"Kopf-bis-Fuß-Judoka" schnappt sich nationalen Senioren-Titel

Wenn die Judoka am Sonnabend auf die Matte treten, haben sie einen frischgebackenen deutschen Meister im Team. Gewonnen haben die Schlettauer deshalb aber noch lange nicht.

Wiesbaden.

Was für eine Überraschung. Judoka Hendrik Schuster vom TSV Schlettau hat zur deutschen Meisterschaft der Senioren die Goldmedaille gewonnen. In seiner Altersklasse setzte er sich in Wiesbaden im Limit bis 66 kg gegen vier Kontrahenten durch. Drei Kämpfe gewann er überzeugend, bevor er im Finale einen Sieg durch Hansoku make folgen ließ. "Das ist ein super Ergebnis, aber kein Zufall. Hendrik hält sich ständig fit", sagt Schlettaus Steffen Schürer. "Außerdem hat er sich zielstrebig vorbereitet."

Hendrik Schuster trägt irgendwie ein Judo-Gen in sich. Begonnen hatte er mit diesem asiatischen Zweikampfsport bei Jürgen Schlick in Beierfeld, als Jugendlicher wechselte er zum TSV 1864 Schlettau. Auf dessen Tatamis trainierte er bis zu seinem Maschinenbaustudium in Leipzig. In der Messestadt blieb er dann hängen, ließ sich aber sportlich keinesfalls gehen. "Im Gegenteil, er hat mit seiner Frau Susanne einen Judo-Club gegründet. Der nennt sich Randori Leipzig West, und ohne die Schusters geht dort nichts", lobt Schürer seinen Schützling. Der hatte für die deutsche Meisterschaft mehr als sechs Kilogramm abgekocht. "Als das Wiegen überstanden war, hatte ich schon meinen ersten Sieg", berichtete er schmunzelnd. Statt 72 wie nach Weihachten zeigte die Waage in Wiesbaden nur noch 65,7 Kilogramm an. "Endlich wieder richtig essen", fügte er an, nachdem er mit den Chemnitzer Sportlern stilgerecht ins Thai-Restaurant eingerückt war. Zu der Zeit hatte er nach der langen Fahrt bereits im Hotel eingecheckt, sich akkreditieren lassen und alle anderen Formalitäten erledigt. Die Kämpfe am Tag darauf waren dann nur noch "Formsache". Aber: "Ich musste von 9.30 Uhr bis 16.47 Uhr auf mein erstes Duell warten, war irre aufgeregt", erzählt der Schlettauer. Gewonnen hat er trotzdem: durch Kumi kata (Nackengriff), Katate-jime (Würge), Ude-hishigi-juji-gatame (Kreuzhebel) und Hansoku make (Disqualifikation).

Nun zieht Alltag ein. Wenn Hendrik Schuster am Samstag heim kommt, will er mit seinen Mannschaftskollegen gegen die HSG Mittweida und gegen den JC Crimmitschau möglichst gewinnen. "Für uns ist er eine Bank", sagt Schürer, der viel vom "Kopf-bis-Fuß-Judoka" hält. "In unserem Schlettauer Dojo taucht er regelmäßig auf und unserer Verbandsligamannschaft hält er die Treue." (mit stsü)

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