Junge Skispringerinnen genießen besondere Atmosphäre in Pöhla

Rund 500 Zuschauer haben am Mittwochabend eine Österreicherin auf der Pöhlbachschanze zum 1. Platz fliegen sehen. Gestern reichte dazu einer Deutschen ein Durchgang.

Lisa Hirner aus Österreich erhielt am Mittwoch gleich nach dem Sprung zum Sieg die Glückwünsche ihrer Großeltern Hannelore und Adolf Brunnsteiner.
Die Athletinnen - hier Sophia Maurus vom TSV Buchenberg - sind stets aufs Neue froh, dass so viele Zuschauer nach Pöhla kommen.

Von Katja Lippmann Wagner

Während nicht weit weg Unwetter gewütet haben, lachte in Pöhla am Mittwochabend für knapp 50 junge Skispringerinnen aus sieben Nationen und rund 500 Zuschauer die Sonne. Lisa Hirner lachte sogar mit der Sonne um die Wette.

Die Österreicherin durfte sich vorgestern schon vorm ersten Wettstreit der Serie um den Ladies-Alpencup auf der Pöhlbachschanze das gelbe Leibchen überstreifen, da sie als Gesamtführende ins Erzgebirge gekommen war. Und die 14-Jäh-rige war wild entschlossen, dieses Leibchen zu verteidigen. Sprünge auf 64,5 und 62 Meter brachten ihr 233,1 Punkte ein. Damit sicherte sie sich vor der Deutschen Alina Ihle vom SV Biberau (60,5 m/59 m - 220,8 Zähler) und der Österreicherin Vanessa Moharitsch vom SC Höhenhart (60,5/59 - 219,8) den Tagessieg. "Sie ist sehr ehrgeizig", sagte Lisas Oma Hannelore Brunnsteiner und fügte an: "Heuer begleiten wir Lisa mit dem Reisemobil überall hin. Im vergangenen Jahr waren wir nur sporadisch dabei."

Und so führte die jungen Athletin, als sie den zweiten Wertungssprung in Pöhla souverän zu Tal gebracht hatte, ihr erster Gang zu ihren Großeltern, um die Glückwünsche von Oma Hannelore und Opa Adolf entgegenzunehmen. Die 70-Jährigen hatten schon die beiden Auftaktspringen der Alpencupserie in Klingenthal verfolgt. "Da ist die Schanze zwar größer und beeindruckender. Doch das Ambiente in Pöhla ist viel schöner." So viele Leute bei einem Nachwuchsskispringen hatten die Brunnsteiners noch nicht erlebt. "Das ist auch für die Mädchen sehr schön", finden die Österreicher.

Das weiß Alpencup-Koordinator Jürgen Winkler: "Pöhla ist bei dieser Sommertour immer der Höhepunkt. Nicht nur, weil so viele Menschen zum ersten Springen kommen, sondern auch, weil der Verein das Ganze mit Herzblut macht." Die Euphorie sei im Erzgebirge historisch gewachsen. Sie habe etwas mit Skisprunglegende Jens Weißflog zu tun und damit, dass Pöhla das Frauenskispringen quasi mit aus der Taufe gehoben hat.

Dass gestern beim zweiten Wettbewerb der zweite Durchgang wegen zu starken Winds abgebrochen werden musste und so nur der erste Sprung zählte, nahm Winkler gelassen. Auch Organisationsleiter Klaus Hartmann vom SV Fortuna Pöhla sah darin kein Problem. "Für den Wind kann doch keiner etwas." Alina Ihle aus Thüringen, die gemeinsam mit Jerneja Repinc Zupancic aus Slowenien siegte, war über die Entscheidung der Jury sogar froh: "Ich bin im ersten Durchgang 68 Meter gesprungen, musste aufgrund des Winds den Sprung abbrechen - da hat es schon etwas im Knie geknackst." Daher sei es sehr vernünftig gewesen, kein Risiko einzugehen. Platz 3 ging gestern an Josephine Pagnier aus Frankreich.

Emely Franke vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal ist eigentlich in der Nordischen Kombination zu Hause, startete in Pöhla aber im Spezialspringen. "Wir sind im Training häufiger hier. Aber ich gebe zu, dass Pöhla nicht meine Lieblingsschanze ist." Sie passe einfach nicht zu ihrem Sprungstil. "Ich komme nicht richtig ins Fliegen", so die 15-Jährige aus Oberwiesenthal. Trotzdem schätzt sie den Tourneestandort Pöhla. "Die Stimmung ist super. Solche Wettkämpfe haben wir nur ganz selten."

Für die Nachwuchsskispringerinnen geht es jetzt weiter nach Bischofsgrün.

0Kommentare Kommentar schreiben