Meisterschaft vor der Haustür

Um die 2500 Zuschauer haben in Johanngeorgenstadt den Kombinationslauf der DM erlebt. Das Interesse am Teamsprint war ebenfalls groß.

Johanngeorgenstadt.

Auf einer Länge von knapp 250 Metern säumten Wintersportfans beidseitig im Start- und Durchlaufbereich am Samstag die Straße an der Grundschule in Johanngeorgenstadt. Mindestens noch einmal so viele standen verstreut entlang der 1,7 Kilometer langen Strecke, die durchs Stadtgebiet führte und auf der sich letztendlich Fabian Rießle vor Johannes Rydzek und Manuel Faißt den Deutschen Meistertitel der Nordischen Kombination sicherte. Dank des 1. Vogtländischen Schalmeienzug herrschte dazu richtige Volksfeststimmung in der Kommune. Das Sportspektakel hatte der örtliche Wintersportverein auf die Beine gestellt. Der erklärte sich gegenüber dem Deutschen Skiverband nicht nur zur Durchführung der Deutschen Meisterschaft im Skisprung und der Nordischen Kombination bereit, sondern setzte sich auch dafür ein, dass die eigene Stadt insgesamt davon profitiert. So wurden zwar die Sprungwettbewerbe in der Klingenthaler Vogtland Arena ausgetragen, doch die beiden Läufe holten die Kampfrichter des WSV Johanngeorgenstadt in ihre Heimat. Auch wenn diese Entscheidung eine logistische Herausforderung war, schließlich lagen 40 Kilometer zwischen den beiden Wettkampfstätten. Doch die Wintersportfans aus dem Erzgebirge dankten es mit zahlreichem Erscheinen. Zudem gab es für die Organisatoren am Samstag immer wieder Schulterklopfen, Lob und Anerkennung. Unterstützt wurden die Johanngeorgenstädter von den beiden Partnervereinen, dem SV Fortuna Pöhla und dem VSC Klingenthal.

Sein "Heimspiel" konnte unter anderem der Kombinierer Jakob Fischer aus Bernsbach genießen. Allerdings ärgerte er sich darüber, dass es ihm nicht gelungen war, im Springen alles abzurufen: "Man muss aber dazu sagen, dass mir die großen Schanzen nicht ganz so liegen. Ich bin lieber auf 90-Meter-Schanzen unterwegs", so der 18-Jährige. Er fand seine Sprünge solide, aber ausbaufähig. Die Runde für den Kombinationslauf empfand der Bernsbacher, der durch seine gesamte Familie bei den Deutschen Meisterschaften unterstützt wurde, als sehr hart. Letztendlich wurde er bei den Junioren Fünfter. "Es gibt nur einen langen Anstieg und eine lange Abfahrt. Ich musste ständig arbeiten. Aber durch die ganzen Leute, die hier da waren und die angefeuert haben, ging das ganz gut", so Fischer, der genauso wie Eric Frenzel für den SSV Geyer startet.

Frenzel haderte mit seinem Samstagsresultat: "Es war sicherlich nicht optimal, wie der Wettkampf gelaufen ist", sagte er am Sonntag, nachdem er sich gemeinsam mit seinem Vereinskollegen Terence Weber den Vizemeistertitel im Teamsprint gesichert hatte. "Heute war es schon ein bisschen besser. Vor allem im Springen lief es um einiges solider", so Frenzel. Er fügte hinzu: "Ich merke einfach, dass ich noch zu unkonstant bin und noch zu viel nach meinem Sprung suchen muss." Allerdings gab er sich auch kämpferisch und zeigte sich davon überzeugt, dass bis zum Weltcupauftakt in dieser Hinsicht noch viel passieren werde.

Die deutsche Meisterschaft im Teamsprint auf dem Asphalt in Johanngeorgenstadt verloren Frenzel und Weber in einem packenden Duell gegen den sprung- und laufstarken Rießle und dessen Partner Faißt. "Fabian ist - und das war mir bewusst - sehr, sehr stark auf den letzten Metern. Ich hab meine Chance in der letzten Abfahrt verpasst", so Frenzel. Sicherlich hätten die Wintersportfans nur zu gerne den SSV Geyer als deutschen Meister im Teamsprint gefeiert. Für den gastgebenden Verein fand der fünfmalige Weltcup-Gesamtsieger Frenzel lobende Worte: "Das haben sie richtig gut gemacht. Da merkt man, dass Wintersportgene mit dabei sind."

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