Nach der Kohlemine wartet der erzgebirgische Getzenwald

Die Extremenduroszene dreht wieder auf - und mit ihr Felix Bräuer aus Annaberg-Buchholz und Marcel Teucher aus Wiesa. Derzeit macht der Tross in der Türkei Station, bevor es Ende Oktober im erzgebirgischen Grießbach rund geht: beim traditionellen Getzen-Rodeo.

Wiesa.

Nach den Romaniacs im Juli war es in der Extremenduroszene etwas ruhiger geworden. Doch nun jagt wieder "ein geiles Rennen der Extraklasse das andere", freut sich Marcel Teucher aus Wiesa. Seit gestern macht der Rennzirkus in der Türkei Station - für "die dreitägige grausame Fahrt von Kermer bis auf den 2365 Meter hohen Olympus-Berg". Genug Rückenwind dafür haben sich Marcel Teucher und Felix Bräuer in Polen beim "111 Megawatt"-Rennen im größten Tagebau Europas geholt. Als dritter Erzgebirger war Markus Groschopp aus Königswalde mit dabei.

Insbesondere Bräuer war dort mit goldigen Erinnerungen an das vergangene Jahr gestartet. Immerhin hatte er damals das Ziel erreicht und sich unter den besten 40 Piloten der Welt platziert. Für Groschopp dagegen war es das erste Extremenduro überhaupt als Endurosportler: "Ich wollte es einfach einmal probieren. Mein Hauptziel war es, unter die besten 500 Fahrer zu kommen und mich somit für das Hauptrennen zu qualifizieren". Dies schaffte der Königswalder, der auf die Marke KTM vertraut, mit Platz 403 souverän.

Bräuer und Teucher qualifizierten sich im Feld der mehr als 1000 Fahrer sogar direkt für die begehrte erste Startreihe mit 70 Fahrern. Am Start lief es für die beiden Erzgebirger aber nicht rund, beide stürzten und fielen zunächst weit zurück. Der Wiesaer Teucher holte aber bereits in der ersten von drei zu fahrenden Runden kräftig auf und schob sich schon unter den Top 30: "Meine zweiter Umlauf lief dann ideal und ich konnte mich auf Platz 17 verbessern. Die Runde war echtes Extremenduro und im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren deutlich verlängert." Dem stimmte auch Bräuer zu, für den allerdings bereits Mitte der ersten Runde das technische Aus kam: "Ich hatte wie im vorigen Jahr auf die 350er Motocross gesetzt. Das war aber die falsche Wahl, denn die Strecke war um ein Vielfaches anspruchsvoller als die in den Vorjahren." Auch Neuling Markus Groschopp sah wie 482 andere Fahrer leider nicht die Zielflagge. Auch bei ihm gab es einen Defekt am Motor.

Marcel Teucher bewies aber seine Klasse und schaffte mit Platz 17 die Zielankunft - als zweitbester Deutscher. Überhaupt kamen nur 18 Fahrer ins Ziel. "Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung in diesem doch sehr anspruchsvollen Rennen im Tiefsand. Trotz meines Trainingsrückstandes aufgrund eines Infektes, der mich immer wieder einholt, konnte ich mein fahrerisches Vermögen ausspielen und im vorderen Feld landen. Wenn ich jetzt noch meine Infektanfälligkeit in den Griff bekomme und kontinuierlich dran bleiben kann, dann kann ich mich noch weiter vorn platzieren", kommentierte Teucher nach dem Zieleinlauf.

Ende des Monats trifft sich die Welt-Elite des Extremendurosports dann im Erzgebirge: zum Getzen- Rodeo in Grießbach, dem bedeutendsten Wettkampf dieser Art in Deutschland. Am 29. Oktober geht dann unter anderem Graham Jarvis mit an den Start - der derzeit beste Extremenduro-Fahrer der Welt, der in Grießbach seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen will.

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