Loipenjäger trotzen dem Wetter

Wegen des Schneemangels müssen die Skilangläufer neue Wege beschreiten. Während sich die Oldies im Ausland austoben, wartet auf die jungen Sportler eine Schrumpfversion der Landesjugendspiele.

Marienberg.

Ein Hauch von Olympia sollte dieses Wochenende im Erzgebirge zu spüren sein, bereits am Freitag beginnend mit einer Eröffnung und ersten Trainingseinheiten. Zwar hat sich daran nichts geändert, dass die drei Tage bis zum Sonntag ganz im Zeichen der Landesjugendspiele stehen. Allerdings wird die als Saisonhöhepunkt geplante Veranstaltung nur in abgespeckter Version über die Bühne gehen. "Wir sind froh, dass überhaupt ein Wettkampf stattfindet", sagt Skilanglauf-Trainer Danilo Schneeweiß vom ATSV Gebirge/Gelobtland stellvertretend für alle Beteiligten.

Für die Loipenjäger brachte das milde Wetter eine Halbierung des Wettkampfprogramms mit sich. Statt eines Nordic-Cross-Rennens und eines Distanzlaufes, der tags darauf folgen sollte, gibt es nur einen Start am Mühlleithener Skihang. "Dort wird am Samstagvormittag ein Vielseitigkeitssprint ausgetragen. Es wird einen Probe- und einen Wertungslauf geben", so Schneeweiß. Besser als gar nichts, findet der Trainer, der zudem auf die zentrale Abendparty im Waldpark Grünheide verweist. Dort wird zusammen mit den Alpin-Experten, Skispringern und Nordischen Kombinierern gefeiert. Die Rodler, die wie die Eisläufer und Biathleten ebenfalls am Wochenende gefordert sind, feiern in der Jugendherberge Altenberg.

Eine Verkürzung der Wettbewerbe ist allen immer noch lieber, als diese ganz ausfallen zu lassen. So wie gerade geschehen im Fall des Internationalen Kammlaufes, der aber am 21./22. März nachgeholt werden soll. Noch ist aber nicht abzusehen, wie sich das Wetter in der Region entwickelt, weshalb einige Wintersportler lieber in die Ferne schweifen. Dazu gehören auch einige Oldies aus der Region. "Während bei uns die Wettkämpfe ausfallen, herrschen im Schweizer Oberengadin super Bedingungen", sagt zum Beispiel Hannes Reichel. Der M-60-Starter des TSV 1872 Pobershau gehört zu einer Gruppe von Erzgebirgern, die vor wenigen Tagen im Land der Eidgenossen den "La Diagonela" bewältigten - ein Distanzrennen über 65 Kilometer, das zu den internationalen Skiclassics gehört.

Bei Minusgraden, Pulverschnee und teilweise Sonnenschein waren laut Reichel einige "giftige" Anstiege zu meistern. "Vor allem norwegische und russische Spitzenläufer haben sich dort die Siegprämien abgeholt", berichtet der Pobershauer, der nach über viereinhalb Stunden als Zehnter der M 60-69 ankam. Auch Gunter Reichel (26./M 60) und Bernd Reichel (2./M 70-79) meisterten die Herausforderung. Schnellster Lokalvertreter war allerdings der Olbernhauer Frank Thiel, der in 4:23 Stunden auf Platz 48 der AK 50-59 lief. Erschöpft sagte er im Ziel: "Für den ersten Wettkampf war es hart, der Engadiner Skimarathon ist dagegen ein ,Kindergeburtstag'." Als nächste Wettkämpfe in der Fremde warten der Karlslauf in Gottesgab (16. Februar), der Sumavsky im Böhmerwald (23. Februar) und der Bieg Piastov im Riesengebirge (1. März). Womöglich regiert bis dahin aber auch im Erzgebirge der Winter. (mit hre)

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