Kreisstädter beweisen Moral

Im Halbfinale um den Fußball-Erzgebirgspokal haben sich die Annaberger beim FSV Burkhardtsdorf durchgesetzt. In Lößnitz gab es eine Überraschung.

Burkhardtsdorf/Lößnitz.

Die Fußballer des VfB Annaberg und die Reserve des FC Lößnitz bestreiten am kommenden Sonnabend das Finale des Erzgebirgspokals. Während sich die Kreisstädter in einer umkämpften Partie mit 6:3 (2:2, 0:2) nach Verlängerung durchsetzten, schossen die Lößnitzer den SV Auerhammer mit 3:0 (1:0) ab.

Dabei bewiesen die Annaberger vor rund 30 Zaungästen in Burkhardtsdorf Moral. Denn nach starker Anfangsphase des VfB waren es die Gastgeber, die nach zwei identischen Spielzügen - Domenique Klinksiek setzte sich auf links durch und hatte das Auge für Aaron Ketter, der nur einschieben brauchte - zur Halbzeit 2:0 führten. Und auch im zweiten Abschnitt sah es lange nicht so aus, als ob die Annaberger den Spieß umdrehen könnten. Die Abwehr des FSV stand sicher, ließ wenig zu, den Gästen fehlten die Ideen.

"Wenn wir da das 3:0 nachlegen, ist das Thema durch", ärgerte sich FSV-Trainer Ullrich Schreiter. "Stattdessen lassen wir uns vorführen." Denn aufgegeben hatten sich die Annaberger nicht: Tommy Meyer erzielte innerhalb von drei Minuten mit einem Doppelpack den zu diesem Zeitpunkt überraschenden Ausgleich. "Unsere Einwechselspieler haben richtig Betrieb gemacht", so der neue VfB-Trainer Tobias Moritz. "Mit ihnen ging es bergauf."

Chancen, die Partie in der regulären Spielzeit zu beenden, hatten beide Mannschaften kaum. Und auch in der Verlängerung passierte erst einmal wenig. Doch dann ging es Schlag auf Schlag: Sascha Weirauch markierte das 3:2 für den FSV, doch erneut drehte der VfB innerhalb von nur drei Minuten durch Simon Schmiedl und Richie Schulze das Spiel. Die Gastgeber mussten nun aufmachen, wirkten zudem platt und die Gäste erhöhten - erneut durch Schmiedl und Schulze - sogar auf 6:3. VfB-Coach Moritz lobte seine Elf: "Spielerisch gab es Defizite, dafür hat die Mannschaft nie aufgegeben und sich somit belohnt."

In Ehrenfriedersdorf wartet nun der FC Lößnitz II auf die Kreisstädter. Die Kreisliga-Kicker setzten sich gegen den SV Auerhammer überraschend deutlich mit 3:0 durch. "Die Führung zur Pause war glücklich", so FC-Trainer Josef Hutschenreuther. "Im zweiten Abschnitt haben wir die Partie aber kontrolliert und hätten sogar noch mehr Treffer erzielen können." Besonders lebte der Trainer Philipp Colditz, der das 2:0 markierte: "Er war der beste Mann auf dem Platz. Wie er die Elf angeführt hat, war beeindruckend."

Beim SVA war die Enttäuschung groß, trotzdem zeigte Trainer Mike Martin Größe. "Der Sieg geht vollkommen in Ordnung und ich wünsche Lößnitz für das Finale alles Gute", so der Auer Coach. "Ich hatte das Gefühl, dass sie den Sieg einen Zacken mehr wollten."

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