Kretschmer sieht Riesenchance

Für die Elite von morgen graben sich derzeit die Baumaschinen durch den Skihang des Fichtelbergs. Selbst Sachsens Ministerpräsident hilft mit.

Oberwiesenthal.

In weniger als einem Jahr werden künftige Wintersporteliten in Oberwiesenthal antreten. Vom 28. Februar bis zum 8. März 2020 findet im Kurort am Fichtelberg die "FIS Nordic Junior und U23 Cross-Country Ski-Weltmeisterschaft" (JWM) - so der Name - statt. Die Stars von morgen ermitteln in drei Disziplinen ihre Weltmeister: die Junioren in der Nordischen Kombination, im Skilanglauf und im Skispringen, die Skilangläufer zudem noch in der U 23.

"Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gibt am 3. Juni den Startschuss für die Sommertour zur Junioren-Weltmeisterschaft vor der Staatskanzlei", erklärt Christopher Gahler seitens der JWM-Ausrichter. "Die Organisatoren der Weltmeisterschaft starten von dort aus per Fahrrad über Altenberg nach Oberwiesenthal", fügt er hinzu. "Die Junioren-Weltmeisterschaft ist für Oberwiesenthal und das ganze Erzgebirge eine Riesenchance. Sachsen wird für die Nachwuchsathleten aus aller Welt ein hervorragender Gastgeber sein. Dafür investiert der Freistaat zusammen mit dem Erzgebirgskreis und der Gemeinde viel", wird Kretschmer zitiert.

Gemeint sind Infrastruktur und Sportstätten, um den Anforderungen der Fédération Internationale de Ski (FIS) gerecht zu werden. Laut Gahler sind Laufstrecken und Loipenbrücke im Fokus. "Die Arbeiten haben am 14. Mai etwas verspätet begonnen, da sich der Winter noch einmal zurück gemeldet hatte", sagt Gahler, der als Umbaugrund Sicherheitsbestimmungen anführt. So gelte es, das Rollerstreckenkreuz für Kinder, Spitzensportler und Hobbyläufer zu entschärfen. In der Skiarena wird der Start- und Zielbereich an FIS-Regularien angepasst, was künftig auch bei anderen Wettbewerben zu mehr Regelkonformität führt.

Von der Modernisierung profitieren auch andere. Über die alten, aber gut erhaltenen Wachsjurten freuen sich Vereine aus der Umgebung. In Oberwiesenthal weichen sie einem Containerkomplex, der viele Jahre für die Arbeit des WSC Erzgebirge nutzbar und optisch ansprechend in die Erzgebirgslandschaft eingegliedert werden soll.

Optisch am deutlichsten ist derzeit zu sehen, was die FIS noch gefordert hat: eine ganzjährige Zugangsmöglichkeit zur Schanzenanlage. Diese wird durch den Bau eines Tunnels umgesetzt, sodass anschließend nationale und internationale Trainingslehrgänge gefahrlos möglich sind und Zuschauer an die Hänge gelangen können, ohne mit Skifahrern zu kollidieren. "Die Fertigstellung bis zum Winter ist für die JWM ebenso unabdingbar wie für den touristischen Skibetrieb am Fichtelberg", sagt Gahler. Die ausführende Firma zeige sich gegenüber ihren Auftraggebern zuversichtlich, dass der Zeitplan einzuhalten ist.

Optimismus verbreitet auch Kommunalchef Mirko Ernst. Er äußert sich zuversichtlich: "Ich sehe die JWM als große Chance für die Stadt und die Region. Vor allem, weil sich damit eine Nachhaltigkeit verbindet und weil für viele weite- re Veranstaltungen eine bessere Grundlage geschaffen wird. Durch die JWM lassen sich Infrastrukturmaßnahmen realisieren, die nicht nur dem Sport, sondern der ganzen Bevölkerung zu Gute kommen. Dazu gehört zum Beispiel der Bau an Straßen und Wegen." Auch der "Mountain-Climber" als neue Liftanlage des Schanzenkomplexes absolviere derzeit erfolgreich den Testbetrieb. Pünktlich zum Trainingsbeginn am 3. Juni stehe er zur Verfügung, habe Ernst versichert.

Profitieren dürften auch Beherbergungs-, Service- und Gastronomiebetriebe. Denn zur JWM werden knapp 1000 Teilnehmer, Funktionäre, Trainer, Betreuer und Helfer erwartet. Einnahmen, die der Tourismusbranche nicht unerheblich zugute kommen sollten.

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