Immer weiter in die Bredouille

Die Tischtennisspieler des TSV Gornsdorf sind nach einer Heimpleite gegen Schott Jena II auf einem Abstiegsplatz angekommen. Beim 5:9 mussten sie allerdings ohne ihren besten Mann auskommen und wehrten sich tapfer.

Gornsdorf.

Die Hiobsbotschaft traf die Oberliga-Tischtennisspieler des TSV Elektronik Gornsdorf schon vorher. Am Donnerstagabend, nach dem Abschlusstraining. Das Telefon klingelte, es meldete sich Tomas Kabelka. Fieber. Bett. Einsatz am Samstag ausgeschlossen. Ausgerechnet Kabelka. Der Spitzenspieler der Erzgebirger, der mit seiner Hinrundenbilanz - 17 Siege aus 18 Einzeln - sogar ligaweit ganz vorn liegt. Die Gewinnchancen im Heimspiel gegen den SV Schott Jena II näherten sich damit bedrohlich dem Gefrierpunkt, doch anmerken ließen sich die Gastgeber das nicht.

Im Gegenteil. Im Volkshaus machte sich am Spieltag eine Jetzt-erst-recht-Stimmung breit. Der beschworene Teamgeist zeigte schnell Wirkung. Die Gornsdorfer legten los wie die berühmte Feuerwehr. Martin Merker, an die Nummer 1 gerückt, gewann mit Michal Jirasek das erste Doppel. Stefan Meiner und Alister Seltmann siegten im dritten - obwohl die beiden zuvor noch nie zusammengespielt hatten.

Mit der 2:1-Führung im Rücken spielten die Erzgebirger weiter gr0ß auf. Merker entschied das erste Einzel in drei umkämpften Sätzen gegen Marius Marth für sich, am anderen Tisch tat es Jirasek ihm nach. Das Duell zwischen dem Tschechen und dessen Kontrahenten Philipp Schädlich entwickelte sich zu einem sportlichen und emotionalen Höhepunkt, voller faszinierender Ballwechsel. Im fünften Durchgang setzten sich der Gornsdorfer schließlich mit 12:10 durch. Damit lagen die Gastgeber mit 4:1 in Front und hatten ihren - frei nach Goethe - "Verweile doch, du bist so schön"-Moment.

Denn danach ging es bergab. Die folgenden vier Partien verloren die Gornsdorfer alle, sodass der Tabellenvierte aus Thüringen doch noch mit einer 5:4-Führung in die Kabine ging. Am nächsten dran am Sieg aufseiten der Elektroniker war Chris Lasch, der sich aber letztlich im fünften Satz mit 12:14 geschlagen geben musste.

Nach der Pause versuchten die Gornsdorfer zwar, das Geschehen wieder in den Griff zu bekommen, es blieb allerdings beim Bemühen. Jubeln durfte lediglich Jirasek über seinen zweiten Einzelsieg. Holger Anhut und vor allem Alister Seltmann lieferten ihren Gegnern vor den etwa 50 stimmgewaltigen Besuchern im Volkshaus allerdings einen großen Kampf und zogen erst im fünften Satz den Kürzeren. Der Youngster hatte sich in seiner Partie eine Brustverletzung zugezogen und spielte unter Schmerzen weiter.

Ex-Nationalspieler Dieter Stöckel zeigte sich hinterher angetan, trotz des Ergebnisses von 5:9. "So ein aufregendes Spiel habe ich lange nicht gesehen. Es waren einige von uns dabei, die habe ich noch nie so stark gesehen wie heute. Schade, dass es am Ende nicht belohnt wurde". In der Tabelle rutschten die Gornsdorfer auf Platz 9, einen direkten Abstiegsplatz, ab. Als nächstes geht es zu Schlusslicht Burgstädt - da soll am 25. Januar, ohne Wenn und Aber, ein Erfolg her.

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