Nachwuchs-Ass vor Saisonhöhepunkt

Rennfahrer Nicolas Czyba aus Oelsnitz wird im November in Spanien an einem Lauf zur Europameisterschaft antreten. Wie es kommende Saison für den 15-Jährigen weitergeht, ist noch offen. Doch er hegt einen Traum.

Oelsnitz.

Seit Wochen bereitet sich Motorradrennfahrer Nicolas Czyba auf seinen Saisonhöhepunkt vor: der Teilnahme an einem Lauf zur Europameisterschaft. Im heimischen Oelsnitz absolviert er dafür unzählige Trainingseinheiten im Bereich Fitness - nur unterbrochen von den Herbstferien, als er sich mit seiner Familie ein paar Tage Urlaub in der Türkei gönnte.

Doch nun richtet er den Blick wieder nach vorn. "Das war für mich ein sehr wichtiges Rennen, denn dann wird sich entscheiden, wohin für mich die Reise im nächsten Jahr gehen soll", sagt der 15-jährige Motorradsportler. Mit einem Top-Ergebnis will er sich für Vertragsverhandlungen, die ab November für die kommende Saison laufen, empfehlen. "Um das Motorrad über die gesamte Renndistanz zu kontrollieren, muss man topfit sein. Das setzt eben intensives Training voraus. Ausruhen ist da nicht", weiß der Mittelschüler, der von einer Karriere als Profi-Motorsportler träumt.

In Valencia geht Nicolas Czyba in der Klasse Superstock 600 an den Start. Der 1999 eröffnete Kurs "Circuit de la Comunitat Valenciana Ricardo Tormo", wie er in der Landessprache heißt, befindet sich in Ceste in der Nähe der Metropole und hat eine Rundenlänge von exakt 4,005 Kilometern. Benannt ist er nach dem aus der Nähe von Valencia stammenden, ehemaligen Rennfahrer Ricardo Tormo, der 19 Grand-Prix-Siege feierte und zweimal Weltmeister in der Klasse bis 50 Kubikzentimeter auf einer Bultaco wurde, aber früh an Leukämie verstarb.

"Der Kurs ist mir schon sehr gut bekannt. Das kommt mir natürlich entgegen", sagt der Teenager, der natürlich wieder in Begleitung seines Vaters und mit breiter Brust zum Wettkampfort reisen wird. Schließlich hat er bei den letzten Rennen zur Internationalen Schweizer Motorradmeisterschaft in Rijeka im Norden Kroatiens trotz nicht gerader optimaler Voraussetzungen den dritten Gesamtrang unter Dach und Fach gebracht. Und das, obwohl er im Vorfeld an einer Fußverletzung laboriert hatte.

Generell erlebte Nicolas Czyba eine Saison mit vielen Höhen, aber auch einigen Tiefen. Mit 160 Punkten musste er sich am Ende Gesamtsieger Damien Remi, der auf 266 Zähler kam, und Theo Clerc (251) geschlagen geben. Vierter wurde Reto-Luc Wiederkehr (151) vor Hans-Rudolf Regenass (125) und Alain Schmid (123). Insgesamt viermal stand Czyba in dieser Serie als Zweiter und achtmal als Dritter auf dem Podest. "Wir alle, seine Sponsoren, seine Fans und vor allem natürlich die ganze Familie sind mächtig stolz auf Nicolas, zumal er zum ersten Mal in dieser Serie startete und damit "Rookie" war. Dazu kam, dass er als jüngster Fahrer des gesamten Feldes an den Start ging."

An den Veranstaltungsorten in Spanien, der Slowakei, in Kroatien und Tschechien wurden Doppelrunden ausgetragen, in Frankreich (Dijon) fuhren die Fahrer sogar viermal. Die Schweiz selbst war lediglich Namensgeber. In dem Alpenstaat wurden Rundstreckenrennen im Jahr 1955 verboten. Anlass war das tragische Unglück beim 24-Stunden-Rennen im französischen Le Mans, bei dem damals 84 Menschen ihr Leben verloren. Mittlerweile gilt das Verbot allerdings nur noch für benzinbetriebene Fahrzeuge.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...