Johanngeorgenstädter sehen sich in ihrer Entscheidung bestätigt

66 Aktive sind am Sonntag zum 45. Grenzlauf an den Start gegangen. Für die meisten ist der Wettstreit gerade durch seine Mischung aus klassischer und freier Technik etwas Besonderes.

Johanngeorgenstadt.

Professionell - so hat sich am Sonntag der Wechselgarten beim 45. Grenzlauf präsentiert. Angelegt von Kampfrichtern des WSV Johanngeorgenstadt, boten zehn Boxen den Teilnehmern Orientierung. Denn die Wintersportler wollen möglichst wenig Zeit in der Wechselzone verlieren, auch wenn gerade der Umstieg von der klassischen auf die freie Technik und der damit verbundene Tausch der Skier den besonderen Reiz des "neuen" Grenzlaufs ausmachen, wie es ihn seit nunmehr drei Jahren gibt.

Dass nur 66 Aktive die verschiedenen Distanzen in Angriff genommen haben, störte die Verantwortlichen in der Bergstadt kaum. Die Tendenz sei steigend. "Der frühere rein klassische Lauf, der an der Grundschule gestartet wurde und bis zum Wald führte, hat nicht mehr funk-tioniert", berichtete Rennleiter Jens Dittrich. Es seien immer weniger Leute gekommen. Daher habe sich der Verein für den Skiathlon entschieden und sich so ein Allein- stellungsmerkmal geschaffen. Die meisten Teilnehmer wissen das zu schätzen. "Skiathlon mache ich selten, weil es ihn als Volkslauf eigentlich nicht gibt", sagte Michel Schreier aus Schneeberg. In Johanngeorgenstadt sei er mit dabei gewesen, um sich auf bevorstehende Skimarathons vorzubereiten. "Das ist ein ganz gutes Training durch die verschiedenen Techniken und die unterschiedliche Belastung", erklärte der 21-Jährige vom SV Stützengrün der über 20 Kilometer allen davonlief.

Rennleiter Dittrich ist sicher, dass 90 Prozent der Sportler die Wechselmöglichkeit nutzen. "Nur die Starter über 70 tun sich das oft nicht mehr an. Aber die wollen wir natürlich ebenfalls nicht verlieren", betonte der Rennleiter. Da die Regeln zulassen, dass die Distanz auch komplett klassisch zurückgelegt wird, sei der Grenzlauf doch für jeden Skilangläufer etwas. "Die meisten Jüngeren bevorzugen inzwischen einfach das Skaten. Ihnen kommen wir mit dieser Variante sehr entgegen", sagte Dittrich. Joseph Breuer, der nach wie vor für den WSV Johanngeorgenstadt antritt, kann dies nur bestätigen. "Die freie Technik liegt mir deutlich besser. Klassisch ist nicht so meine Disziplin." Seit er in Dresden Maschinenbau studiert, komme er allerdings kaum noch zum Trainieren. Breuer schätzt den Grenzlauf als Skiathlon. "Das ist eine Art von Wettkampf, die es nicht so oft gibt. Der Wechsel ist eine sehr interessante Variante." Ronny Zehrmann von der Bergwacht Johanngeorgenstadt sieht das ähnlich. "Eine schöne Abwechslung. Ich kenne das aber nur von hier." Dem Wintersport im Allgemeinen sei er schon lange verbunden. Der Wechselgarten erhält auch von Breuer das Prädikat "professionell". "Das war wirklich perfekt, besser geht es kaum."

Über so viel Lob freuen sich die Kampfrichter des WSV natürlich. Denn sie sind derzeit voll gefordert. "Das nächste Wochenende ist unser einziges freies", sagte Dittrich. Das aber relativierte er gleich, fahren doch neun Vereinsmitglieder nach Oberhof, um in Thüringen bei Wettbewerben innerhalb der Deutschlandpokalserie zu helfen. In Johanngeorgenstadt selbst geht es dann am 2. Februar mit der Stadtmeisterschaft im Skilanglauf weiter.

Alle Ergebnisse des Grenzlaufs sind im Internet zu finden. www.wsv08johanngeorgenstadt.de

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...