Malermeister mit flotten Beinen

Laufsport bedeutet für Ingo Schulz Leidenschaft. Der Burkhardtsdorfer nimmt dabei die harten Kanten in Angriff - und geht bis an die Grenze des Machbaren.

Burkhardtsdorf.

Ingo Schulz ist Laufsportler mit Leib und Seele. Über die aus der Leichtathletik bekannten Mittelstrecken hat sich der Burkhardtsdorfer, der für den TSV Elektronik Gornsdorf startet, an die Extrem-Strecken herangearbeitet und bereits an einer ganzen Reihe von Wettkämpfen erfolgreich teilgenommen. Jetzt bereitet sich der 44-Jährige auf einen der Saisonhöhepunkte vor: den Drei-Talsperren-Marathon quer durch den Naturpark Erzgebirge-Vogtland. "Wir haben sehr viele schöne Läufe bei uns in Sachsen. Dieser ist einer der schönsten davon", weiß Ingo Schulz zu berichten.

Zwar bleiben bis zum Startschuss zum 23. Drei-Talsperren-Marathon am 16. September in Eibenstock noch etwas mehr als zwei Monate Zeit. Doch eine intensive Vorbereitung auf den wohl härtesten Marathon Sachsens ist auf jeden Fall notwendig. "Im Normalfall trainiere ich dreimal wöchentlich, jedoch immer abends nach der Arbeit. Morgens geht bei mir gar nichts. Dabei machen wir Laufsportler beim TSV Gornsdorf aber neben den Leichtathleten unser eigenes Ding", sagt der Vater einer zehn- sowie einer 15-jährigen Tochter. "Ich trainiere häufig, wenn meine Mädels shoppen sind", sagt er mit einem Augenzwinkern.

Sportlich aktiv ist Ingo Schulz seit jeher. Von Kindesbeinen an hat der gebürtige Karl-Marx-Städter Fußball in seinem Wohnort beim heutigen FSV Burkhardtsdorf bis zur Bezirksklasse gespielt und dabei sämtliche Altersklassen durchlaufen. "Als ich 30 war, habe ich mich dann aber für eine Einzelsportart entschieden. Die Familie hatte Vorrang, es war zeitlich kaum noch zu bewältigen." Laufen habe er nur noch dann können, wenn sich freie Spitzen ergaben. "Zum Beispiel, wenn die Kinder Mittagsschlaf gemacht haben", erinnert sich der selbstständige Malermeister.

Begonnen hat der Extremsportler bei Bertrand Maier von der Laufgruppe Thalheim - einem Zusammenschluss von Sportlern ohne Vereinsstatus. Um aber an Meisterschaften teilnehmen zu können, benötigte er einen Startpass des Leichtathletik-Verbandes, der eine Vereinszugehörigkeit voraussetze. "Joachim Hoffmann vom TSV Gornsdorf war damals, so vor sechs, sieben Jahren, die treibende Kraft", erklärt Schulz, der über 3000 Meter begann und sich über den Halbmarathon bis hin zu den extremen Kanten "hochgearbeitet" hat. "Ich hatte mir einfach gedacht, die Distanzen könnten auch mal länger sein. Der Anspruch ist jedenfalls da."

Einen der härtesten Wettkämpfe hat Ingo Schulz schon zweimal in Angriff genommen: den Zugspitz-Ultratrail über knapp 102 Kilometer durch die Alpen mit Start und Ziel in Grainau bei Garmisch-Partenkirchen. Beim ersten Start, vor vier Jahren, kam er ins Ziel, ein Jahr später stieg er bei Kilometer 80 aus. "Ich hatte dort schon rund zwei Stunden Rückstand zu meiner Vorjahreszeit. Das Wetter war mies, ich wäre wohl bis früh um 5 Uhr in den Alpen allein durch die Nacht gelaufen", sagt er. Schon aus diesem Grund müsse jeder Läufer ein Handy mitführen", betont er. Am liebsten läuft Schulz, der zudem schon den Sachsen-Trail vom Rabenberg bis Bozi Dar und den Fichtelberg-Ultra vom Wasserschloss Klaffenbach bis Oberwiesenthal absolviert hat, die Naturläufe. "Ich mag das Hoch und Runter. Die Straßenläufe sind nicht so mein Fall." Generell kann der 44-Jährige sein Leistungsvermögen realistisch einschätzen. "Für die absolute Spitze reicht es nicht, aber für die vordere Hälfte schon", betont der Burkhardtsdorfer. Seine Maxime: "Hauptsache gesund und mit einem Lachen im Gesicht ankommen."

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