In der Abgeschiedenheit am Zug

Der Schach-Nachwuchs der Region quartiert sich in den Ferien zu seiner Bezirkseinzelmeisterschaft in der Jugendherberge Hormersdorf ein. Alle 110 Teilnehmer sollen dort in Ruhe zum Zug kommen.

Hormersdorf.

Nicht über sieben Brücken, aber über sieben Runden wird sie gehen, die Nachwuchs-Bezirkseinzelmeisterschaft im Schach des Spielbezirks Chemnitz. 110 Teilnehmer aus 20 Vereinen versammeln sich in der Jugendherberge Hormersdorf, um vom 8. bis zum 11. Februar ihre Besten in den Altersklassen U 10 bis U 20 zu ermitteln. Mit dabei die Denksportler des ESV Nickelhütte Aue, des TSV Elektronik Gornsdorf, des SV Lengefeld, der SG/CX Schwarzenberg-Raschau und andere. Ausrichter wird zum zehnten Mal in Folge der Schachclub 1865 Annaberg-Buchholz sein. Vereinsmitglied Ronald Wilhelm geht in sein zehntes Jahr als Turnierleiter und sagt erfreut: "Dieses Jahr wird es besonders in der U 12 ein rappelvolles Turnier." Ansonsten sei die Zahl der Kinder und Jugendlichen über die vergangenen zehn Jahre vergleichsweise stabil geblieben. "Es gibt immer mal Schübe. Es hat in der U 10 angefangen, nun sind von dort viele aufgerückt", so Wilhelm. In den oberen Altersklassen wird es dann etwas dünner, gerade was die Anzahl der weiblichen Teilnehmerinnen betreffe, aber das sei im Schach kein neues Phänomen.

Der Anfang der Winterferien als Austragungstermin und die Jugendherberge als Veranstaltungsort sind ganz bewusst gewählt. "Alle sind noch frisch und ein Wochenende würde gar nicht reichen, um fair einen Sieger zu küren", so Wilhelm. Zwei Runden pro Tag seien ausreichend, sonst qualme einem schnell der Kopf. "Jeder soll die Chance haben, in möglichst vielen Vergleichen seine Spielstärke unter Beweis zu stellen. Zudem muss es ausreichend Bedenkzeit geben - wir spielen hier schließlich kein Blitzschach", so der 63-Jährige. Sieben Runden würden gewährleisten, dass die Ergebnisse der Bezirksmeisterschaft am Ende auch repräsentativ sind und sich am Ende auch der Richtige die Krone des Schachkönigs oder der Schachkönigin aufsetzen könne.

Damit kein Akteur von äußeren Faktoren vorher "matt gesetzt" und abgelenkt wird, habe sich die ruhig gelegene Jugendherberge bewährt. Wilhelm: "Es gibt wenig Trubel, dafür viel Natur. Im Wald kann man durchatmen, und natürlich verbringen die Kinder und Jugendlichen auch abseits des Schachfeldes viel Zeit miteinander. Dabei sollen sie Spaß haben." 2019 lag in den Winterferien auch jede Menge Schnee. "Das hat den Kindern natürlich besonders gefallen." Dieses Jahr sieht es ja nun auch so aus, als ob das Turnier mit "Weiß von oben" beginnt.

Vom Rahmenvertrag, der mit den Betreibern der Jugendherberge existiert, profitieren laut Turnierleiter beide Seiten: "Die Zusammenarbeit passt. Außerdem gibt es in Hormersdorf nicht nur ausreichend Betten, um die Sportler unterzubringen, sondern auch genügend Platz, um die Wettkämpfe an mehreren Tischen austragen zu können."

Um ihren Mitgliedern die Titelkämpfe zu ermöglichen, übernehmen viele Vereine ganz oder teilweise die Teilnehmer- und Übernachtungsgebühren von bis zu 110 Euro. 50 Trainer und Betreuer werden vor Ort sein. "Es ist eher die Ausnahme, dass ein Schachspieler die Gebühr komplett selbst zahlen muss. Schließlich möchten die Schachclubs ja auch, dass der Nachwuchs antritt und Erfahrung sammelt. Das kostet dann halt was", so Wilhelm. Der freute sich auch, dass sich Vereine angemeldet haben, die er sonst nicht bei diesem Titelkämpfen auf dem Schirm hat: "Von Eppendorf, über Siebenlehn bis Plauen sind alle mit dabei. Der Gastgeber selbst wird mit zehn Teilnehmern antreten. Laut Vereinschef Volker Berndt haben vor allem die Mädchen gute Medaillenchancen. Bei den Jüngsten in der U 10 vertreten Georg Säuberlich und Martin König als Erster und Zweiter der Erzgebirgsmeisterschaft als einzige den Erzgebirgskreis. "Es ist ihre erste Teilnahme und für beide gilt es, Erfahrungen gegen die Starter aus den Talentestützpunkten zu sammeln", so Berndt.

Für Lengefeld stehen drei Namen auf der Teilnehmerliste: Lennie Hübler (U 12), Sebastian Eccarius (U 14) und Tom Grüner (U 18) gehen für den SV ins Rennen. Am zahlreichsten ist König Plauen beim Turnier vertreten - mit 25 Denksportlern. Knapp dahinter die USG Chemnitz mit 21 Anmeldungen.


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.