In der nationalen Spitze angekommen

Ein Zufall führte Lynn Fischer einst zum alpinen Rennsport. Inzwischen ist die Zschopauerin so versiert, dass sie von der Deutschen Schüler-Meisterschaft eine Trophäe mit nach Hause brachte.

Zschopau.

Fast genau zehn Jahre ist es her, da unternahm André Fischer mit seiner Tochter einen spontanen Ausflug auf den Augustusburger Skihang. "Da bekamen wir mit, dass da gerade der Nachtslalom ausgetragen wird - und Lynn wollte unbedingt mitfahren", berichtet der Zschopauer. Seine damals dreijährige Tochter landete zwar abgeschlagen am Ende des Feldes, durfte sich aber hinterher trotzdem über eine Auszeichnung freuen. Als jüngste Teilnehmerin erhielt sie einen Plüschhund. Bis heute erweist sich "Sorry" - so taufte das Mädchen ihren neuen Freund - als Glücksbringer. Auch in Garmisch-Partenkirchen durfte er nun nicht fehlen.

Dort, wo sonst die besten Skifahrer vieler Länder zum Slalom-Weltcup antreten, durfte sich Lynn Fischer beweisen. Im DSV-Schülercup hatte sie so viele Punkte gesammelt, dass sie zur Deutschen Schüler-Meisterschaft auf dem Gudiberg durfte. Gereicht hätte auch schon ihr dritter Platz beim Riesenslalom in Fügen, denn ein Podestplatz in der nationalen Rennserie war gleichbedeutend mit dem DM-Ticket. "Das war bis dahin ihr größter Erfolg", berichtet André Fischer. Übertroffen wurde dieses Erlebnis der 13-Jährigen aber nun von den Titelkämpfen in Garmisch, auch wenn dort stärkere Konkurrenz wartete.

Diesmal gingen die zehn besten U-14-Mädels Deutschlands gemeinsam mit 35 Starterinnen der U 16 auf die Piste. Angesichts dieser Tatsache war Rang 18 ein gutes Ergebnis. Aufs Siegerpodest wurde Lynn Fischer dennoch gebeten, da es für die besten Vertreterinnen des jüngeren Altersbereichs eine Sonderehrung gab. Als zweitschnellste U-14-Starterin erhielt die Zschopauerin dabei eine Trophäe. Dies sollte der einzige Höhepunkt für die Achtklässlerin der Oberwiesenthaler Sportschule bleiben. Beim Super-G auf der berühmten Kandahar-Abfahrt war sie tags darauf altersbedingt noch zum Zuschauen verdammt. Im Teamwettbewerb setzte es mit zugelosten Kollegen ein frühzeitiges Aus. Und der für den dritten Tag geplante Riesenslalom wurde kurzfristig abgesagt. "Die Mädels standen alle schon oben am Start, aber dann waren den Verantwortlichen die Bedingungen doch zu unsicher. Weil die Strecke oben gefroren und unten drunter weich war, hätte sie brechen können", berichtet André Fischer.

Die Entscheidung der Jury war zwar nachvollziehbar, aber bitter für Lynn Fischer. Schließlich hatte sie zuletzt im Riesenslalom ihre besten Ergebnisse erzielt. Eine Chance bietet sich der jungen Zschopauerin diesen Winter aber noch, ihr Können zu zeigen. Zusammen mit Hilde Gärtner aus Drebach und den anderen drei Sportlern aus der Trainingsgruppe von Dimitri Binz fährt sie im April zur Alpinen Skiwoche im österreichischen Hochkrimml. Und natürlich ist auch "Sorry" dabei.

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