Läufer erfüllt sich Wunsch nach Bergen

Benjamin van't Hof ist Holländer. Sein großes Glück hat der 66-Jährige im Erzgebirge gefunden - mental und sportlich.

Aue.

Schon immer habe er sie in sich getragen, die Liebe zu den Bergen. "Jetzt bin ich hier", sagt Benjamin van't Hof. Der gebürtige Niederländer ist in mehrfacher Hinsicht besonders. Nicht nur seine läuferische Leidenschaft blüht im Erzgebirge auf. Auch sein Herz hat er verschenkt: an Elke Opitz aus Aue.

"Es ist verrückt", gesteht van't Hof und schmunzelt. "Aber ich habe alles richtig gemacht." Mit dem Eintritt ins Rentenalter fing er ganz neu an. "Ich wollte in die Berge." Auch wegen der Sprache, die er trotz Akzent gut beherrscht, war Deutschland die erste Wahl. Er belas sich - und stieß aufs Erzgebirge in Sachsen. Mit Bergen. "Und schöner Natur." So schaltete er in der "Freien Presse" eine Annonce auf der Suche nach Kontakten. "Unverbindlich - für Freundschaft oder mehr", erinnert er sich. Elke Opitz lächelt ihn an. Sie hat auf die Anzeige vom Oktober 2016 geantwortet. "Dann ging alles ganz schnell." Nach unzähligen und stundenlangen Telefonaten begegneten sich die beiden im Januar 2017 das erste Mal. "Ich besuchte Elke. Es hat sofort gefunkt." Die beiden näherten sich langsam an. Zunächst wohnte van't Hof in einer Pension. Aber schon im September mietete er sich eine Wohnung in Bad Schlema und stellte sein Leben mit knapp Mitte 60 völlig auf den Kopf. "Ich war und bin mir sicher, dass ich genau das will." Seine Freunde in den Niederlanden konnten es kaum fassen. Doch der Mann im Sternzeichen Steinbock war nicht zu bremsen. Und ist es auch läuferisch nicht - trotz enormer Umstellung.

"Ich bin seit Jahrzehnten passionierter Läufer." Aber die Berge machten sich schnell bemerkbar. Rasch ging ihm bei Anstiegen die Puste aus. Van't Hof steckte nicht auf. Zum Wettkampfdebüt beim Auer Silvesterlauf 2017 wurde er Dritter seiner Altersklasse - mit großem Abstand zu den Führenden. Doch es wurde besser, etwa bei Rennen um den Westerzgebirgscup. Zum Jahreswechsel 2018 war er dann schon Sieger seiner AK. "Ich werde schneller - trotz Bergen und zunehmendem Alter. Das verwundert mich selbst, aber es ist toll." Die hiesige Läufergemeinschaft habe ihn mit offenen Armen aufgenommen. "Ein tolles Gefühl." So hat er inzwischen viele Bekannte. Auch Freundin Elke, mit der er mittlerweile zusammenwohnt, begleitet ihn oft. Van't Hof bereut keinen Schritt. "Das Erzgebirge ist Heimat für mich." Selbst Freunde aus den Niederlanden begeistert er für die Region. Dass er in den Bergen läuferisch zulegen kann, sei für ihn ein großer Erfolg. Dafür trainiert er viermal pro Woche hart. Im Oktober will sich der laufende Holländer einer großen Herausforderung stellen. "Dem Fichtelberglauf."

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