Mattenfüchse verteidigen ihr Revier

Der RV Thalheim ist im Regionalliga-Derby gegen die Ringer aus Lugau mit einem 17:9-Erfolg seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Die Eichenkränze zeigten sich bissig, räumten aber nicht ihren ersten Saisonsieg ab.

Thalheim.

Der vierte Kampftag der Ringer-Regionalliga hat für Gastgeber RV Thalheim und Derbygegner RV Eichenkranz laute und leise Momente bereitgehalten: Zwar blieb der Knalleffekt - der erste Saisonsieg für die Lugauer - aus, weil die Thalheimer Mattenfüchse einen 17:9-Heimsieg feierten, dennoch hielten die Zuschauer in vielen der Vergleiche die Luft an oder es krachte auch mal gehörig im Sportlerheim.

Während sich am Horizont die Sonne verabschiedete, begrüßten sich in der nicht komplett gefüllten Halle beide Teams. "Früher war es beim Derby eigentlich oft randvoll", wunderte sich Gästetrainer Jan Peprny etwas. Kurz darauf sah er wie Robert Dobrodziej (57 kg/Freistil) für seine Mannschaft dominant die ersten vier Zähler holte. Thalheims Ondrej Dadak machte mit Jan Landgraf ebenfalls kurzen Prozess und sorgte für den 4:4-Ausgleich. Währen des 61-kg-Kampfes von RVT-Akteur Nick Löffler gegen Moritz Frey rutschten Jan Peprny und Co-Trainer Jens Blachut nervös in der ersten Sitzreihe hin und her, als würden sie einen Actionfilm sehen. Dessen Ausgang dürfte aber nicht nach ihrem Geschmack gewesen sein: Nach knapp vier Minuten war die Vorstellung zu Ende und Löffler hatte Frey zum 15:0 gerollt.

Beim Vergleich zwischen Radoslaw Dublinowski und dem Lugaer Sadowik war es vor Anspannung in der Halle so ruhig, dass deutlich das Klatschen der Ringerhände zu hören war, die jeweils am Genick des anderen Freistilers nach Halt suchten. Die erste Wertung gab es nach 1:45 Minuten für Sadowik. Energisch schob er Thalheims Routinier zum 5:0 aus dem Ring und kam später unter lautem Beifall zu einem 6:0-Punktsieg. Florian Pohl strich kampflos vier Zähler ein und beim Zwischenstand von 12:6 ging es für die Zuschauer um die Wurst - und auch Getränke, denn es war Pause.

Danach folgte ein "Eiertanz", wie es ein Thalheimer Fan ausrief: Anton Vieweg und Chris Schneider neutralisierten sich lange. Schneider riss es für den RVT per 6:4 raus. Thalheims Trainer Steffen Richter lobte: "Vom kämpferischen her ein tolle Leistung von Chris." Wie so oft, fieberte Richter auf Knien am Mattenrand mit. "Mich zieht es oft unbewusst rein, weil es einfach so intensiv ist", gestand er mit einem Lächeln. Doch nach dem taktisch eindrucksvollen Auftritt von Niclas Eichhorn - ein 10:3-Sieg gegen Frederik Esser - schnellte Richter in den Stand zurück, um Eichhorn abzuklatschen und anerkennend kurz die Wange zu tätscheln. Obwohl Toni Peprny im 80-kg-Limit gegen Benjamin Opitz von seinem Vater noch lautstark zu einer Aktion aufgefordert wurde, ging der Freistilkampf mit 3:1 an Thalheim, und Alois Stürmer verlor gegen RVE-Ringer Tim Walther 2:10. "Wir haben uns wacker geschlagen und die von uns angepeilten Duelle auch gewonnen", lautete Jan Peprnys Fazit, bevor er die kurze Heimreise antrat.

Vorher hatte er noch gesehen, wie im letzten Vergleich des Tages Marco Scherf und Tobias Löffler zusammen mit Getöse in den Kampfgerichttisch krachten. Es lag in der Luft, dass Löffler und Scherf sicherlich nicht mehr unbedingt beste Freunde werden: "Auch wenn wir schon gewonnen hatten, ist der letzte Fight trotzdem meist noch sehr emotional", sagte der Thalheimer Löffler mit einigen Striemen im Gesicht. "Marco hat sicherlich die Vorgabe gehabt, sowenig wie möglich Punkte abzugeben und sich halt ziemlich weggeduckt", so der RVT-Sportler. Löffler gewann 4:2 - viele Gästefans monierten Kopfstöße. Ineinander verhakt kam es so zum Ausflug von der Matte für die beiden, wie er sonst eher beim Wrestling im Drehbuch steht. Zum Schluss gab es dann aber doch den fairen Handschlag. Die Mattenfüchse gehen am nächsten Wochenenden als Tabellendritte in Gelenau in ein weiteres Derby. Lugau kann zuhause zum Liga-Achten Luckenwalde aufschließen.

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