Mit junger Kraft Bann gebrochen

Im vierten Saisonspiel haben die Drittliga-Volleyballer aus Zschopau ihren ersten Sieg gefeiert. Dabei ragte vor allem ein Akteur heraus, der mit seinen gerade mal 21 Jahren für das zukunftsorientierte Konzept des Vereins steht.

Zschopau.

Aus dem Feiern sind die Fans des Volleyball-Clubs Zschopau am Samstag gar nicht mehr herausgekommen. Erst wahrten die Sachsenliga-Männer mit Siegen gegen die TSG Markkleeberg (3:1) und den SV Chemnitz-Harthau (3:0) ihre weiße Weste - und damit auch die Tabellenführung. Dann legten die weiterhin auf Rang 3 der Regionalliga Ost liegenden Damen einen 3:1-Erfolg gegen den FSV Reichenbach nach. Am lautesten wurde es aber, als die erste Männer-Mannschaft des VC in der Dritten Liga Ost den Bann brach. Unter dem Jubel von rund 360 Fans feierten die Gastgeber mit dem 3:1 gegen den TSV Niederviehbach ihren ersten Saisonsieg.

Zum Mann des Abends avancierte dabei ein Spieler, der vor gar nicht allzu langer Zeit noch zum Kader der zweiten Mannschaft gehörte. "Dass es so schnell geht, hatte ich selbst nicht erwartet", sagt Johannes Micketeit über seine rasante Entwicklung im Zschopauer Verein. Vom SSV Chemnitz in die Motorradstadt gewechselt, absolviert der 21-Jährige gerade erst seine dritte Saison beim VC. Die Sachsenliga erwies sich dabei nur als kurze Zwischenstation. Bereits im Vorjahr hatte sich der Außenangreifer für erste Drittliga-Einsätze empfehlen können. "Jetzt ist er eine Stütze für uns", lobt Trainer Andreas Richter seinen Schützling, dessen Aufstieg als Beleg dafür zu sehen ist, dass das Konzept des Vereins fruchtet. "Über die zweite Mannschaft können wir junge Leute mit Potenzial gut heranführen", sagt Richter über die längst notwendige Verjüngungskur.

Galt der 1,84 Meter große Micketeit für viele Zuschauer bislang dennoch "nur" als Perspektivspieler, so wurde der 21-Jährige am Samstag vom Publikum als MVP gefeiert. Die Gäste aus Bayern hatten ihn zum wertvollsten Spieler - auf Englisch: Most Valuable Player - des Abends gewählt. Und das zurecht, wie Andreas Richter findet. "Johannes war diesmal äußerst stabil in der Annahme und hat uns auch im Angriff in vielen Situationen geholfen." Micketeit hatte großen Anteil daran, dass die Gastgeber den ersten Satz (25:18) klar dominierten. Zurückzuführen war dies allerdings auch auf die vielen Fehler der Gäste, die wie Zschopau bis dato ohne Sieg waren. Als der VC auch im zweiten Durchgang 14:10 führte, freuten sich viele Fans schon auf ein baldiges Ende. Doch es kam anders. "Wir haben uns das Leben selbst schwergemacht", so Richter. Obwohl der Fokus ausdrücklich darauf lag, eigene Fehler zu vermeiden, häuften sich diese nun. Mit fünf Punkten in Folge wendete Niederviehbach das Blatt und schöpfte durch das 25:20 Hoffnung.

Im dritten Abschnitt ging das Zittern weiter, denn wieder wurde es nach Zschopauer Führung (8:4) eng. Bis zum 20:20 boten die Gäste Paroli, ehe fünf der nächsten sechs Punkte an den VC gingen. Damit war die Moral der Bayern gebrochen, die im vierten Durchgang trotz zweier Auszeiten rasch 9:19 hinten lagen. Mit 25:21 machten die VC-Herren den Deckel drauf auf den ersten Sieg, mit dem sie in der Tabelle die Rote Laterne an den Gegner weiterreichten. Trotz spürbarer Erleichterung und die Freude für Johannes Micketeit stellte Andreas Richter aber klar: "Das war nur der erste Schritt. Jetzt müssen weitere Siege folgen."

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