Lugauer verlieren Erzgebirgsderby

Ein Geburtstag und der Gewinn einer Wahl haben die Gelenauer Fans schon vor dem Kampf gegen Lugau jubeln lassen. Der RVE konnte der Serie des gastgebenden RSK nichts anhaben.

Gelenau/Lugau.

Gegen den RV Eichenkranz Lugau haben die Ringer des RSK Gelenau genau dort angeknüpft, wo sie eine Woche zuvor gegen den RV Thalheim aufgehört hatten. Mit drei Siegen eröffneten die Gastgeber das nächste Derby der Regionalliga Mitteldeutschland, das ihnen am Ende sogar einen inoffiziellen Titel einbringen sollte. Doch bevor es soweit war, wurde es richtig spannend, denn die Eichenkränze konnten den frühen 0:11-Rückstand zwischenzeitlich in eine 12:11-Führung verwandeln. Am Ende jubelten aber wieder die Gelenauer, die schon vor dem ersten Duell auf der Matte Grund zum Feiern hatten.

Unter großem Applaus wurde RSK-Athlet Erik Löser als bester Sportler des sächsischen Ringer-Verbandes ausgezeichnet. Der Deutsche Junioren-Meister, der zudem bei der Junioren-WM mit Platz 7 überzeugt hatte, sollte auch an diesem Abend eine wichtige Rolle spielen. Doch zunächst rückte noch der Gelenauer Vereinsvorsitzende Jens Fischer in den Mittelpunkt, der sich an seinem 37. Geburtstag nichts sehnlicher wünschte als einen Derby-Erfolg. Und seine Sportler enttäuschten den Klubchef nicht. Dank der vorzeitigen Siege von Hassan Ismail (61 kg) und Kamil Wojciechowski (130 kg) sowie des klaren Punktsiegs von Rafar Abdul Ahmadi (57 kg) lag der RSK schnell 11:0 vorn.

Bei Gäste-Trainer Jan Peprny sorgte vor allem das Duell in der untersten Gewichtsklasse für Unmut. "Um ehrlich zu sein, hatten wir dort sogar mit einem Sieg geliebäugelt", so der Lugauer. Im Klassik-Duell zweier Freistil-Experten erwies sich Ahmadi aber letztlich als abgekochter im Vergleich zu Robert Dobrodziej. "Er hatte immer eine Antwort parat", zollte selbst Peprny dem Gelenauer Respekt, der dank teils spektakulärer Würfe mit hoher Amplitude mit 15:2 die Nase vorn hatte. Dennoch sollte bald die starke Lugauer Phase beginnen. Nach dem erwarteten Start hatte RSK-Trainer Björn Lehnert die vier Niederlagen in Folge fast kommen sehen. Im Nachhinein versuchte er sogar, diesem Verlauf etwas Positives abzugewinnen: "Für die Zuschauer war das eine perfekte Dramaturgie." Doch natürlich hätte es der Gelenauer Trainer gern gesehen, wenn Daniel Franke (66 kg) seine 3:0-Führung behauptet hätte. Der RSK-Kapitän war in einem packenden Duell Frederik Esser aber letztlich mit 3:9 unterlegen. Auch Anton Vieweg (98 kg) feierte im Duell der Generationen gegen Routinier Fabian Jänicke einen Punktsieg. Da Tim Hamann (71 kg) und Krysztof Sadowik (86 kg) jeweils vorzeitig einen Vierer für die Gäste landen konnten, war das Blatt gewendet - vorerst.

Laut Lehnert, der bereits Ahmadis Sieg als entscheidend eingestuft hatte, kam es im Limit bis 80 Kilogramm zum zweiten Schlüsselduell des Abends. Dabei traf Erik Löser auf Toni Peprny, mit dem er an der Chemnitzer Sportschule einst sein Zimmer geteilt hatte. "Die beiden sind richtige Kumpels und kennen sich in- und auswendig", so Jan Peprny. Während sein Sohn keine Technik anbringen konnte, sicherte sich Löser mit einer Rolle den Sieg - und brachte sein Team zurück in die Erfolgsspur. Weil Tomas Sobecky und Rico Richter hinterher in der Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm nichts anbrennen ließen, konnten die Gastgeber ihr Banner entrollen. "Erzgebirgsmeister" stand groß darauf geschrieben, denn mit dem 19:12 wahrten die Gelenauer in den Duellen der regionalen Teams eine weiße Weste. Während der RSK feierte, wirkte Jan Peprny auf der anderen Seite nicht allzu frustriert. "Wir haben mit zwölf Punkten unser Minimalziel erreicht und gehen optimistisch in die letzten drei Kämpfe, zumal wir Heimrecht haben."

Der Bericht zum Kampf des RV Thalheim in Frankfurt/O. folgt in der Dienstagsausgabe.

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