"Motivation sinkt leider in den Keller"

Ski: Thalheimer geben Hoffnung aber nicht auf

Thalheim.

Vom Ausüben ihrer Sportart sind die Wintersportler des SV Tanne Thalheim derzeit gefühlt weiter weg als die Erde vom Mond. Nicht nur, dass sie noch immer auf den Flockenwirbel warten - daran haben sich die meisten in Zeiten des Klimawandels beinahe schon gewöhnt. Vor allem aber, da die Coronakrise das Training unmöglich macht - ein Schicksal, das die Thalheimer mit vielen Sportlern im Erzgebirgskreis teilen.

"Vor der zweiten Welle haben wir zumindest mit dem harten Kern ein gemeinsames Stock- und Rollskitraining betreiben können", sagt Boris Arnold (Foto), der die rund 20 Kinder trainiert, die sich dem Skilanglauf widmen. Aber inzwischen müssten alle individuell sehen, wie sie halbwegs in Form bleiben. "Hausaufgaben" habe er nicht verteilt. "Aber zumindest die Älteren wissen normalerweise, worauf es ankommt", so Arnold. Die Gefahr, einmal zu oft alle Fünfe gerade sein zu lassen, bestehe dennoch. "Die Motivation sinkt leider in den Keller", so Arnold, der für den Lockdown Verständnis aufbringt. Allerdings habe er gewisse Dinge nicht richtig nachvollziehen können: "Zum Beispiel, dass die Kinder Schulsport machen, aber nach dem Unterricht im Freien nicht trainieren durften." Abgesehen davon sei das Vereinsleben aktuell nicht existent. Dadurch leide das Gemeinschaftsgefühl - auf Dauer drohe der Vereinssport kaputtzugehen.

Auch unter gewöhnlichen Umständen würden die Thalheimer zu diesem Zeitpunkt noch nicht in den Loipen um Ergebnisse kämpfen. "Normalerweise stünden wir jetzt erstmals auf Schnee", sagt Arnold. Wenn der in der heimischen Umgebung nicht zu finden ist, dann gehe es Richtung Erzgebirgskamm oder bis ins Vogtland. Zwischen 5000 und 7000 Kilometer Fahrtstrecke würden jeden Winter zusammenkommen. Saisonstart sei traditionell der Schwibbogenlauf am 31. Dezember in Johanngeorgenstadt. Damit wird es diesmal nichts. Arnold hegt dennoch die Hoffnung, nicht völlig ohne Wettkämpfe aus dem Winter 2020/21 zu gehen - einige der gegen Saisonende terminierten Veranstaltungen seien noch nicht abgesagt, darunter diverse in Tschechien. "Wenn wir unsere sportlichen Ziele etwas zurückschrauben", so Arnold, "könnten wir dort vielleicht ohne viel Training antreten." (jüw)

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