Lila-weißer Oster-Korso steuert Hamburg an

Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue steht im hohen Norden vor einer ganz schweren Aufgabe. Hunderte Fans stärken den Veilchen den Rücken.

Aue/Hamburg.

Ostereier-Suche im heimischen Garten? Das kommt für etliche Fans von Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue zumindest am Sonnabend nicht in die Tüte. Sie begeben sich auf große Fahrt in den hohen Norden, um die Lila-Weißen beim Tabellenzweiten, dem Hamburger SV, lautstark zu unterstützen.

Nach Angaben des FCE sind bis jetzt bereits 3500 Tickets an Veilchen-Fans verkauft. Für Kurzentschlossene gibt es auch noch Karten an den Kassen des ehemaligen Bundesligisten. Laut Michael Scheffler, Leiter des Auer Fanprojektes, erwarten viele Erzgebirger die Reise mit Spannung. "Ich fahre selbst hin - im Auto und mit dem Fanbeauftragten und seiner Frau, die noch dazu meine Arbeitskollegin ist", sagt er. Den Bus begleitet Frank Steinbach vom Fanprojekt. Hamburg sei ähnlich wie Magdeburg, Dresden oder Union ein Garant für volle Busse. "Innerhalb kürzester Zeit waren die Plätze weg."

Einen davon sicherte sich Dietmar Klein aus Lengenfeld. Er will die Lila-Weißen mit seinem Sohn beim HSV nach vorn peitschen. Der 65-Jährige ist seit 1968 Fan der Auer. "Wir sind fußballverrückt. Ich war viele Jahre Schiedsrichter und im Nachwuchs tätig. Da musste ich oft auf Spiele in Aue verzichten." Seit er in Rente ist, verpasse er keine Partie mehr. "Ich fahre zu Auswärtsspielen - egal an welchem Wochentag - und bin dank Dauerkarte bei allen Heimspielen." Die Hamburg-Partie sei ein Muss. "Selbst am Ostersonntag wäre ich gefahren." Seine Frau zeige viel Verständnis für seine Leidenschaft. Rein sportlich hofft der Vogtländer, dass sein Team den Bock in Hamburg umstoßen kann. "Weil sich fast keiner etwas ausrechnet, hoffe ich ganz sehr auf einen Überraschungspunkt." Einen Kurzurlaub in der Hafenmetropole gönnt sich Michael Schubert aus Geyer. "Ich habe mir in Stade ein Zimmer in einem kleinen Hotel gebucht", sagt er. "Stade ist eine kleine Hansestadt in der Nähe von Hamburg. Ich treffe mich mit Freunden und fahre mit der S-Bahn ins Stadion." Abgesehen vom Spiel will Schubert im größten geschlossenen Obstanbaugebiet Deutschlands die Obstblüte erleben. "Es blühen vor Ort gerade Kirsche und Apfel", weiß er. Sonst verbringe er Ostern immer in Prag. Hamburg sei eine willkommene Ausnahme - noch dazu inklusive Veilchen-Spiel.

Mit der Obstblüte hat Jens Dittrich aus Beierfeld nichts am Hut. Bei ihm geht es nur um Fußball. "Das ist für Fans der Höhepunkt der Saison. Man weiß ja nie, wann man da wieder hinkommt." Zwar laufe es für die Lila-Weißen derzeit schlecht. "Aber das lasse ich mir nicht entgehen." Dem stimmt Jan Zenner zu. "Ich bin seit 40 Jahren Fan. Als ich zwei Jahre oben lebte, lernte ich den Norden lieben", so der 53-jährige Lichtensteiner. Immer wenn Aue seit 2016 bei St. Pauli am Millerntor spielte, war er dabei. "Da verbinden sich Privates und Sportliches für mich. Und nun geht's ins Volksparkstadion."

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