Läufer und Werfer trumpfen auf

Leichtathleten des LV 90 haben im In- und Ausland Medaillen geholt. Nicht alle kamen zum Zug beziehungsweise zu einer Kabine auf einem Schiff.

Gelenau.

"Ich kann mich leider nicht zerteilen. Aber unsere Jungs und Mädels haben sich ja auch so klasse geschlagen", kommentierte Sven Lang, Bundestrainer im Kugelstoßen und Stützpunktleiter des LV 90 Erzgebirge, die Einsätze seiner Leichtathleten in den jüngsten Tagen. Gerade erst ist er aus dem schwedischen Gävle abgereist, wo Maximilian Grupen als Startläufer der Viermal-400-Meter-Staffel die Grundlage für die Goldmedaille bei den U-23-Europameisterschaften gelegt hat.

Dass in der Sprint-Staffel Viktoria Dönicke und Lisa Grünert in der deutschen Mannschaft, die Gold gewann, nicht zum Zug kamen, fand Lang hingegen schade. "Ich hätte ihnen diese Erfahrung gegönnt. Aber wer läuft und wer als Ersatz mitreist, entscheiden die Disziplintrainer." Sein Fachbereich ließ sich nicht lumpen - die Plätze 1 bis 3 gingen an deutsche Kugelstoßerinnen. "Für Katharina Maisch reichte es mit 17,64 Metern zu Silber, da darf sich der LV 90 mitfreuen", so Lang über die 22-Jährige, die zwar noch beim TUS Metzingen unter Vertrag steht, aber seit fast zwei Jahren im Erzgebirge trainiert.

Auf Übungseinheiten musste Kugelstoßerin Sarah Schmidt lange verzichten. Erst Ende Mai fing sie nach einer Knie-OP an, sich auf ihre erste Universiade als Weltmeisterschaft der Studenten vorzubereiten. Am Donnerstagabend war es im Stadion San Paolo in Neapel soweit. Schmidt, vor wenigen Tagen 22 Jahre alt geworden, blieb zwar ein ganzes Stück unter ihrer persönlichen Bestweite von 17,45 Metern, doch 16,33 Meter und Rang 9 waren für ihren Coach in Ordnung: "Schon die Qualifaktion für den Endkampf muss Sarah aktuell als Erfolg ansehen. Es war sicherlich ein tolles Erlebnis für sie." Zugabe: Viele der jungen Sportler wurden auf Kreuzfahrtschiffen untergebracht, die im Hafen von Neapel vor Anker lagen.

Mit viel mehr Jahren Wettkampferfahrung auf dem Buckel sammelte Wurfspezialist Dominik Lewin vom LV 90 bei den Deutschen Meisterschaften der Senioren Edelmetall ein. Er kehrte mit drei Medaillen aus Leinefelde-Worbis zurück und hielt die meist zwei bis drei Jahre jüngeren Gegner in Schach. "Nächstes Jahr rutsche ich ja von der Altersklasse 35 in die 40 rein", sagte der 1980 geborene Sportler. "Von den Leistungen her war es ein gutes Wochenende für mich. Allerdings war es schade, dass oft nur wenige Konkurrenten angetreten sind." Dadurch habe etwas an Wettkampfflair gefehlt, er würde sich seine Medaillen lieber härter verdienen. Der Freude über Gold im Kugelstoßen mit 15,28 Metern tat das aber keinen Abbruch. "Es lagen alle eng beisammen. Da war so ein 15-Meter-Versuch nötig für Platz 1", sagte Lewin. Seine Arbeit als Vertriebler würde ihn aktuell sehr fordern. Es bleibe kaum Zeit für ausgiebiges Training, die 16-Meter-Marke habe er deshalb zuletzt nicht mehr erreichen können. 44,61 Meter im Diskuswerfen bedeuteten für den LV-90-Sportler eine Silbermedaille. "Er war an diesem Tag halt einfach besser", kommentierte Lewin die Weite von 45,01 Metern des Siegers Christoph Schlager. Auch der Speer brachte Lewin Platz zwei ein. 52,58 Meter wurden am Sonntag als sein bester Versuch in den Ergebnisbogen eingetragen. "Es hatte geregnet, und leider standen wir statt wie gemeldet zu sechst nur zu zweit da. Dennoch, die Weite hat gepasst", stellte der Athlet abschließend fest.

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