Lange Tradition soll weiterleben: Verein sucht junge Schanzenadler

Pöhla gilt als Hochburg des Skispringens. Zumindest, wenn man jährlich die gute Resonanz beim Ladies- Alpencup-Wettkampf sieht. Mit dem Nachwuchs sieht es allerdings schlecht aus.

In Sachen Skisprung auf Nachwuchssuche in der Region: Max Lang (rechts) vom SV Fortuna Pöhla und Regionaltrainer Steffen Bias, hier am Rande der diesjährigen Wettkämpfe in der Ladies-Alpencup-Serie in Pöhla.

Von Katja Lippmann-Wagner

In Pöhla hat die spätere Skisprunglegende Jens Weißflog auf Nachwuchsschanzen trainiert. In Pöhla feiern alljährlich Hunderte die jungen Springerinnen, die um den Ladies-Alpencup wetteifern. Und das Skispringen in Pöhla ist ganz fest mit dem Namen Herbert Neudert verbunden. Er führte so manches Kind an diese Sportart heran. Der aktuell bekannteste seiner einstigen Schützlinge dürfte Cedrik Weigel sein, der im vorigen Winter mit dem deutschen Team zur Junioren-WM Gold holte und nun zur Sportfördergruppe der Bundespolizei gehört. Doch in Pöhla selbst sieht es aktuell mit Skispringern eher traurig aus.

Aus Altersgründen hat Herbert Neudert aufgehört. Ein Nachfolger ist aber gefunden: Max Lang steht als Übungsleiter bereit. Allerdings fehlen ihm momentan die Nachwuchssportler. "Bis vor einem halben Jahr hatten wir noch Kinder", sagt Lang. Eine Sportlerin wechselte den Verein, eine andere ging an die Sportschule, ein dritter Sportler hörte auf.

Da der SV Fortuna Pöhla die Abteilung Skisprung nicht verlieren will und insgeheim auch auf die Rekonstruktion der Nachwuchsschanzen hofft, rühren die Verantwortlichen die Werbetrommel. Der Verein wirbt unter anderem mit knallbunten Flyern unter der Überschrift "Hey Kids, wo sind die Olympiasieger von morgen?" um Nachwuchs. Außerdem steht an den Pöhlbachschanzen noch bis 15. September die mobile K4-Schanze der Peter Riedel Sportstechnology aus Raschau. Auf dieser Anlage wird auch morgen noch einmal ab 17 Uhr Schnupper-Skispringen angeboten. Jeden Donnerstag seit Anfang August steht da Max Lang dem Nachwuchs zur Seite und hilft den Mädchen und Jungen, erste Sprünge zu wagen. "Wir hoffen, mit dieser Aktion neue Sportler zu erreichen", sagt der Trainer. Allerdings weiß er, dass es nicht allein mit einem interessierten Kind getan ist, auch die Eltern müssen dahinter stehen. Manche würden sich mit Leistungssport schwer tun. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, glaubt Lang, dass viele Eltern auch ein Zeitproblem haben. "Gerade am Wochenende setzen Familien lieber eigene Pläne um, als mit Kindern zu einem Wettkampf zu fahren", so Lang (22), der fünf Jahre an der Seite von Herbert Neudert gearbeitet hat und weiß, wovon er spricht, war er doch selbst aktiv. Mit fünf Jahren begann er mit dem Skispringen, war später zwei Jahre an der Sportschule. Als er dort aufhörte, ging er zurück nach Pöhla zu Herbert Neudert und sprang bis 2017 selbst. Nun will er sich um den Nachwuchs kümmern. Er hofft auf Interessierte aus dem Raum Schwarzenberg: "Fünf bis sieben Jahre, das ist ein gutes Alter für Anfänger." Zudem sei es von Vorteil, wenn man schon Ski fahren kann.

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