Kein Festival der Liebe

Die Zwönitzer Handballer hatten in der Sachsenliga mit 28:32 das Nachsehen. Es hagelte Strafzeiten und Kritik vom Vereinschef.

Zwönitz.

Spannend war die Sachsenligapartie am Samstag in der Zwönitzer Sporthalle für alle Beteiligten - das Endergebnis war allerdings nur für die Gäste erfreulich. Die HSV-Herren unterlagen Koweg Görlitz mit 28:32. Vor allem die Schiedsrichter machten sich in den Augen der Gastgeber sehr unbeliebt. So war es kein Festival der Liebe sondern eines der Zeitstrafen: "Nicht die Teams haben das Spiel entschieden. Mit drei umstrittenen Zeitstrafen gegen uns, binnen 45 Sekunden, dürfen wir uns wohl bei einem völlig überforderten Schiedsrichter für den Ausgang der Partie bedanken", sagte Vereinschef Ralf Beckmann verärgert.

Bis dahin sei es ein richtiges Spitzenspiel gewesen, bei dem in einem gut gefüllten Haus bis weit in die Schlussphase nicht klar war, wer nach einer engen zweiten Hälfte als Sieger vom Parkett gehen würde. Die Erzgebirger boten dem Tabellenzweiten ordentlich Paroli und führten in der 51. Minute mit 26:25. Dann wurde mit Zeitstrafen nur so um sich gehauen. Die Görlitzer ließen sich in dieser Überzahlsituation nicht zweimal bitten und netzten zum entscheidenden 27:30 (58.) ein. Ralf Beckmann: "Generell musste der geneigte Betrachter des Spiels feststellen, dass über 60 Minuten lang eher die beiden Herren in Rot im Mittelpunkt des Interesses standen. Bekanntlich ist dies kein gutes Zeichen für eine Leistung der Unparteiischen, die ein Spiel eher souverän und unauffällig leiten sollen." Von diesen beiden Eigenschaften sei jedoch nichts zu sehen gewesen. Das noch recht junge Schiedsrichter-Team war dem gutklassigen Duell zweier gleichwertiger Mannschaften nicht ansatzweise gewachsen, fand der Vereinschef.

Ein Lob an die eigene Truppe gab dafür HSV-Trainer Frank Riedel ab: "Ein großes Kompliment an meine Mannschaft, die heute spielerisch und kämpferisch wohl die beste Saisonleistung gezeigt hat. Ein Punkt wäre sicher verdient und unter normalen Umständen auch möglich gewesen." Auch er kritisierte das Zeitstrafenverhältnis von 11:4 zu Ungunsten seiner Mannschaft.

In dieser fehlten Radoslav Miler und Clemens Fritsch. Tommy Löbner ging angeschlagen in die Partie. Görlitz nutzte dies aus, ging in Führung und baute diese bis zur 21. Minute auf 14:9 aus. "In dieser Phase war die Stimmung in der Sporthalle allerdings schon reichlich angeheizt, denn die beiden Protagonisten in Rot hatten da mit spektakulären Entscheidungen bereits für Furore gesorgt", sagte Beckmann. Ab der 20. Minute kam die Heim-Sieben allmählich in Fahrt. Mit 16:18 ging es in die Halbzeitpause.

Kurz nach Wiederanpfiff gelang der Ausgleich, und in der 35. Minute schaffte Toni Müller mit einem schnellen Konter das 20:19 für den HSV. In der Folge entwickelte sich bis in die Schlussphase eine sehenswerte Partie mit wiederholten Führungswechseln. "Leider blieben strafzeitverdächtige Abwehraktionen der Gäste ungeahndet und bei uns lichteten sich die Reihen", so Beckmann. (mit bral)

StatistikZwönitz: Kerner, Treuter; Brecko (10/4), Anger (1), Langer (4), Becher (1), Müller (1), Schlömer (3), Treitschke, Küntzel, Lieberei (3), Löbner (5); 2min: Zwönitz: 11 Görlitz: 4; 7m: Zwönitz: 7/4 Görlitz: 6/4


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