken frei.

Das Programm am Sonnabend ist stattlich. 10 Uhr fällt am "Trompeterschlößchen" der Startschuss für den ersten Lauf der Gleichmäßigkeitsprüfung. Gen Jägerhaus düsen alle knapp drei Kilometer steil bergan. Oben angekommen, gehen die Teilnehmer zum gemütlichen Teil über und drehen eine etwa 45 Kilometer lange Runde über Sosa, Wolfsgrün, Neidhardtsthal und Neustädtel nach Bad Schlema. Im Startbereich dürfen Zuschauer gern bleiben. Denn bis das reguläre Teilnehmerfeld wieder dort eintrifft, sausen historische Rennmaschinen mit bis zu 600 Kubikzentimetern den Berg hinauf.

Die zweite Gleichmäßigkeitsprüfung beginnt 13.30 Uhr. Dabei gilt es, mit viel Gefühl den Anstieg möglichst genauso schnell wie beim ersten Mal zu meistern. "Das ist gar nicht so leicht, wie es sich anhört", versichert Müller. Die zweite Rundfahrt über Schwarzenberg und den Spiegelwald in Grünhain schließt sich direkt an. Über Bernsbach, Aue und Lauter geht es ins Laborantendorf Bockau zurück.

Im Fahrerlager an der Grundschule des Ortes folgt 16.30 Uhr die Siegerehrung in sieben Klassen. Dann hofft auch Reiner Pabsdorf, zu den Geehrten zu gehören. Der Annaberger schiebt eine Honda 125, Baujahr 87 an den Start. Sein Sohn versucht auf einer Suzuki 250 des Baujahrs 1976 so gleichmäßig es geht, den Berg zu erklimmen. Ob wie im vorigen Jahr Horst Böttger aus Annaberg auf DKW, Karl-Heinz Buschmann aus Sehma auf seinem Roller, Peter Grimm aus Thum auf Panther und Stefan Helbig aus Gelenau auf der Triumph dabei sind, war noch nicht zu erfahren.

Eins aber schon, nämlich dass es die Sonderklasse Wartburg gibt. Sie zeigt eindrucksvoll die Entwicklung dieses Modells - vom F9 über die 311er, 312er und 313er bis zum 353er und dem 1.1er mit Viertaktmotor. "Oldtimerfans kommen sicher auf ihre Kosten", glaubt Müller. (mit mas)

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