"Können jeden Gegner schlagen"

Fußball: Für Tanne Thalheim geht es auch 2018/19 um den Erhalt der Landesklasse - Hoffnung auf mehr Besucher

Thalheim.

Mit dem Test gegen Klaffenbach startet der SV Tanne Thalheim morgen in die Vorbereitung auf die neue Saison. Jürgen Werner hat mit Fußball-Abteilungsleiter Thomas Drechsel über die aktuelle Lage, personelle Veränderungen und anstehende bauliche Maßnahmen gesprochen.

Freie Presse: Erst am letzten Spieltag hat Tanne Thalheim mit einem 6:1-Heimsieg gegen Stollberg den Klassenerhalt in der Landesklasse perfekt gemacht. Hätten Sie gedacht, dass Sie so lange zittern müssen?

Thomas Drechsel: Nach einigen Spielerabgängen vor der Saison sind wir schon von einer schwierigen Spielzeit ausgegangen. Aber dann sind wir gut reingekommen und haben in der Hinrunde sensationelle 22 Punkte geholt. In der Rückrunde haben wir uns das Leben dann leider selbst schwer gemacht. Umso größer war natürlich die Freude nach dem letzten Spiel. Das war Adrenalin pur.

Wie schätzen Sie die Leistungsstärke der Landesklasse in der kommenden Saison ein?

Das ist natürlich schwer zu prognostizieren. Im Kampf um die Meisterschaft denke ich, dass es nach dem Olbernhauer Start-Ziel-Sieg diesmal spannender wird. Ich erwarte einen Dreikampf zwischen Fortuna Chemnitz, Oelsnitz und Absteiger Reichenbach - das Trio sehe ich insgesamt am besten aufgestellt.

Wo reihen Sie sich ein?

Wir gehen mit Tanne Thalheim in die achte Landesklasse-Saison in Folge. Ziel ist sicherzustellen, dass eine neunte folgt. Deshalb peilen wir die 40 Punkte-Marke an, die für den Klassenerhalt reichen sollte. Allerdings ist die Konkurrenz nicht leicht einzuschätzen - insbesondere die vier Aufsteiger Treuen, Blau-Weiß Chemnitz, Annaberg und Meerane sind für uns wieder Neuland. Für uns ist aber klar: Wenn wir in Bestbesetzung auflaufen, dann können wir jeden Gegner schlagen.

Welche Ab- beziehungsweise Zugänge gibt es bislang zu verzeichnen?

Es gibt drei Abgänge. David Koch beendet seine Laufbahn und wird in Zukunft wohl auch für unsere Alten Herren spielen. Oliver Hedusch geht zurück zu seinem Heimatverein Auerbach/Hormersdorf. Außerdem wird Torwart Daniel Lieback künftig nur noch im Notfall zur Verfügung stehen. Dies ist zwar sehr schade, aber wir befinden uns immer noch im Freizeitsport, wo man dann auch diese Entscheidung akzeptieren muss. Neu für das Tor ist Oliver Post, der aus Burkhardtsdorf kommt. Außerdem haben wir mit Daniel Wetzel einen Rückkehrer für die Abwehr, der sich entschlossen hat, nach nur einem Jahr in Gelenau wieder für Thalheim zu spielen. Zudem kommen vier Spieler aus der A-Jugend raus in den Männerbereich und weitere noch A-Jugendspieler stoßen dazu, da es in der kommenden Saison bei uns keine A-Jugend geben wird.

Gibt es weiteren Bedarf?

Da uns mit Koch und Hedusch zwei Stürmer verlassen, schauen wir uns auf dieser Position noch um. Aber durchaus haben auch noch Spieler aus der zweiten Mannschaft das Potenzial diese Lücken zu füllen.

Die zweite Mannschaft ist in die 1. Kreisklasse abgestiegen. Peilen sie den direkten Wiederaufstieg in die Kreisliga an?

Das hat keine Priorität. Wir haben, wie gesagt, in der kommenden Saison keine A-Jugend. Die Spieler, die daher jetzt neu in die zweite Mannschaft kommen, sollen sich dort entwickeln. Ziel ist es, einmal wieder einen festen Stamm herauszubringen, der die Tanne- Farben in der Zukunft hochhält.

Welche Infrastrukturmaßnahmen sind in der nächsten Zeit geplant?

Platztechnisch sind wir insgesamt sehr gut aufgestellt. Auf der Waldseite im Waldstadion müssen aus Gründen des Hochwasserschutzes allerdings die Abwasserrohre saniert werden. Außerdem stehen umfassende Arbeiten in unserem Sportlerheim an, in dem die Heizung erneuert und der komplette Kabinen- und Duschtrakt umgebaut wird. Es handelt sich dabei allerdings um Maßnahmen der Stadt, die auch die Kosten trägt. Die Umsetzung soll in der Winterpause über die Bühne gehen, wenn die Freigaben erteilt sind.

Der Spielplan für die kommende Saison ist noch nicht veröffentlicht. Gibt es diesbezüglich Wünsche?

Da der Großteil der Mannschaft und auch der Zuschauer mit Erzgebirge Aue in der Zweiten Bundesliga mitfiebert, hoffen wir, dass sich unsere Heimspiele möglichst selten mit denen des FCE überschneiden.

Fehlt Ihnen das Derby gegen Stollberg in der kommenden Saison?

Die Ambition, vor Stollberg in der Tabelle zu stehen, hatte tatsächlich immer einen gewissen Reiz. Meistens haben wir das ja nicht geschafft. Allerdings muss man leider auch konstatieren, dass der Derbycharakter in den vergangenen Jahren deutlich nachgelassen hat, was sich auch in den Zuschauerzahlen niedergeschlagen hat. Insofern trauere ich dem nicht nach.

Apropos Zuschauer: Wie bewerten Sie die Resonanz in der vergangenen Saison?

Wir hatten in der vergangenen Saison im Schnitt 138 Besucher pro Spiel. Der Staffelschnitt lag bei 102, nur Olbernhau und Marienberg hatten eine höhere Resonanz. Das klingt also erst einmal ganz gut, relativiert sich aber sofort, wenn man in der Zeit zurückgeht. Vor ein paar Jahren kamen noch rund 250 Zuschauer zu jedem Heimspiel. Es wäre schon sehr schön, wenn solche Spiele wie zuletzt gegen Aue, als rund 1700 Besucher im Stadion waren, zumindest ein bisschen auf den Ligaalltag abfärben würden.

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