Keine Angst vorm Liga-Primus

Die Handballer des EHV Aue freuen sich an diesem Freitag auf das Heimspiel gegen Essen. Ins Duell mit dem Tabellenführer gehen sie als derzeit Zehnte vergleichsweise befreit.

Lößnitz.

13:13 Punkte nach inzwischen 13 Spielen bedeuten aktuell Tabellenplatz 10 für die Zweitliga-Handballer des EHV Aue. "Hätte uns das vor Saisonbeginn jemand gesagt, hätten wir es sofort unterschrieben", so Kevin Roch. Der 30-Jährige gehört zum Kapitäns-Dreigestirn in den Reihen der Erzgebirger, die an diesem Freitag ab 19 Uhr mit Tusem Essen den Tabellenführer empfangen. "Wir fiebern alle diesem Spiel entgegen", so Roch zum Duell gegen den Liga-Primus, der mit 20:6 Zählern die punktgleichen Coburger sowie Hamm-Westfalen (18:6) im Nacken sitzen hat.

Ein Fehltritt in der Lößnitzer Erzgebirgshalle, die mit Sicherheit wieder zur "Erzgebirgshölle" avanciert, würde der Gäste-Sieben um Trainer Jaron Siewert also richtig weh tun. Mehr noch: Nach der ersten Heimniederlage gegen TuS N-Lübbecke vorige Woche fordert Essens Coach von seinem Team "schon im nächsten Spiel eine Reaktion, um zu zeigen, dass wir es viel besser können und wieder zu alter Stärke finden". Gelingt das gegen Aue? Nicht unbedingt, sagt Roch. Denn aus Sicht der Gastgeber berge die Partie durchaus Vorteile. "Rein vom Gefühl her wäre für uns eine Niederlage gegen den Spitzenreiter nicht so dramatisch." Aber nur gefühlt, wie der frisch gebackene Papa eines kleinen Sohns betont. Das Ziel ist ein anderes. "Wobei wir mental relativ befreit ins Spiel gehen können. Das wiederum kann uns zugute kommen", so der Linksaußen. Die Großen zumindest ein bisschen "ärgern" - teils ist das dem EHV gut gelungen, etwa beim 33:25 gegen Coburg zum Saisonbeginn, mit dem 28:26 gegen den jetzigen Vierten aus Eisenach oder dem 24:23 gegen den Fünften aus Hamburg. Ein bisschen mehr hätte sich nicht nur Roch zuletzt bei Lübeck-Schwartau gewünscht. Schon der eine Zähler sei viel wert. Doch das 23:23 war ausbaufähig, so der Sozialpädagoge. "Nach einem total guten Start ließen wir extrem nach, was uns letztlich wohl den Sieg kostete", so Roch. Zwar gelang die Aufholjagd bis zum Ausgleich. "Aber in dieser brutalen Liga zählt jeder Punkt." Die Lage könne bereits nach wenigen Partien wieder nicht so rosig aussehen. "Was wir haben, nimmt uns keiner mehr." Aber darauf ausruhen dürfe man sich nicht.

Deshalb gelte auch gegen den Spitzenreiter volle Konzentration. "Der Respekt ist groß, aber kuschen brauchen wir auch nicht." Dabei machen es die Auer gern spannend. Allein schon dreimal landeten sie in dieser Saison knappe Siege mit je nur einem Tor mehr. "Das zeugt von Nervenstärke", so Roch scherzhaft, fügt aber ernst hinzu: "Wir haben Schwächen, die wir abstellen müssen. Derzeit vor allem im Angriff, denke ich." Die Defensive mit Eric Töpfer und Vilius Rasimas habe sich gefunden. "Die beiden Torhüter ergänzen sich inzwischen super, das gibt der ganzen Mannschaft Sicherheit." Zu den Erfolgen trage das gute Mannschaftsklima bei. "Wir verstehen uns prima und können uns ehrlich die Meinung sagen, wenn Fehler passieren. Das ist der Schlüssel, um es besser zu machen", sagt Roch, der zwischen Familie, Teilzeitjob im Helios-Klinikum und Handball pendelt. Das sei anstrengend, mache aber auch Freude. "Insbesondere wenn wir erfolgreich sind." Und wer weiß: Vielleicht gelingt am Freitag ja wirklich eine Überraschung gegen den Handball-Dino aus Essen.

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