Neudorfer kegeln Empor raus

Die Kreisliga-Fußballer sorgen im Sachsenpokal für die nächste faustdicke Überraschung. Gegen den Landesklasse-Vertreter aus Glauchau siegten sie 1:0.

Neudorf.

Als Schiedsrichter Marcus Vogt die Zweitrundenpartie im Sachsenpokal zwischen dem gastgebenden SV Neudorf und Empor Glauchau nach 94 Minuten abpfeift, kennt der Jubel keine Grenzen mehr. Denn die Kreisliga-Kicker aus dem Erzgebirge schreiben weiter an ihrem ganz persönlichen Märchen im Landespokal und haben nach Fortschritt Lichtenstein nun mit Glauchau den zweiten Landesklasse-Vertreter in Folge aus dem Wettbewerb gekegelt.

Dass dieser Erfolg zudem nicht unverdient war, würde wohl keiner der 331 Zuschauer abstreiten. Zwar legten die Gäste los wie die Feuerwehr, doch gelingen wollte ihnen vor dem Tor nicht viel. Die Neudorfer hatten sich nach einer Viertelstunde gefangen, ein Klassenunterschied war zu diesem Zeitpunkt nicht zu erkennen. Das musste auch Empor-Trainer Lutz Wienhold anerkennen: "Das haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wir haben es nicht geschafft, die kompakte Abwehr der Neudorfer unter Druck zu setzen und uns die Chancen zu erarbeiten." Tatsächlich ließen die Gastgeber kaum Möglichkeiten zu und stellten die Westsachsen immer wieder vor Probleme. Dass beide Teams torlos in die Pause gingen, war zu diesem Zeitpunkt verdient.

Auch im zweiten Abschnitt änderte sich am Geschehen nicht viel, sodass die erste Aufregung gleich die Entscheidung bringen sollte: Ronny Schmiedel nutzte ein Missverständnis im Glauchauer Strafraum, angelte sich den Ball und konnte nur noch per Foul vom Torschuss abgehalten werden. Den fälligen Elfmeter netzte Norman Matzek souverän ein und verwandelte damit den Neudorfer Sportplatz in ein Tollhaus. Nun entwickelte sich eine Pokalatmosphäre, bei der jede Grätsche und jeder Ballgewinn lautstark bejubelt wurden. "Heute hat jeder für jeden gekämpft", sagte SVN-Trainer Christian Steingräber: "Es haben sich alle reingehangen. Heute hat das Kollektiv gewonnen."

Dabei hatten die Hausherren auch etwas Glück, als der vermeintliche Ausgleich der Gäste wegen Abseits nicht gegeben wurde. Die Glauchauer dezimierten sich kurz danach selbst, als Toby Ammon nach einer weiteren Abseits-Entscheidung wutentbrannt den Ball wegschlug und dem Assistenten dabei einiges an den Kopf warf. Schiedsrichter Vogt zögerte nicht lange und schickte den Glauchauer vorzeitig duschen. Den Gästen wollte im weiteren Verlauf nichts einfallen, um das Abwehr-Bollwerk vor dem Kasten von Jens Benedict zu durchbrechen. Und so mussten die Kreisliga-Kicker nur zwei brenzlige Aktionen überstehen, bevor der Jubel keine Grenzen mehr kannte. "Es hat sich gelohnt, die ganze Vorbereitung, alles", so Steingräber.

Für ihn und seine Truppe könnte nun das große Los warten, denn ab der nächsten Runde sind die Regional- und Drittligisten mit im Topf. "Das wäre jetzt der Hammer, wenn wir Chemie Leipzig, Zwickau oder den CFC bei uns begrüßen könnten", so Steingräber. Vielleicht ist den Neudorfern neben der Glücks- auf die Losfee wohl gesonnen.

Statistik SV Neudorf: Benedict; Kästner, B.Schmiedl, R. Schmiedel (86. Kautsch), Sonntag, Huß (76. Weighardt), Tippmer, Süß (90. Hartling), Brand, Matzek, Richter; Tor: 1:0 Matzek (58./FE); Rote Karte: Ammon (Glauchau/78.), SR: Marcus Vogt (Treuen); Z: 331

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