Junger Kicker aus Lauter kämpft in Leipzig für seinen Traum

Marcel Hoppe schnürt die Töppen schon von Kindesbeinen an. Vom Heimatverein SV Viktoria wechselte er erst zum FC Erzgebirge Aue und dann 2016 zu RB. Beim Bundesligisten hat er Fortschritte gemacht, wird aber auch hart gefordert.

Lauter/Leipzig.

Im Prinzip hat Marcel Hoppe nur montags frei. Ansonsten ist der 18-Jährige im Kraftraum, in der Schule oder, und das wohl am häufigsten, auf der Jagd nach dem runden Leder - im Training oder im Punktspiel. Fußball ist die Leidenschaft des jungen Mannes aus Lauter. Der Erzgebirger kickt in der U-19-Elf von RB Leipzig.

Von der U 17 stieg er 2018 in die U 19 auf, hatte in dieser Saison in der A-Junioren-Bundesliga bisher vier Einsätze mit insgesamt 208 Spiel-minuten. Sein Sohn muss kämpfen, weiß Vater Mario Hoppe. "Die Konkurrenz ist hart." Und es gab einen Trainerwechsel. Nicht mehr Sebas-tian Hoeneß, der Marcel einst entdeckte, ist Coach des Teams, sondern Alexander Blessin. "Er kam mit einer kompletten U 17 nach oben", sagt Mario Hoppe. Daher müsse auch Marcel besonders fleißig und diszipliniert trainieren, um Spieleinsätze zu bekommen. Nicht zuletzt, da auf die Position als linker Verteidiger zwei, drei Anwärter lauern. "Da gilt es, immer dranzubleiben und hart zu kämpfen."

Das weiß Marcel. Er bereut seine Entscheidung nicht, nach Leipzig zu gehen. Schon als Kind bolzte er mit dem Papa. "Vieles habe ich meinem ersten Trainer zu verdanken." Das war Uwe Fritzsch vom Lauterer SV Viktoria. "Er hat mich die Grund- tugenden des Fußballs gelehrt." Das erste Spiel folgte 2006. Bis 2009 blieb Marcel bei seinem Heimatverein, wechselte dann zum FC Erzgebirge Aue. Sieben Jahre lang gehörte er zum lila-weißen Nachwuchs. 2016 folgte das Turnier um den Länder-pokal, in dem er mit der Sachsen-Auswahl siegte und von RB entdeckt wurde. Nach einer Woche Bedenkzeit stand der Wechsel zu den Roten Bullen fest. "Es ging sehr schnell und war überraschend für alle", erinnert sich der junge Mann. "Das Angebot von einem Spitzenclub war etwas völlig Neues für mich." Ein bisschen Wehmut schwang aber mit, sagt er. "Ich wechselte mit einem weinenden und einem lachenden Auge." So eine Chance muss man nutzen, ist Vater Mario Hoppe nach wie vor überzeugt. Zumal rasch Fortschritte spürbar waren. Seit Sommer 2016 spielt Marcel gemeinsam mit einem weiteren Erzgebirger in der U 19 von RB. Den auch Oliver Bias - Jahrgang 2001 und aus Johanngeorgenstadt stammend - versucht als Rechts- außen sein Glück beim Bundesligisten aus Leipzig.

Es ist ein langer Weg, sagt Marcel. "Wenn man mit dem Sport aufwächst und sehr viel investiert, ist es irgendwann mehr als ein Hobby." Noch ein halbes Jahr in der Jugend liege vor ihm. "Aber auch danach bleibt es schwer. Denn du musst nicht nur kicken können wie ein Profi, sondern dich zudem so verhalten", sagt der 18-Jährige. Gute Vorbereitung, bewusstes Training, perfekte Fitness - all das seien Faktoren, von denen der Profitraum abhängt. Plus Technik und Athletik.

Dafür gibt der Erzgebirger al- les, der im Durchschnitt alle drei Wochen zu Hause ist und dann am liebsten mit seinem kleinen Bruder Jannik auf den Bolzplatz geht. Er sei froh und stolz, dass ihn seine Eltern voll unterstützen. Sportlich habe er RB eine Menge zu verdanken. "Die Trainingsmöglichkeiten in Leipzig sind modern und gut abgestimmt." Doch am Ende liege es vor allem auch an ihm selbst. "Denn der große Kader unseres Teams fördert den Konkurrenzkampf und den Ehrgeiz. Das tut uns Spielern gut." Dass es sich um einen Profi-Club handelt, spüre man in allen Bereichen - vom Coach über die Physiotherapeuten bis hin zu den Betreuern. "Jeder ist bestens ausgebildet und weiß, was er macht."

Ziele? Die setzt sich Marcel Hoppe nicht zu weit in der Ferne. "Ich will mich stetig weiterentwickeln. Darauf konzentriere ich mich." Sein großes Vorbild sei Marcelo von Real Madrid. "Er hat einfach diese Gelassenheit und das gewisse Geschick am Ball, das viele Verteidiger in der Welt eben nicht haben."

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