Junioren bringen den Spaß zurück

Jahrelang hatte der VfB Zöblitz in der Fußball-Kreisliga mit Personalnot und Abstiegssorgen zu kämpfen. Dank der erfolgreichen Nachwuchsarbeit ist nun frischer Schwung im Verein zu spüren.

Im vergangenen Jahr gewannen die A-Junioren des VfB Zöblitz den Erzgebirgspokal und wurden Vize-Kreismeister. Nun will Trainer Tino Friedrich (rechts) sechs von ihnen in die Männermannschaft integrieren.

Von Andreas Bauer

Mit 16 Pokalspielen wird am Sonntag die neue Fußball-Saison in der Region eröffnet. Viel ist vor allem im Kreisklassenpokal los. Zu den fünf Lokalvertretern, die ab 15 Uhr im Erzgebirgspokal gefordert sind, gehört auch der VfB Zöblitz. Dessen Heimspiel gegen den SC Teutonia Bockau solle eine neue Ära für den Kreisligisten einläuten, denn erstmals seit langem ist die Herren-Mannschaft wieder breit aufgestellt. "Insgesamt gehören 22 Spieler zum Kader. Es ist ein guter Mix aus Jung und Alt", sagt mit Tino Friedrich einer, der es wissen muss. Schließlich hat der neue VfB-Trainer sechs Spieler aus der A-Jugend mitgebracht, die er im vergangenen Jahr beinahe zum Double geführt hätte.

"Das war eine bärenstarke Saison", blickt Friedrich kurz zurück auf 2017/18. Nach dem Gewinn des Erzgebirgspokals schafften es seine A-Junioren als Staffelsieger der Kreisliga Ost auch ins Endspiel um die Meisterschaft. "Dort war dann der Gegner aus Schwarzenberg einfach zu clever", gesteht der 42-Jährige, der diese Niederlage aber nur als kleinen Dämpfer sieht. Überstrahlt wird dieser von der positiven Entwicklung, die die Zöblitzer Talente genommen haben.

"Nichts ist so wichtig für einen Verein wie die Nachwuchsarbeit", sagt Friedrich. Er erklärt damit gleichzeitig, warum er vor acht Jahren nach dem Ende der eigenen Laufbahn beim VfB seine Arbeit als D-Jugend-Trainer aufnahm. Zusammen mit Andreas Börner, der schon kurz zuvor eingestiegen war, formte er eine schlagkräftige Mannschaft. Den erfolgreichen Weg der jungen Spieler hat der Coach seither begleitet - und er sieht sich noch längst nicht am Ende angekommen.

"Ich kann die Jungs doch jetzt nicht allein lassen", erklärt Friedrich schmunzelnd, weshalb er mit Beginn der neuen Saison auf der Trainerbank der Herren-Mannschaft sitzt. Nötig war dieser Schritt auch deshalb, weil Jaroslav Kubinek - mittlerweile ist er Coach des Erzgebirgsligisten FSV Pockau-Lengefeld - dieses Amt gegen Ende der vergangenen Saison niederlegte. Schon da half Friedrich für vier Partien aus, wobei er Verständnis für den Rücktritt seines Vorgängers hatte. "Wenn man gerade mal die Startelf voll bekommt, dann fehlt der Konkurrenzkampf", beschreibt der 42-Jährige die schwierige Situation der vergangenen Jahre. Dies wirke sich zwangsläufig negativ aufs Training aus, wo sich Teilnehmerzahl und Engagement in Grenzen hielten, "weil jeder seinen Platz sicher hat". Dies habe sich durch die Verstärkung aus der eigenen A-Jugend geändert. "Im Training ist endlich wieder der Spaß spürbar, den wir brauchen", sagt Friedrich. Sogar einige Oldies, die eigentlich ihr Laufbahnende geplant hatten, wollen angesichts des Aufschwungs noch ein Jahr ranhängen.

"Der Charakter der Mannschaft ist jetzt ein ganz anderer - und die Mischung passt", findet der Trainer. Neben den Routiniers wollen sich die Junioren beweisen. Mit Felix Goß habe ein Angreifer bereits in der vorigen Saison Wettkampfluft bei den Männern geschnuppert. Fünf weiteren Talenten traut er den Sprung in die Stammelf zu, wobei dafür ein gewisser Zeitraum notwendig sei: "Technisch und läuferisch sind einige schon top. Aber körperlich müssen sie sich erst noch an den Männerbereich gewöhnen und Erfahrungen sammeln."

Indem Tino Friedrich das Tabellenmittelfeld der Kreisliga Ost als Ziel ausgibt, will er nach jahrelangem Abstiegskampf keineswegs Druck aufbauen. Das Gegenteil ist der Fall. Der Coach hofft, dass vor allem die jungen Spieler ohne die Angst im Tabellenkeller reifen können. Vielleicht bringt die Talentschmiede des VfB dann ja wieder Akteure wie Mirko Bilz oder Manuel Knabner hervor, die jahrelang auf Bezirksebene für Furore sorgten.

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