Märchenhaft: Königswalder erzielt "Sieben auf einen Streich"

Die Witzschdorfer dürften von ihm träumen: Dreimal vor und viermal nach der Pause traf Kevin Bräuer in ihr Tor. Kreis-Rekordhalter ist der Offensivkicker des FV Blau-Weiß damit allerdings nicht.

Königswalde.

Kevin Bräuer steht unter ständiger Beobachtung, erfreut sich besonderer Aufmerksamkeit, wird zielstrebig attackiert. Zumindest auf den Fußballplätzen des Kreises ist dies der Fall. Geholfen hat es nicht immer. So wie am vergangenen Sonntag: Da knallte Bräuer im Nachholspiel der Kreisliga Ost dem SV Witzschdorf sieben Dinger ins Netz. Zufall ist dies nicht. Denn der 25-Jährige hatte einige Monate zuvor innerhalb von nur 40 Minuten schon gegen Thum-Herold einen Sechserpack hingelegt.

Nun also noch ein Tor mehr für den Angreifer des FV Blau-Weiß Königswalde. Ein Rekord, wie viele glauben mögen, war dies aber nicht. Bräuers Arbeitskollege Thomas Löser netzte 2009 in der Kreisliga für den SV Blau-Weiß Crottendorf beim 11:1 in Mildenau achtmal ein. Über die Handtmann-Beschäftigten ließe sich also sagen: Die treffen wie aus einem Guss. Dennoch hält ein anderer die Bestmarke: Thalheims Thomas Schnabel traf 2004 in der Stollberger Kreisliga beim 13:2 seiner Elf in Auerbach gar neunmal.

Diese Saison aber ist der Siebener des Neugrumbachers Bräuer, der inzwischen nach Königswalde umgezogen ist, eindeutiger Rekord für ein Spiel. Ohnehin ist der 25-Jährige in seinem Angriffsdrang derzeit nicht zu bremsen. 21 Treffer hat er in den 13 Runden bereits erzielt, neun mehr als der Nächstbeste der beiden Kreisliga-Staffeln.

Dabei hat Bräuer das Stürmen gar nicht gelernt. In Kindertagen stand er als Torhüter und Verteidiger auf dem Platz, inzwischen ist er ganz vorn auf dem Spielfeld angekommen - und trifft und trifft. Meist mit dem rechten Fuß. "Aber gegen die Witzschdorfer zweimal auch per Kopf", betont der Angreifer. Nicht umsonst, denn der 1,95 Meter große und stämmige Kerl hat dies bislang als Defizit ausgemacht. "Jetzt stand er aber zweimal richtig. Es wird besser", sagt sein Trainer Nico Barthold. Dieser lobte seine gesamte Elf, "die für Kevin gut aufgelegt hat". Allerdings hätte sich Barthold diesmal sogar noch mehr Egoismus von seinem Goalgetter gewünscht. "Hätte er nicht drei, viermal gezaudert und noch seine Mitspieler bedient, hätte er noch drei Tore mehr geschossen", meint der Trainer.

Da es nicht so war, muss sich Kevin Bräuer den Kreisrekord also fürs nächste Mal vornehmen. Irgendwann kommt gewiss wieder so ein Tag, an dem er stets den richtigen Ort erahnt. "Wenn ich den Ball habe, überlege ich nicht lange, sondern ziehe ab", so der Schwarzschopf. Seit 1995 jagt Bräuer dem Leder nach, spielt nach Grumbach, Steinbach und Jöhstadt nun für Königswalde. "Wir nehmen das Wort Aufstieg noch nicht in den Mund", sagt der Torjäger im Bundesliga-Jargon. Dort drückt er übrigens den Bayern die Daumen. Deren Bester, Robert Lewandowski, hat auch sieben Treffer erzielt. Zum Leidwesen der Münchener aber nicht in einem, sondern in allen Spielen zusammen.

Und noch ein großer Unterschied zum großen FC Bayern: Die Blau-Weißen aus Königswalde haben die Tabellenführung inne. Satte sechs Zähler beträgt in der Kreisliga Ost ihr Vorsprung auf den FSV Pockau-Lengefeld, der morgen ab 13.30 Uhr allerdings verkürzen kann. Gegner beim Nachholspiel auf dem Pockauer Kunstrasen ist ausgerechnet der SV Witzschdorf. Es bleibt abzuwarten, ob die SVW-Abwehr diesmal besser eingestellt ist.

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